Mittwoch, 25. Mai 2022
Freitag, 7. Januar 2022

NORDSACHSEN

Bernd Schlobach: "Ein dickes Fell zugelegt"

Bernd Schlobach: „Unser Feuerwehrgebäude war in die Jahre gekommen. Wir mussten handeln.“ Foto: TZ/Archiv

Von unserem Redakteur Henrik Landschreiber

Dommitzsch. Bernd Schlobach ist Wehrleiter der Stadtfeuerwehr Dommitzsch und Stadtrat. Im SWB-Gespräch erklärt er, warum die Feuerwehr einen hohen Stellenwert genießt.  

 

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SWB: Das neue Jahr ist erst wenige Tage alt. Welche Hoffnungen und Wünsche verbinden Sie mit 2022?
Bernd Schlobach:
Dass wir alle Corona gesund durchstehen und die Pandemie bald besiegen.

Corona schränkt weiter das öffentliche Leben ein. Ist die Dommitzscher Feuerwehr in irgendeiner Form betroffen?
Wir haben uns ein dickes Fell zugelegt, sind bisher gut durch die gewiss nicht leichte Zeit gekommen und haben uns an alle Maßnahmen gehalten. 96 Prozent unserer Kameraden sind geimpft.  

Gab es gar keine Einschränkungen zu beklagen?
Unsere Jahreshauptversammlung im Dezember 2021 musste abgesagt werden. Die holen wir aber schnellstmöglichst nach. Allerdings konnten alle zur Aufrechterhaltung der feuerwehrtypischen Aufgaben, sprich Ausbildung und Dienste in kleinen Gruppen, unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen durchgeführt werden. Die Wahlversammlung im Vorjahr brachten wir mit den aktiven Mitgliedern über die Bühne. Für unsere Altersabteilung tut es mir ein bisschen leid. Aber wir wollen kein Risiko eingehen.  

Wie ist die Dommitzscher Feuerwehr personell aufgestellt?
Wir konnten unsere Mitgliederzahl von 54 Aktiven kompensieren. Die gesetzlich vorgeschriebene Zahl von neun Kameraden bei einem Ersteinsatz bekommen wir zusammen. Bei der freiwilligen Feuerwehr muss eh jeder alles können. Egal, wer wann da ist. Das ist teilweise ein Spagat. Aber unser höchstes Ziel, den Grundschutz für Dommitzsch zu gewährleisten, erfüllen wir. Bis jetzt haben wir es jedenfalls immer hinbekommen.

Was war das vergangene Jahr für ein Jahr aus feuerwehrtechnischer Sicht?
Ein durchschnittlich-normales Jahr. Wir haben technische Hilfe geleistet, Brände gelöscht und rückten bei Verkehrsunfällen aus. Im Juni 2021 hielt uns ein Waldbrand in Neiden „Am Österreicher“ auf Trab.

In diesem Jahr steht der Bau der neuen Fahrzeughalle in der Bahnhofstraße auf der Agenda.
Richtig. Ab März wird mit Fördermitteln des Freistaates Sachsen gebaut, im Sommer soll die neue, vier Meter hohe Halle mit drei Stellplätzen stehen. Die Bodenplatte ist bereits gegossen. Die DIN-gerechte Sanierung unseres Feuerwehrhauses ist abgeschlossen. Schließlich war das Gebäude das erste seiner Art nach der Wende im Altkreis Torgau, und ist demzufolge in die Jahre gekommen. Die Anforderungen heute sind andere als damals. Wir mussten handeln.

Wie sehen Sie die Lage der Feuerwehren in den Ortsteilen?
Perspektivisch kommen die Gerätschaften aus den Ortsteilen bei uns unter. Ich bin für die Bündelung von Kräften, was wir eigentlich schon seit 15 Jahren praktizieren. Die Dörfer sind voll integriert: Es ist nur eine Frage der Zeit, wann dort die Feuerwehr-Standorte wegfallen. Das ist ein gangbarer Weg. Ich bin für eine klare Regelung: Feuerwehr und nicht Feierwehr. Manchmal liegen Sinn und Unsinn nur fünf Millimeter auseinander. Allerdings können wir uns immer auf die Bürgermeisterin verlassen, wenn es um Anschaffungen für die Feuerwehr geht.

Sie sind auch Stadtrat in Dommitzsch. Ich gewinne den Eindruck, dass die Stadt Schritt für Schritt aus dem Dornröschenschlaf erwacht.
Der Eindruck täuscht nicht. Wir haben zuletzt viel auf die Beine gestellt. Sei es die Fertigstellung der Umgehungsstraße, die Inbetriebnahme des Landambulatoriums, die Umgestaltung des Marktplatzes, den Abriss der alten Wohnblöcke. Mittlerweile können wir drei Bauplätze ausweisen. Junge Leute möchten sich ihren Traum vom Eigenheim in Dommitzsch erfüllen. Ich beobachte einen Trend: Aktuell hat Dommitzsch mehr Zuzug als Abgänge. Diese Entwicklung lässt sich auch an der Kapazität der Kita und des Hortes ablesen: Die Einrichtungen platzen aus allen Nähten. Es besteht dringend Handlungsbedarf.

Die Stadtentwicklung bleibt also spannend.
Ja, auch in diesem Jahr werden einige Projekte realisiert. Zum Beispiel die Gestaltung der Außenanlagen des Landambulatoriums. Diverse barrierefreie Bushaltestellen, auch in den Ortsteilen, werden gebaut.  

2022 steht in Dommitzsch die Bürgermeisterwahl im Fokus.
Richtig. Ich weiß nicht, ob sich die amtierende Bürgermeisterin Heike Karau nochmals zur Wahl stellt. Allerdings bin ich mir sicher, dass einige Kandidaten ihren Hut in den Ring werfen. Es wird auf alle Fälle spannend.

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