Dienstag, 10. Dezember 2019
Donnerstag, 28. November 2019

TORGAU

"Der Bauernprotest in Berlin war ein Paukenschlag"

„Trecker-Parkplatz vor dem Brandenburger Tor. Die Landwirte laufen zur Protestkundgebung. Foto: privat

von unserem Redakteur Nico Wendt

Torgau. Als einen Paukenschlag hat die Geschäftsführerin des Regionalbauernverbandes Torgau, Christine Richter, die Protestkundgebung am Dienstag in Berlin bezeichnet.

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Torgau. Als einen Paukenschlag hat die Geschäftsführerin des Regionalbauernverbandes Torgau, Christine Richter, die Protestkundgebung am Dienstag in Berlin bezeichnet. Etwa 8600 Traktoren mit rund 40 000 Teilnehmern aus ganz Deutschland waren vor Ort. Wobei die Zahlen in den Medien stark auseinander gingen. „Auch haben es gar nicht alle Landwirte mit ihren Maschinen bis ins Zentrum geschafft, weil die Stadt einfach dicht war“, so Christine Richter. 

Große Erfolg 

Mit dieser Resonanz sei es auf jeden Fall die größte Bauerndemo gewesen, die man hierzulande gesehen hat. „Es ist ein großer Erfolg. Die Bauern sprechen mit einer Sprache“, zeigte sich die Geschäftsführerin auch gestern noch sichtlich beeindruckt. Organisiert habe  die Demo zwar nicht der Bauernverband, sondern die Initiative „Land schafft Verbindung“. Aber der Bauernverband habe den Protest natürlich voll unterstützt. 

Die Oschatzer mit ihren Torgauer Kollegen starteten 7 Uhr mit einem Bus in Mügeln, um dann die Berufskollegen der Verbände aus Muldental, Leipzig und Delitzsch  aufzunehmen. Schließlich sei der Bus mit 52 Teilnehmern voll gewesen. „Wir mussten dann in der Straße des 17. Juni aussteigen und das letzte Stück zu Fuß gehen. Es waren Massen von Menschen zu sehen und alles war voll mit Landmaschinen“, so Christine Richter. Die eigentliche Kundgebung begann 12 Uhr, wobei auf einer großen Bühne mehrere Landwirte und Bundespolitiker zu Wort kamen.

So auch ein Grünen-Politiker, FDP-Parteichef Christian Lindner , die Bundesagrarministerin Julia Klöckner und Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Letztere habe lediglich zwei bis drei Minuten geredet und sei dann ausgebuht worden. Viele Transparente wurden gezeigt: „Ist der Bauer ruiniert, wird dein Essen importiert“ oder „Wer Bauern quält, wird abgewählt“ oder „Gemeinsam statt gegeneinander“. Das Treckerkorso aus dem Raum Torgau hatte sich übrigens schon nachts 3 Uhr an der Elbbrücke/alte Werdauer Straße getroffen. Zwischen 100 und 150 Schlepper von 50 bis 75 Betrieben aus ganz Nordsachsen machten sich in Richtung Herzberg auf, wo sich die Berufskollegen aus Elbe-Elster anschlossen. 

Stark eingeschränkt 

Auslöser für den Protest ist das sogenannte  „Agrarpaket“, das die Regierung im September beschlossen hatte. Unter anderem zum Insektenschutz soll der Einsatz von Unkraut- und Schädlingsgiften stark eingeschränkt werden. Für Verbraucher soll ein neues Logo kommen, das Schweinefleisch aus besserer Tierhaltung kennzeichnet – wenn Bauern freiwillig mitmachen. Aus den wichtigen EU-Agrarzahlungen an die Höfe wird mehr Geld für Umweltmaßnahmen reserviert. „Die Landwirte wollen bei den Gesetzen mit einbezogen werden“, fasste Christine Richter zusammen. Viele Bauern sehen die Existenz ihre Höfe in Gefahr. 

Der Ärger entzündet sich aber nicht am Agrarpaket oder den verschärften Düngeregeln, sondern auch an den Billigpreisen für Fleisch und Milch und für andere Nahrungsmittel. Die Bauern wehren sich mit ihrem Protest zudem gegen das schlechte Image, das der Branche in den Medien und  von Umweltorganisationen immer wieder angeheftet wird. Sie fühlen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. „Landwirtschaft in Deutschland braucht Unterstützung und eine Zukunftsperspektive ohne Überregulierung und Verbotspolitik“, brachte es DBV-Präsident Joachim Rukwied auf den Punkt. Die Torgauer Geschäftsführerin des Regionalbauernverbandes, Christine Richter, abschließend: „Wir werden jetzt abwarten, ob es eine Reaktion seitens der Politik gibt beziehungsweise welche. Und dann werden wir weiter sehen.“


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