Mittwoch, 8. Dezember 2021
Donnerstag, 25. November 2021

FREIZEIT UND VEREINE

Der Abriss ist nicht aufzuhalten

Die Zeiten, in denen die „Heidelerchen“ an der Ecke Alte Lindenstraße/ Torgauer Straße trällerten, sind längst vorbei. Der Sound an ihrem einstigen Elternhaus in Schmannewitz kommt derzeit vom Abrissbagger. Foto: Foto: Dirk Hunger

Von unserem Redakteur (FK)

Das Elternhaus der Jacob Sisters in Schmannewitz muss weichen

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Schmannewitz. Der Ausbau der Torgauer Straße steht schon seit mehreren Jahren auf der Agenda der Stadtverwaltung Dahlen. Sichtbare Fortschritte gab es bisher kaum. Der Abriss des Elternhauses der Jacob Sisters soll dies nun ändern. Dort begannen die vier Schwestern in den 1950er-Jahren ihre glamouröse Karriere.


Im Rahmen des Großbauprojekts in Schmannewitz wird nun das Gebäude auf der Torgauer Straße 8 rückgebaut, meldete die Stadt Dahlen. Das Haus ist jedoch ein ganz besonderes in Schmannewitz: Wurde es zuletzt als Konsumverkaufsstelle genutzt, war es doch lange Zeit vor allem als Café Jacob bekannt. Die vier Töchter des Konditoren Max Jacob starteten dort mit ersten Auftritten ihre musikalische Laufbahn. Nachdem das Quartett Ende der 50er-Jahre aus der DDR flüchtete, feierten die „Schmannewitzer Heidelerchen“ besonders in den 1960er-Jahren auch international als Jacob Sisters große Erfolge.


Von der Geschäftigkeit des Cafés und dem Showglanz der Jacob Sisters ist heute in der Torgauer Straße 8 nichts mehr geblieben. Die alte, heruntergekommene Fassade verrät wenig vom einstigen Trubel um die Auftritte der Gesangsgruppe. Seit 2013 ist das Elternhaus im Besitz der Stadt Dahlen, die es von den Schwestern abkaufte. Johanna Jacob, die älteste der vier Blondinen, erzählte der Oschatzer Allgemeinen im Juni 2010, sich nicht mehr um das Haus kümmern zu können. „Dafür wohnen wir zu weit weg, wir haben so viel zu tun und wollen auch nicht zurückziehen. (...) Außerdem hängen zu viele Erinnerungen an diesem Haus. Ich würde sofort losflennen, weil ich an unsere Schwester denken müsste, mit der wir hier die Kindheit verbracht haben.“ Nachdem die jüngste Jacob Sister Hannelore 2008 verstorben ist, folgte ihr sieben Jahre später auch Johanna.


Die Pudelliebhaberinnen scheinen schon lang nicht mehr zu Besuch in ihrer Heimat gewesen zu sein. Für ihr Elternhaus haben sie sich dennoch immer die Entstehung eines Museums zur Familiengeschichte gewünscht. Dort wollten sie Gegenstände, die sie auf ihren Reisen und Touren gesammelt haben, ausstellen. Das würde auch Schmannewitz als touristisches Ziel attraktiver machen, meinte Johanna einst. Doch damit hat sie das Interesse an den Jacob Sisters wahrscheinlich überschätzt.


Als Geburtsort der berühmten Schwestern ist der Dahlener Ortsteil wohl für die meisten in Vergessenheit geraten. Besucherinnen und Besucher, die sich speziell nach ihnen oder dem ehemaligen Café Jacob erkundigen, habe es in den vergangenen Jahren nicht gegeben, so die Tourist-Information Schmannewitz. Auch Kathleen Schramm, Verantwortliche für die Region Leipzig der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH, habe bisher keine „Fananfragen“ verzeichnet. „Es gibt bestimmt Fans, die vielleicht auch eine Ausstellung zu den Jacob Sisters besuchen würden. Bei uns hat sich jedoch noch niemand speziell nach ihrem Geburtsort und möglichen Attraktionen erkundigt.“


Der Wunsch nach einem Jacob Sisters-Museum wird unter diesen Bedingungen wohl unerfüllt bleiben. Im Zuge der Bauarbeiten soll das Grundstück stattdessen für einen Fuß- und Radweg genutzt werden.

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