Samstag, 28. März 2020
Montag, 17. Februar 2020

TORGAU

Bislang konnte Torgau nur wenig zum Rekord beitragen

Ein Holzzug im Torgauer Hafen. Die Aufnahme entstand Freitag. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Torgau. Die Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH kann im gesamten Hafenverbund der SBO auf das beste Umschlagergebnis seit 1990 zurückblicken. 2019 wurden Rekordergebnisse erzielt. Für Torgau trifft das aber nicht zu. 

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Torgau. Die Torgauer Innenstadt am vergangenen Freitag. Ungewohnte Geräusche sorgen für Aufmerksamkeit. Eine Lok mit vielen Waggons rollt langsam an der Kreuzung Eilenburger Straße vorbei durchs Glacis. Sofort staut sich an den Übergängen der Verkehr. Nur kurzzeitig. Aber es reicht für das neueste Stadtgespräch: Die Hafenbahn fährt wieder, es tut sich was! Am Nachmittag werfen Spaziergänger neugierige Blicke auf das Hafengelände. Dort steht der leere Güterzug für das Beladen bereit. 

 

Sehr gute Zahlen 

Passend dazu gibt´s dieser Tage die Erfolgsmeldung der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH. Man könne im gesamten Hafenverbund der SBO auf das beste Umschlagergebnis seit 1990 zurückblicken. Insgesamt wurden an den zugehörigen sieben Standorten in Dessau/Roßlau, Torgau, Mühlberg, Riesa, Dresden, Decin und Lovosice satte 3,06 Millionen Tonnen Güter in den Häfen umgeschlagen – das sind 16 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr. Und dass trotz des zweiten langanhaltenden Elbe-Niedrigwasserjahres in Folge. Aus den Zahlen geht allerdings schnell hervor, dass die meisten Güter nicht per Schiff, sondern per Lkw und auf der Schiene transportiert wurden. „Die drei sächsischen Häfen Dresden, Riesa und Torgau (SBO GmbH) erzielten mit 2,31 Millionen Tonnen Güterumschlag das beste Ergebnis seit 1990. Das entspricht einer Steigerung von fast 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der niedrigwasserbedingte Rückgang im Schiffsumschlag (-17,55 Prozent) konnte durch eine Verlagerung der Güter auf die Bahn vollumfänglich kompensiert werden (+17,66 Prozent)“, erklärt Pressesprecherin Mandy Hofmann. Torgau habe allerdings bisher wenig zu den Rekorden beitragen können. Dennoch sprach SBO-Geschäftsführer Heiko Loroff von einem kleinen Zuwachs. Von 7545 Tonnen im Jahr 2018 auf 7928 Tonnen im vergangenen Jahr. Während 2018 alle Transporte per Lkw abgewickelt worden waren, entfielen 2019 rund 1000 Tonnen auf die Schiene und knapp 200 auf die wenigen Binnenschiffe, die in Torgau anlegten. Im Oktober wurden rund 1 000 Tonnen Düngemittel mit einer Privatbahn angeliefert und umgeschlagen. Bis April 2019 habe man vier Schiffe im Torgauer Hafen abgefertigt. Sie waren mit Container beladen. Danach ließ der geringe Pegel keinen weiteren Güterumschlag per Schiff mehr zu.  Der Hafen Torgau werde derzeit vor allem von Landhandelsunternehmen und Unternehmen der Forstwirtschaft genutzt. Daher sind es hauptsächlich Düngemittel und Stammholz , die umgeschlagen werden, heißt es. Auch der Umschlag von Containern sei ein wesentliches Geschäftsfeld im Hafen Torgau. 

 

Kein Dauerbetrieb 

Nach der Sanierung des Areals bis Mai 2018 – die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 18,6 Millionen Euro – ist es noch nicht gelungen, einen ständigen Hafenbetrieb auf die Beine zu bekommen. Die SBO sei weiterhin bestrebt, Neugeschäfte für den Hafen Torgau zu akquirieren und Bestandsgeschäfte der angesiedelten Unternehmen zu unterstützen. Die trimodale Entwicklung (Bahn,Schiff, Lkw) der Region Torgau ist dabei das Ziel, sagte Geschäftsführer Loroff. 

In Dresden lässt man sich die Laune darüber nicht verderben. Dafür sind die Ergebnisse in Riesa und Dresden zu gut. Beim Containerumschlag im Hafen Riesa wurde zum dritten Mal in Folge ein Rekordergebnis erzielt. 2019 wurden insgesamt 44.343 TEU (Containereinheiten) umgeschlagen – ein Plus von 802 TEU (+1,84 Prozent) gegenüber 2018. Das entspricht dem besten Ergebnis seit Bestehen des Containerterminals. „Die Container werden zweimal wöchentlich per Binnenschiff und fünfmal wöchentlich mit der Ganzzugverbindung AlbatrosExpress zwischen Riesa und Hamburg/Bremerhaven im Nachtsprung transportiert. Grundlage für die positive Entwicklung des Containerumschlages im Hafen Riesa ist das Anbieten von ganzheitlichen logistischen Lösungen für die angesiedelten Unternehmen und Kunden. In der temperaturgeführten Containerservicehalle werden „Leistungen rund um den Container“ angeboten“, so Sprecherin Mandy Hofmann. Das Portfolio reiche von Reparaturen, Reinigungen, Be-/Entlabelung und Sonderbau von Containern über den Einbau von Inlets, Spezial- und Sondereinbauten bis hin zu Containerstauen und  Kommissionierung sowie dem Handel und Verkauf von Containern.

Eine Steigerung von 13 Prozent konnte der Hafenverbund beim Güterverkehr per Eisenbahn verzeichnen. Mit insgesamt 911 600 Tonnen transportierter Waren auf dem Schienenweg wurde auch in diesem Segment ein Rekordergebnis erreicht. Per Eisenbahn wurden vor allem Container, Schrott, Düngemittel, Getreide und Sojaschrot transportiert.

 

(Siehe auch nebenstehendes Interview)


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