Mittwoch, 25. November 2020
Donnerstag, 19. November 2020

TORGAU

"Die Sprachen unserer Schule"

Bücher für das Projekt „Die Sprachen unserer Schule“-Bücherkiste (graue Holzkiste) und ein japanisches Bildertheater (Kamishibai). Foto: Ute Schmerbauch

von unserem Volontär Thomas Keil

Torgau. Welche Sprachen an der Schule gesprochen werden, will das Förderzentrum an der Promenade in Torgau genauer wissen und startete deshalb jetzt das Forschungsprojekt „Sprachen unserer Schule“

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Die menschliche Sprache – das evolutionäre Merkmal des Homo Sapiens. Weltweit entwickelten sich rund und roh 7000 unterschiedliche einzelne Sprachen. Dank der Globalisierung verteilen sich deren Sprecher rund um die Erde. Auch in Torgau ist so nicht nur das Meißner Kanzleideutsch heimisch. Welche Sprachen es hier noch gibt, wollte das Förderzentrum an der Promenade in Torgau genauer wissen und startete das Forschungsprojekt „Sprachen unserer Schule“. 

Der Podcast

Unter der Federführung von Förderpädagogin Ute Schmerbauch und Schulsozialarbeiterin Daniela Voigt entstand dafür ein sogenanntes Vielfältigkeitsprojekt. „Im ersten Schritt nahmen wir in den einzelnen Klassen des Förderschwerpunktes Lernen jeweils einen Podcast mit den Kindern auf“, sagt die Englisch-Spezialistin Ute Schmerbauch. In diesen Audioaufnahmen stellten sich die Kinder, die Mitarbeiter des Förderzentrums und ihre Sprachen vor. „Das sind pro Aufnahme ungefähr fünf Minuten“, erläutert Ute Schmerbauch.

Alle kämen in ihrer Muttersprache, ihrem Heimatdialekt oder auch in Geheimsprachen zu Wort. Zu hören sind Slowakisch, Rumänisch, Koreanisch, Tschetschenisch, Russisch, Ungarisch, Albanisch als Sprachen, die in Familien gesprochen werden, Bayrisch als Dialekt sowie die B- und die Löffelsprache als Geheimsprachen. „Unsere Aufnahmebedingungen war zwar absolut unprofessionell, aber die Kinder haben einerseits sehr viel über die Technik gelernt und andererseits durch die nötige Zusammenarbeit ihre Gemeinschaft gestärkt“, ordnet Ute Schmerbauch das Experiment als großen Erfolg ein.

Die Bücher

Im zweiten Schritt wurden Bilderbücher bestellt, um kultur- und diversitätssensibel mit den Kindern zu arbeiten. Diese neue Bücherkiste, die den Kollegen der Einrichtung jetzt langfristig zur Verfügung steht, entstand aufgrund einer Empfehlung des Landeskompetenzzentrums zur Sprachförderung an Kindertageseinrichtungen in Sachsen. Neben den Büchern enthält die Kiste eine Handreichung mit Ideen und Vorschlägen zum Einsatz der Bilderbücher. Mithilfe der Bücher wird es am 1. Dezember eine mehrsprachige Lesung von Schülern für Schüler geben. Hierfür wird das Buch „Bin ich klein?“ von Philipp Winterberg genutzt, das in viele Sprachen übersetzt wurde.

„Dazu lesen die Schüler einer Klasse denen aus einer anderen abwechselnd die Geschichte vor“, erläutert Ute Schmerbauch. Die Vorlesung werde absolut Corona-konform sein, versichert Ute Schmerbauch. So versammelten sich die Kinder im Schulhof. Der jeweilige Vorleser werde auf der Treppe als improvisierter Bühne stehen und von dort vorlesen. Deutsch, Slowakisch, Ungarisch und Englisch werden voraussichtlich die rezitierten Sprachen sein. Während des Vortrags werden die Bilder des Buches in einem japanischen Erzähltheater, einem Kamishibai, gezeigt.

Der Hintergrund

Maria Riedl, Fachlehrerin für Deutsch als Zweitsprache, erklärt: „Der Hintergrund des Projektes ist die Erfahrung, dass die Zahl der Kinder, die mit mehr als einer Sprache aufwachsen, steigend ist. Unsere Gesellschaft und somit auch unsere Schule wird vielsprachiger. Wir möchten dieser gesellschaftlichen Veränderung gerecht werden und die sprachlich-kulturelle Vielfalt und die Mehrsprachigkeit als Ressource für alle und als Chance für interkulturelles Lernen in unserer Schule in den Fokus nehmen und damit Diversität und demokratische Kultur leben.“

Die Initiatorinnen wollen mit dem Projekt die Vielfalt der Sprachen wertschätzen und gleichzeitig die Bedeutung der deutschen Sprache als Umgangs- und Bildungssprache in der Schule hervorheben. Sowohl Kinder mit Deutsch als Muttersprache als auch mehrsprachige Kinder können während des Projektes Sprachvergleiche anstellen, Sprachbewusstheit entwickeln und sich dabei vorurteilsfrei und neugierig begegnen. Das Projekt werde vom Landesamt für Schule und Bildung mit 500 Euro unterstützt, berichte Daniela Voigt, Schulsozialarbeiterin der Einrichtung.

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