Donnerstag, 21. Februar 2019

 
Mittwoch, 13. Februar 2019

KULTUR

"Bach strahlt bis heute!"

Sef Albertz und Anna-Maria Maak sind mehr als ein Ehepaar, das zufällig dieselbe Leidenschaft teilt.Foto: PR

von unserer Redakteurin Julia Sachse

Er Komponist, sie „seine“ Pianistin: Sef Albertz und Anna-Maria Maak hauchen zeitlosen Bach-Werken neues Leben ein

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Torgau. Sie kommen gemeinsam an – Hand in Hand schlendern sie die Leipziger Straße hinauf zum Torgauer Marktplatz. Der gebürtige Venezuelaner Sef Albertz, Komponist und Gitarrenpädagoge, lernte die Pianistin Anna-Maria Maak vor fast 20 Jahren an der Hochschule in Münster kennen und lieben. Ihre Beziehung entwickelte sich durch die gemeinsame Leidenschaft, die musikalische Arbeit mit- und füreinander hin zu einer tief empfundenen Verbindung zweier Künstlerseelen, die ihrem Publikum mehr als einen schönen Abend bescheren – sie hauchen ihm ihre liebevolle Energie ein, übertragen ihre Ahnung einer vergessenen Lebendigkeit „alter Meister“ wie Johann Sebastian Bach auf ihre Zuhörer.
Wie ihre Msuik entsteht und woher der Vergleich mit Clara und Robert Schumann rührt, verraten sie im TZ-Gespräch bei einem Kaffee gegenüber des Rathauses. Denn hier treten sie gemeinsam am 22. März innerhalb der Reihe der Rathauskonzerte 2019 auf.

Dass sie sich hier auzukennen scheinen, hat einen besonderen Grund: Seit gut zehn Jahren arbeitet Sef Albertz als Gitarrenlehrer an der Musikschule „Heinrich Schütz“ in Torgau. Jeden Montag kommt er mit dem Zug dafür aus Leipzig, wo er mit Frau und Kindern lebt. Unweit der Wohnung des großen Komponisten Robert Schumann, übrigens, dessen Schaffensalltag ganz ähnlich dem anzunehmen ist, den Sef und Anna-Maria pflegen. Er schreibt Musik, entwickelt Stücke und experimentiert mit modernen Einflüssen und traditionellen Musikvorstellungen. Seit Anna-Maria ihm zu Studienzeiten ihr Können am Klavier, ihre Leidenschaft für die Kunst und die Lust auf musische Innovationen offenbarte – komponiert er vor allem für sie. Aus der anfänglichen zarten Zusammenarbeit im selben Ensemble an der Hochschule wurden gemeinsame Projekte, gegenseitig inspirierte Programme und inzwischen ist aus jenen Synergien etwas größeres geworden, künstlerisch wie auch menschlich.

„Resplendences around Bach“ – ihr wie sie sagen „größtes gemeinsames Baby, (neben den echten!)“, erschien im September 2018. Für diese CD und die dazugehörige Tour Ende des letzten Jahres hatte sich Sef Albertz ins Werk des von ihm und Anna-Maria bewunderten Thomaskantors und Komponistengenies Johann Sebastian Bach vertieft, zahlreiche Stücke bis ins Detail studiert und das Zeitlose, oftmals als „vor seiner Zeit“ beschriebene Oeuvre förmlich „durchlebt“: „Wenn ich Bach höre, dann entdecke ich an manchen Stellen Melodien, die klingen beispielsweise wie ein Joropo, ein venezuelanischer Tanz. Es mag nur ein kurzer Moment sein, aber er inspiriert mich dazu, das ursprüngliche Bach-Stück neu zu denken, also anders zu arrangieren, die musikalische Reise weiterzugehen, auf die es mich beim aufmerksamen und rein intuitiven Hören  schickte, weil ich es neu fühle“, versucht Sef, seine Intention und den Schaffensprozess in Worte zu fassen. Wenn er sich jemanden „vornehme“, erklärt Anna-Maria Maak, dann habe ihr Mann keine Zweifel daran, seine künstlerische Botschaft fürs Publikum verständlich zu „formulieren“. Gemeinsam feilten sie schließlich auch vor dem Hintergrund daran, jahrelange Erfahrung mit Rezepienten, Zuhörern zu haben und damit ein Gespür für Reaktionen und Überraschungsmomente einbringen zu können.

Einen solchen wird es am 22. März auch in Torgau geben, wenn zum allerersten Mal Sefs kompositorische Hommage an den polnischen Komponisten von Krzysztof Penderecki erklingen wird. Das Besondere daran: der noch quicklebendige Pendercki hatte die Stücke „Ciaccona, Aria & Vivace“ ursprünglich als Orchesterwerke geschaffen und in engem Kontakt mit dem Vorbild erarbeitete Sef die erste Version für Soloklavier überhaupt. „Diese Premiere“ muss in Torgau stattfinden, denn wir sind durch Sefs jahrelange Arbeit eng mit der Stadt verbunden!“, schwärmt die international gefeierte Konzertpianistin mit der warmherzigen Stimme.

Während sie erklärt, dass die Arbeit an gemeinsamen Projekten, auch an dem erwähnten Album „Resplendences“ natürlich sowohl Reibereien als auch Augenblicke fast blinden Verständnisses beinhalte, hört Sef ihr aufmerksam zu, in seinem Blick schwingt große Bewunderung für ihr Talent mit und man kann sehen, dass die zwei sich emotional wie auch musikalisch gefunden haben.

„Ich habe das Endresultat, die Vorstellung vom fertigen Stück schon im Kopf, bevor sie auch nur die erste Note gespielt hat. Und wenn ich sie dann interpretieren höre, was ich geschrieben habe, dann bin ich jedes Mal unglaublich erfüllt von Glück.“, sagt er. Und sie ergänzt lächelnd: „Dabei kommt er manchmal auch rein, während ich probiere und möchte sofort etwas anmerken. Dann muss ich ihn schon mal bitten, mir die Zeit zu geben, bis ich selbst so weit bin, mich mit seiner Komposition vertraut gemacht und eine Haltung dazu entwickelt habe. Erst dann reden wir darüber, erklären uns einander in dem, was er sich gedacht und über das, was ich daraus gemacht habe.“ Auch Missverständnisse blieben dabei nicht aus, aber so sei der kreative Schaffensprozess nun einmal – selbst bei zweien, die sich so gut kennen würden, wie die beiden.

Freunde vergleichen Sef und Anna-Maria oft mit den berühmten Schumanns, mit der Pianisin Clara und ihrem Mann, dem Komponisten Robert. Nicht nur ihre Wohnung in der Nähe der einstigen Schumann-Bleibe sei dafür der Grund, sondern auch das kleine monatliche Konzert für Freunde und Bekannte, dass die zwei Wahlleipziger mit thüringischen und lateinamerikanischen Wurzeln veranstalten. Ihre Liebe zur Musik zu teilen und andere auf die Reise mitzunehmen, die die großen Komponisten angetreten haben und die jeder durch Sefs temperament- und kunstvolle Weiterbearbeitung miterleben und für sich weiterempfinden könne – das sei ihre Absicht bei jeder Aufnahme für eine neue CD und bei jedem organisierten Konzert oder Festival.

Am Freitag, dem 22. März, um 19.30 Uhr zeigen Sef Albertz und Anna-Maria Maak, wie der Glanz, den Bachs Musik bis heute an sich hat, durch zeitgenössische weiter „gedachte“ Einordnungen ihrer kompositorischen Elemente auch wieder auf ihn zurückstrahlt.


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