Dienstag, 21. Januar 2020
Mittwoch, 15. Januar 2020

BELGERN-SCHILDAU

"Da sollten wir uns als Stadt nicht zieren"

An den Mietkonditionen für das Dorfgemeinschaftshaus in Liebersee wird nicht gerüttelt.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Liebersee. Der Belgern-Schildauer Stadtrat gewährt der Volkshochschule Nordsachsen für Angebote in Liebersee Sonderkonditionen.

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Nein, die jüngste Belgern-Schildauer Stadtratssitzung hatte nicht nur die heiße Debatte über die Photovoltaik-Anlage in Schildau zu bieten. Der muntere Diskussionsabend nahm ausgerechnet mit einem Angebot Anlauf, das eigentlich alles andere als ein Aufreger-Thema ist.

Für ihr im Lieberseer Dorfgemeinschaftshaus vorgehaltenes Yoga-Angebot sollte die Volkshochschule Nordsachsen (VHS) als Mieter deutlich tiefer als bislang in die Tasche greifen. Grund genug für VHS-Mitarbeiter Thomas Liegau, persönlich im Volkshaus zu der Problematik Stellung zu beziehen. Zuvor noch schnell die frischen Programmhefte verteilt, machte er ebenso schnell deutlich, dass es mit den Yoga-Kursen Spitz auf Knopf stehe. Statt, wie mit dem bisherigen Mietvertrag, für vier Stunden 50 Euro auf den Tisch zu legen, waren mit Schreiben von Oktober von der VHS 75 Euro verlangt. Nach erster Intervention hatte die Verwaltung noch einen Preisnachlass von 5 Euro gewährt.

„Die Folge der Mieterhöhung wären steigende Entgelte für die Lieberseer Bürger von etwa 30 Prozent“, schätzte Liegau, da die derzeitigen Mietkosten schon deutlich über dem Durchschnitt solcher Objekte im Landkreis lägen und jede weitere Erhöhung dann auf die Teilnehmer umgelegt werden müsste. Liegau bat den Stadtrat deswegen, die von der Verwaltung vorgeschlagene Erhöhung nicht mitzutragen, zumal die VHS mit ihren Angeboten keine Gewinnabsicht verfolge. „Wir machen dies für den Bürger“, betonte er. Doch Stadtrat Hans-Jürgen Hientzsch wollte von Sonderkonditionen gegenüber der VHS zunächst nichts wissen. „Der Landkreis verlangt doch von uns auch immer 100 Prozent“, sagte der LINKE-Vertreter aus Sitzenroda. Er verstehe jedenfalls nicht, warum die Stadt nun darauf eingehen solle, obgleich er das VHS-Angebot grundlegend positiv bewerte.

Liegau versuchte es deswegen mit einem weiteren Rechenbeispiel: Sollte die Stadt bei der vorgeschlagenen Erhöhung bleiben, würde dies bedeuten, dass statt bislang 9 nunmehr 11 Teilnehmer für eine 100-prozentige Kostenabdeckung benötigt würden. „Mir ist keine einzige Einrichtung im Raum Torgau bekannt, die einen derart hohen Kostensatz von der VHS verlange“, sagte Liegau.

Bürgermeisterin Eike Petzold sprach von 74,18 Euro, die der Stadt bei 4 Stunden Nutzungsdauer durch Reinigung und Strom entstünden. Ein Preis, der darunter ansetze, sei eine politische Entscheidung des Stadtrats. Und dieser stellte sich mit CDU-Mann Peter Stracke an der Spitze an, die Mietkosten für die Kreisvolkshochschule nicht anzutasten. „Wir bieten hier 20 Einwohnern vor Ort die Möglichkeit, solch einen Kurs zu besuchen. Das ist doch eine ideale Sache“, betonte der Belgeraner. Vielen der Teilnehmer würde nur die Möglichkeit bleiben, zu Fuß oder mit dem Rad nach Liebersee zu kommen. „Da sollten wir uns als Stadt nicht zieren“, sagte Stracke.

Thomas Eifler (B90/Grüne) versuchte es mit einem Kompromissvorschlag. „Vielleicht reicht es ja auch, wenn wir die Räumlichkeiten nur alle zwei Wochen reinigen lassen“, sagte der Belgeraner.

Nach einigem Hin und Her gerade in Hinblick auf die Reinigung sprach sich der Stadtrat schließlich mehrheitlich dafür aus, nicht an den Mietkosten zu rütteln.

Uwe Lindner, seit kurzem erst Ortsteilbeauftragter für Liebersee, begrüßte die Entscheidung des Stadtrats. „Alles, was im Bereich der Bildung und Gesundheitsvorsorge auf dem Land vorgehalten wird, kann nicht hoch genug geschätzt werden“, sagte er gegenüber der Torgauer Zeitung.


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