Freitag, 24. Mai 2019
Donnerstag, 9. Oktober 2014

LOKALGESCHEHEN

Vogelgesang bleibt nur Munitionslager

Foto: TZ/Archiv

von unserem Redakteur Nico Wendt

Vogelgesang. Auf dem Gelände der früheren EBV in Vogelgesang wird auch in Zukunft keine Munition mehr entsorgt. Das gab die Spreewerk Lübben GmbH, die das Areal 2003 übernommen hatte, jetzt in einem Gespräch mit der TZ bekannt.

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Vogelgesang. Auf dem Gelände der früheren EBV in Vogelgesang wird auch in Zukunft keine Munition mehr entsorgt. Das gab die Spreewerk Lübben GmbH, die das Areal 2003 übernommen hatte, jetzt in einem Gespräch mit der TZ bekannt. Man habe sich nach und nach von dem Gedanken verabschiedet, die Delaborierung wie ursprünglich geplant wiederzubeleben und zu aktivieren.

„Es wäre einerseits mit riesigem Aufwand und enormen Investitionen verbunden. Andererseits gibt es die Genehmigungslage nicht her“, sagte Tilo Jenke, langjähriger Prokurist bei der Spreewerk Lübben GmbH. Dennoch habe der hiesige Standort für das brandenburger Unternehmen eine große Bedeutung – und zwar als Lager. Regelmäßig erreichen Vogelgesang die unterschiedlichsten Transporte. Das geschieht mittlerweile nur noch per Lkw. Der Betreiber der Bahnstrecke Torgau–Elsnig habe Nutzung und Wartung der Gleisanlagen bedauerlicherweise eingestellt, hieß es. Offenbar reichte die Auslastung nicht, um den Bahnbetrieb rentabel zu gestalten. Auf dem Areal in Vogelgesang sind etwa zehn Mitarbeiter inklusive Wachschutz beschäftigt. Immerhin rund 500 Hektar umfasst das Sperrgebiet am Rand der Dübener Heide, von dem Teile in den 90er-Jahren auch von der Bundeswehr genutzt wurden. Bunkeranlagen und speziell gesicherte Hallen säumen den Kern des Areals. „Es gibt aber auch stillgelegte Zonen sowie einen großen Sicherheitsbereich“, beschrieb Tilo Jenke das Firmengelände. Zuletzt hatte unsere Zeitung hier über eine jährliche Übung von Feuerwehren und Katastrophenschutz des Landkreises berichtet.

Die früheren EBV-Betriebshallen wurden mittlerweile entkernt. Die Delaborierung erfolgt ausschließlich in Lübben, die Auftragslage sei gleichbleibend. „Wir vernichten und entsorgen vorwiegend Munition der NATO-Staaten. Die Bandbreite reicht von der Gewehrpatrone bis hin zur Rakete. Durch die ständige Entwicklung der Waffentechnik sind regelmäßig veraltete Bestände außer Betrieb zu nehmen. Manchmal ist die Munition auch schon 15 oder 20 Jahre alt“, erklärte der Prokurist. Es findet aber keine Wartung und Aufarbeitung in Lübben statt. Weil oft große Mengen in einer bestimmten Zeit beim Auftraggeber abgefahren werden müssen, benötigt die Entsorgungsfirma die zusätzliche Lagerkapazität in Vogelgesang. Hier kann die ausschließlich konventionelle Munition dann portionsweise abgegriffen werden.  Die Lieferungen kommen übrigens aus ganz Europa. Mit rund 70 Beschäftigten ist die Spreewerk Lübben GmbH durchaus eine Nummer in der Branche. Im Osten Deutschlands gibt es lediglich noch zwei Mitbewerber. Den Standort im Raum Torgau hatte man übernommen, nachdem die Entsorgungsbetriebsgesellschaft Vogelgesang (EBV) mit einst 160 Mitarbeitern im Mai 2003 Insolvenz anmelden musste.

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