Samstag, 15. Mai 2021
Mittwoch, 14. April 2021

NORDSACHSEN

"Ja, wir haben mit einem Rückgang gerechnet"

Sven KaminskiFoto: Thomas Manthey

Von unserem Redakteur Thomas Manthey

Vereinsleben. Der Amateursport in Corona-Zeiten. TZ im Gespräch mit KSB-Geschäftsführer Sven Kaminski.

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Der Amateursport, die Basis des organisierten Sporttreibens, wird ob der eingeräumten wenigen Trainingsmöglichkeiten wiederbelebt. Seine Sportler entfliehen ein wenig der Lethargie, der sie in den zurückliegenden Monaten verfallen waren und schöpfen etwas Hoffnung. Wie der aktuelle Stand der Dinge ist, wie Vereine dem möglichen Mitgliederschwund entgegenwirken können, darüber unterhielt sich die TZ-Sportredaktion mit Sven Kaminski, Geschäftsführer des Kreissportbundes Nordsachsen.

Wie ist das zweite Corona-Jahr für den Kreissportbund angelaufen?

S. Kaminski: Die gesamte Situation ist für den Sport, Kultur, Einzelhandel und viele wirtschaftliche Branchen nicht erfreulich. Egal, in welchem Bereich, dass was über Jahre aufgebaut wurde, ist mit einem Mal weggebrochen. Den Kreissportbund betrifft es genauso wie unsere Mitgliedsvereine. Zahlreiche Veranstaltungen im sportlichen Bereich, aber auch in der Aus- und Fortbildung, sind weggefallen bzw. mussten verschoben werden. Wobei wir in der Aus- und Fortbildung auf Online-Seminare setzen, die aber eine Präsenzveranstaltung nicht ersetzen können.

Gibt es inzwischen so etwas wie Routine im Umgang mit der Corona-Pandemie, mit den Bestimmungen, Erlassen und Schutzmaßnahmen?

Routine kann man nicht sagen, da die Verordnungen immer sehr kurzfristig mit unterschiedlichen Lesarten bzw. Neuerungen veröffentlicht werden. Im vergangenen Jahr wurde viel auf Hygienekonzepte gesetzt, in diesem Jahr auf die Testpflichten und Hygienekonzepte. Wobei die Testpflicht für die Sportvereine im § 8 Abs. 3 Nr. 2 ausgesetzt wurde. Ich muss aber trotzdem feststellen, dass dies für unsere 263 ehrenamtlich geführten Vereine eine große Herausforderungen ist. Denn die unterschiedlichen Verordnungen und Maßnahmen der Bundesländer und Landkreise tragen eher zur Verwirrung bei.

Was glauben Sie, wie lange noch wird das Sporttreiben durch Corona reglementiert und eingeschränkt bleiben?

In einem Interview einer großen regionalen Zeitung sagte ich bis Ostern. Teilweise ist dies auch eingetreten. Momentan wurde aufgrund der Verfügung des Landrates Kai Emanuel einigen Altersklassen (Kinder bis 18 Jahre) und den Individualsportlern kontaktfreier Sport im Außenbereich genehmigt. Die Frage ist nur: Wie lange? Meine Hoffnung ist, dass der Sport im Mai mit den entsprechenden Konzepten in vielen Bereichen wieder anläuft. Eine weitere Verlängerung des Lockdown im Sport wird diese Situation sonst weiter verschärfen. Der Mitgliederrückgang ist nur schwer aufzuhalten, da eine Vielzahl der Kinder und Jugendlichen den Bezug zum Sport verlieren.

Am Jahresanfang macht der KSB immer eine Bestandsaufnahme hinsichtlich der Anzahl seiner Mitgliedsvereine und organisierten Sportler.  Wie schauen die aktuellen Zahlen aus? 

Wie ich bereits erwähnte, haben auch unsere Mitgliedsvereine mit den eingeschränkten Bedingungen zu kämpfen. Derzeit sind 263 Vereine im Kreissportbund organisiert. Doch wie sieht es an der Basis aus: Die Sportstätten sind seit Anfang November für den allgemeinen Breitensport geschlossen. Die positive Mitgliederentwicklung der vergangenen Jahre wurde durch die zahlreichen Maßnahmen der Pandemie gestoppt. Wo wir noch drei Vereine zum Jahresende aufnehmen konnten, fielen die Zahlen der Mitgliederstatistik nicht so positiv aus. Nach Abschluss der Bestandserhebung hatten wir 1186 Mitglieder weniger zu verzeichnen. Aktuell sind 30 849 Sportler und Vereinsmitglieder im Kreissportbund organisiert, davon sind 10 959 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und    19 890 Erwachsene.

Haben Sie mit einem Rückgang           gerechnet?

Ja, aufgrund der Schließung von Sportstätten und der damit verbundenen Einstellung des Sportbetriebes haben wir bereits mit einem Rückgang gerechnet.

In welchen Altersklassen sind die meisten Abmeldungen zu verzeichnen?

Ein großer Teil der Abgänge sind Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre, aber auch Senioren ab 50 Jahre. Der Rückgang in unserem Landkreis Nordsachsen spiegelt auch den landesweiten Mitgliederrückgang des Landessportbundes Sachsen wider.

Wie kann der Rückgang gestoppt werden? Was können die Vereine tun, dass Ihnen nicht so viele Mitglieder weglaufen? Wie können Sie der gegenwärtigen Tendenz begegnen und wie sollten Sie gegensteuern?

So lange der Sportbetrieb teilweise eingestellt ist, wird dies schwierig. Aus meinen Erfahrungen heraus kann ich den Vereinen nur empfehlen, den ständigen Kontakt über ihre Kommunikationswege zwischen Mitgliedern, Sportlern, Trainern und Vorstand beziehungsweise Präsidium untereinander zu pflegen. Eine weitere Unterstützung der ehrenamtlich geführten Vereine  könnte ich mir durch die Politik vorstellen, denn oft genug wird das Ehrenamt als Rückgrat unserer Gesellschaft bezeichnet.

Welche Hilfestellung kann dabei der Kreissportbund geben?

Neben unseren telefonischen Beratungen, Newslettern und den Vereinsmails über die ständigen Neuerungen der Verordnungen wurden bereits auch Seminare online zu aktuellen Themen des Vereinsrechtes in Zeiten der Corona-Pandemie angeboten. So beispielsweise zum Thema Mitgliederversammlungen unter Corona-Bedingungen, welche Möglichkeiten der Abstimmungen zulässig ist und weitere Themen.

Wie ist die KSB-Geschäftsstelle, sind die Mitarbeiter in der aktuellen Lockdown-Situation zu erreichen?

Wir, sprich der Kreissportbund mit seinen Mitarbeitern, sind ist über unsere zentrale Rufnummer 03421 9697031 erreichbar.


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