Donnerstag, 14. November 2019
Sonntag, 10. November 2019

DOMMITZSCH

"So große und so viele Fische sind der Wahnsinn"

Grit Bogenhardt ist zwar nicht offiziell Dahlenbergs Fischkönigin, aber für einen Kuss mit dem Schuppenkarpfen musste sie trotzdem herhalten.Foto: Carolin Stützel

Von Carolin Stützel

Dahlenberg. Das Abfischen am Dahlenberger Dorfteich sorgte am Wochenende für einige Überraschungen.
 

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Wer in nächster Zeit einmal um die halbe Welt nach China reist und dort Sushi bestellt, ist seiner Heimat doch näher, als er vielleicht denkt. Es könnte nämlich gerade Fisch aus dem Dahlenberger Dorfteich auf dem Teller liegen. Dort fand am Samstag das alljährliche Abfischen durch den Anglerverein Eisvogel statt.

Bei der letzten Versammlung wurde bereits festgelegt, wer die Fische aus dem Wasser holt, wer die schweren Bottiche vom Wasser zum Sortiertisch trägt und wer dort die Fische nach ihrer Art sortiert. Schon eine Woche vor dem Abfischen wurde der Teich nach und nach abgelassen, sodass sich die Fische im übrig gebliebenen Wasser sammelten und man sie so besser fangen konnte. Dies geschah, indem bis zu zwölf Mann gleichzeitig in einer Reihe nebeneinander durch den Schlamm wateten und die Fische langsam zusammentrieben. Dabei hatte jeder der Fischer einen Kescher in der Hand, um die Flossentiere nach und nach aus dem Wasser zu keschern. „Den hatte ich vor Kurzem an der Angel“, rief Willi Schneider, einer der jüngeren Petri-Jünger, freudig auf, als er einen 93 Zentimeter langen Karpfen im Kescher hatte. Doch der Karpfen, war bei Weitem nicht der größte Fang an diesem Tag.

Zwei weibliche Hechte

Zwei weibliche Hechte mit einer Länge von knapp einem Meter, wurden auch aus den Tiefen des Dorfteichs an Land gezogen. Sie dürfen im Dorfteich bleiben, damit sie dort für Nachwuchs zu sorgen. Bei dieser Fischart sind nämlich ungefähr 80 Prozent männlich, sodass Weibchen unbedingt gebraucht werden, um die Art weiterhin im Gewässer zu erhalten. „Der Nachwuchs ist sicher“, freute man sich am Sortiertisch darüber, dass der letzte Neubesatz offensichtlich geklappt hatte und auch kleinere Hechte vorhanden waren. Insgesamt 99 Exem-
plare des Raubfisches durften am Ende wieder zurück in ihren Heimat-Teich.
„Auf Hecht wird gern geangelt“, erklärte René Wait, der Vorsitzende des Anglervereins die hohe Anzahl an Hechten.

Nicht so häufig vertreten und eine wirkliche Überraschung, waren fünf Aale, von denen zwei, so einigte man sich, ungefähr unterarm-dick waren. Diese seien eigentlich nicht einheimisch und stellen sehr spezielle Anforderungen an das Wasser, klärte Wait auf. Sie machten es den Fängern auch nicht gerade leicht, gefangen zu werden und schlängelten sich immer wieder aus dem Kescher heraus, in die Freiheit, bis sie letztendlich dann doch dem Netz nicht mehr entkommen konnten.

Wels war größter Fang

Doch auch die Aale konnten mit ihrer Länge und schon gar nicht mit dem Gewicht des größten Fisches mithalten. Dieser war mit ungefähr 130 Zentimetern ein Wels, der laut Klaus Ludwig, dem Vorstehenden des Fischervereins Am Teichgrund, schätzungsweise 20 Kilogramm, vielleicht auch etwas mehr auf die Waage brachte. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir hier so viele und auch so große Fische aus diesem Teich rausholen“, staunte er.

Doch wohin mit all dem Fisch? Ein Teil der Tiere, der nicht geräuchert oder direkt vor Ort geschlachtet wurde, wurde wieder in den Teich gesetzt. Darunter zahlreiche Karpfen, Hechte, der Wels und Rotfedern sowie Schleien. Ein paar Karpfen und Weißfische wurden sowohl in den Schlossteich in Trossin, als auch in den Pleckmühlteich umgesiedelt. „Graskarpfen tauschen wir mit einem regionalen Fischhändler gegen neuen Besatz, Fisch gegen Fisch sozusagen. Unsere Karpfen gehen dann unter anderem nach China, wo sie  zu Sushi verarbeitet werden“, erklärte Wait. In zwei Wochen sei der Teich dann wieder so gut gefüllt, dass der neue Besatz hinein kann.


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