Mittwoch, 25. Mai 2022
Mittwoch, 22. Dezember 2021

TORGAU

Cornelius Pohle: "Es ist eine große Hilfe!"

Cornelius Pohle: „Wir haben ein Stück weit Vertrauen verloren.“Foto: SWB/HL

Von unserem Redakteur Henrik Landschreiber

Dommitzsch. Cornelius Pohle ist als Pfarrer im Pfarrbereich Dommitzsch-Süptitz tätig. Im SonntagsWochenBlatt erklärt er, warum langfristiges Planen nicht möglich ist.

 

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SWB: Wonach sehnen sich die Menschen aus Ihrer Sicht am meisten in der aktuellen Situation?
Cornelius Pohle:
Natürlich ist überall eine gewisse Pandemie-Müdigkeit zu spüren, weshalb die Sehnsucht nach einer schönen Perspektive wohl am größten ist. Die Menschen brauchen Zuversicht und Verlässlichkeit, dass die Situation irgendwann wieder anders, besser wird.

Ist das Vertrauen auf Gott ausreichend, um zurzeit alles zu verstehen und zu erklären?
Eine große Hilfe sogar! Das Gottvertrauen gepaart mit den Erkenntnissen der Wissenschaft und Medizin ergänzen sich. Das eine schließt das andere nicht aus.

Was wird Gegenstand Ihrer Weihnachtspredigt sein?
Aus heutiger Sicht (das Gespräch wurde am 9. Dezember geführt, die Redaktion) werden am Heiligen Abend keine großen Gottesdienste gefeiert werden können. Stattdessen wird es offene Kirchen und weitere Angebote geben. Langfristiges Planen ist nicht möglich: Wir müssen von Woche zu Woche neu entscheiden. So geht es allen.

Vor einem Jahr standen wir genau da, wo wir heute stehen. Oder sind wir einen Schritt weiter gekommen?
Zumindest fühlt es sich so an, dass wir die gleiche Lage wie vor einem Jahr haben. Dennoch haben wir dazugelernt, auch wenn die Situation nicht unbedingt schöner geworden ist. 2020 war die Situation völlig neu. Allerdings sind die Eindrücke, wie wir die Schwierigkeiten des letzten Jahres gemeistert haben, nicht so schlecht, eher positiv. Die Menschen waren dankbar, dass es überhaupt kirchliche Angebote gab.

Gab es eine Rückbesinnung auf kirchliche Werte?
Die Aussage „Not lehrt Beten“ ist kein Automatismus. Worte wie Gemeinschaft, Rücksicht und Toleranz funktionieren leider in machen Gruppen nicht. Das ist erschreckend. Differenen und Meinungsverschiedenheiten haben sich offensichtlich verschärft.

Wie verfolgen und erleben Sie die Diskussionen um das Thema Impfen?
Die Landeskirche sieht das Impfen als einen Akt der Nächstenliebe. Meiner Meinung nach ist das Impfen eine Gelegenheit, um anderen und sich selbst Gutes zu tun. Impfen senkt das Ansteckungsrisiko und verringert einen schweren Krankheitsverlauf. In Sachen Impfen sind wir zum Beispiel über die Diakonie und das Mehrgenerationenhaus in Dommitzsch gut aufgestellt.

Letztendlich muss jeder für sich die Entscheidung treffen. Können Sie als Seelsorger unterstützen und helfen?
Natürlich gibt es in  unseren Gemeinden, wie woanders auch, verschiedene Ansichten zu diesem Thema. Wichtig ist, dass beide Seiten im Gespräch bleiben.  Wie ich zu diesem Thema stehe, kann ich offen sagen und vertreten. Die Entscheidung kann ich aber keinem abnehmen.

Warum vertrauen wir Menschen uns nicht mehr, feinden uns stattdessen an?
Mit Sicherheit haben wir ein Stück weit Vertrauen verlernt.  Vertrauen ist immer etwas Gegenseitiges. Es benötigt den Bezug zu unseren Mitmenschen, um überhaupt vertrauen zu können.

Wie werden die Gottesdienste anno 2021 ablaufen?
Wie gesagt, am Heiligen Abend wird es keine Gottesdienste in Präsenz geben. Am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag gibt es dagegen Gottesdienste in bestimmten Gemeinden. Eines ist klar: Niemand muss am Heiligen Abend allein zu Hause sitzen. Begegnungen in verschiedener Form sind ja möglich.

Wie werden Sie im Einsatz sein?
Ich werde durch meinen Pfarrbereich reisen, die offenen Kirchen besuchen und mit den Gemeindemitgliedern reden. So haben wir es im Vorjahr schon gehandhabt. Und es war eine wertvolle Erfahrung, offerierte neue Möglichkeiten und wundervolle Ideen. Dadurch haben wir viele Menschen erreicht. Alles wurde durch unsere Gemeindemitglieder liebevoll gestaltet. Wichtig ist mir auch der Austausch mit meinen Kolleginnen und Kollegen.  

Haben Sie abschließend noch ein paar tröstende und aufmunternde Worte?
„Friede auf Erden“ ist ja eine zentrale Weihnachtsbotschaft. Ich hoffe, dass unsere Gesellschaft miteinander und ein jeder für sich selbst ein Stück von diesem Weihnachsfrieden erleben kann.

 

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