Sonntag, 16. Juni 2019
Freitag, 11. Januar 2019

NORDSACHSEN

"Setzt dem Nonsens ein Ende"

Presseinfo

Nordsachsen. Das Thema Wolf sorgt seit Monaten in der Region für hitzige Diskussionen. Nun meldete sich der Jagdverband (JV) Torgau zu Wort. Sprecher Gerd Kettlitz stellt sich dabei voll und ganz auf die Seite der Weidgenossen Walter Lücking und Georg Elis, die jüngst in der Heimatzeitung klare Worte fanden. Wörtlich heißt es in dem JV-Schreiben

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„Besser als die beiden kann man die momentane Situation nicht beschreiben. In den Beiträgen wird klar dargestellt, was die Landbevölkerung beim Thema Wolf empfindet und wie dem entgegen die politische Situation aussieht. Die Spenden einiger Naturschutzverbände und unsere Steuergelder werden für eine Sache ausgegeben, die ihren Rahmen längst gesprengt hat und auf dem Weg ins Uferlose ist.

Seit etwa 20 Jahren breitet sich der Wolf in Deutschland ungehindert aus. Das wurde bisher keiner anderen Tierart zugestanden. Entweder wurden Regionen zur Ansiedlung oder Bestandsgrößen festgelegt. Der beim Wolf oft zitierte „noch nicht erreichte günstige Erhaltungszustand der Population“ wird nirgends genau definiert. Die dabei regelmäßig auftretende Zahl von 1000 geschlechtsreifen Individuen wurde von Huftieren abgeleitet und ist auf das Raubtier Wolf keinesfalls übertragbar.

Mit seiner Ausbreitung hat der Wolf vor allem in Ostsachsen schon zu erheblichen Problemen geführt. Da die Politik diese Entwicklung nicht ernst nimmt oder sie einfach verschlafen hat, treten diese Probleme inzwischen auch in unserer Region auf. Die Weidetierhaltung wird einer Sache geopfert, die in dem inzwischen erreichten Ausmaß jeglichem gesunden Menschenverstand widerspricht.

Neueste Meldungen von Wolfsrissen in Gattern aus Schildau und Mehderitzsch unterstreichen das nochmal deutlich. Wenn die geforderten, oft nutzlosen, aber teuren Schutzmaßnahmen nicht getroffen worden sind, bleiben die Viehhalter auf ihrem Schaden sitzen.

Wie viele Menschen gibt es, die in ihrer Freizeit die Natur und den Wald nutzen, um Spaziergänge zu machen, Pilze zu suchen, zu joggen oder sich zu erholen. Immer häufiger kommt es inzwischen auch hier in der Gegend dabei zu Wolfssichtungen. Es hat den Anschein, dass die genetisch veranlagte Scheu dieses Großraubtieres vor dem Menschen verloren geht.

Wir Jäger werden fast täglich mit dem Thema konfrontiert, sei es durch das veränderte Verhalten unseres heimischen Wildes, durch Rissfunde, durch Fragen aus der Bevölkerung oder ebenfalls durch Sichtungen. Die Jagdstrategien in Wolfsgebieten müssen verändert werden, um das Risiko für uns und auch unsere Hunde zu verringern. Manche Reviere sind nicht mehr bejagbar, weil sich unser jahrzehntelang gehegtes Wild in noch wolfsfreie Zonen zurückzieht und dann dort in Großrudeln teilweise für beträchtliche Schäden in der Land- und Forstwirtschaft sorgt.

Bei der Jagdausübung sind wir Jäger an strengste Gesetzte und Regelungen gebunden. Der Wolf darf jagen, wo, was und wann er will. Er kennt keine Schonzeiten und hat seine eigenen Reviergrenzen. Dieser Entwicklung muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Wölfe können dort auftreten, wo sie weder für Weidetiere noch für den Menschen eine Gefahr bedeuten. Vorstellbar sind beispielsweise die ehemaligen Truppenübungsplätze mit ihren weiträumigen Flächen und einem großen Wildbestand.

In der dichtbesiedelten Kulturlandschaft Deutschlands hat der Wolf in dem Umfang, wie er heute auftritt, nichts zu suchen. Wir Jäger zahlen Pacht und Gebühren dafür, den gesellschaftlichen Auftrag der Wildbestandsregulierung zu realisieren. Wir setzen unsere Freizeit dafür ein, Naturschutz durch die Erhaltung einer artenreichen Flora und Fauna zu betreiben und nachhaltig hochwertiges Wildbret zu ernten. Die jetzige Entwicklung läuft dem genau entgegen. Dem Wolf werden alle anderen Wildarten untergeordnet. Deren Schicksal ist den sogenannten Wolfsexperten egal.

Regelmäßig fragen uns Spaziergänger, wo denn die vielen Rehe geblieben sind, die die ganzen Jahre auf den Feldern standen. Die hat der Wolf nicht alle gefressen, aber sie sind so scheu und heimlich geworden, dass sie nicht mehr zu sehen sind. Sie gehören aber in unsere Kulturlandschaft!

Wir Jäger appellieren an alle Verantwortlichen, endlich aufzuwachen und diesem Nonsens ein Ende zu setzen. Erste Schritte in die richtige Richtung hat die sächsische Landesregierung Ende 2018 mit einem Entwurf gemacht, der hoffen lässt. Der Landesjagdverband Sachsen wird diesen Entwurf genauestens prüfen und sich bei der Realisierung einbringen.

Wir arbeiten für die Zukunft mit einer Natur, die artenreich und vielseitig ist. Eine Voraussetzung dafür ist auch die Weidetierhaltung. Ohne sie hätten wir bald überhaupt keine Blühwiesen mehr.

Niemand soll Angst haben, in den Wald zu gehen und Pilze zu sammeln oder Heidelbeeren zu ernten. Unsere Hunde sind Familienmitglieder und gehören dazu, wenn wir im Wald unterwegs sind. Für den Wolf sind sie Konkurrenz und damit in Lebensgefahr.

Wir hoffen, dass umgehend Regelungen geschaffen werden, der weiteren Ausbreitung des Wolfes entgegenzuwirken.“


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