Dienstag, 29. September 2020
Mittwoch, 8. Januar 2020

TORGAU

Die heimlichen Mitbegründer der LAGA

Die Fotos zeugen von den zahlreichen Landes- und Bundesgartenschauen, die das Ehepaar bereits besucht hat. Rechts unten sind Annemarie Ketzel-Hilpert und ihr Mann Bernd Ketzel als Besucher des Spatenstiches im vergangenen Jahr zu sehen. Foto: privat/ TZ/Perz

von unserer Redakteurin Elisa Perz

Torgau. Ohne Annemarie Ketzel-Hilpert und ihren Mann würde es die Landesgartenschau 2022 in Torgau womöglich gar nicht gegeben. Dieses bis zu dem Zeitpunkt gut gehütete Geheimnis wurde beim Spatenstich 2019 gelüftet.

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Ganz unscheinbar mischten sich Annemarie Ketzel-Hilpert und ihr Mann Bernd Ketzel beim Spatenstich für die Landesgartenschau unters Publikum. Sie wirkten schlichtweg wie interessierte Bürger. Dabei waren die Eheleute die heimlichen „Stars“ der Veranstaltung. Denn was bis dahin kaum jemand wusste, Oberbürgermeisterin Romina Barth jedoch vierriet: Ohne sie würde es die LAGA 2022 in Torgau womöglich gar nicht geben.

2014 gaben die leidenschaftlichen Gartenschaubesucher mit ihrem Durchsetzungsvermögen den Anstoß für die Planungen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie schon seit Längerem die Idee gefasst, eine Landesgartenschau in die Große Kreisstadt holen zu wollen. Für das Ehepaar stand fest: „Wir brauchen eine LAGA für Torgau.“

Erst nein, dann ja

Mit ihrem Wunsch wendeten sich Annemarie Ketzel-Hilpert und ihr Mann an Andrea Staude, die vor der OBM-Wahl 2015 noch den Posten als Stadtchefin innehatte. Ihre Reaktion fiel laut den Eheleuten allerdings anders aus als erhofft. „Sie meinte, das könne keiner bezahlen. So eine Landesgartenschau koste Millionen Euro und es sei nicht sicher, ob die Stadt die Fördermittel dafür bekommen würde“, erinnert sich die 66-Jährige im Gespräch mit der Heimatzeitung. Für sie waren jene Aussagen Andrea Staude (Anm. d. Red.: Andrea Staude hatte 2015 vor der Wahl im Gespräch mit der Heimatzeitung erklärt, dass sie gerne eine LAGA nach Torgau holen würde. Sollte sie ein Statement zu den Äußerungen von Annemarie Ketzel-Hilpert abgeben, wird es die TZ noch veröffentlichen. Bis zum Redaktionsschluss lag heute keins vor.)  unverständlich. Torgau würde durch die LAGA aufblühen. Neue Arbeitsplätze würden entstehen. Jung und Alt könnten mit den Angeboten angesprochen werden. Daran hatte die Torgauerin keinen Zweifel.  Sie war Feuer und Flamme. Daher kämpfte sie mit ihrem Bernd weiter.  Beide wendeten sich kurz nach dem Amtsantritt von Romina Barth an die neu gewählte OBM. Zunächst wieder mit mäßigem Erfolg.

„Sie hatte es damals nicht leicht. Sie musste sich erstmal in alles reinfinden und dann kommen wir noch mit der Bitte daher, dass sie sich um eine Landesgartenschau in Torgau kümmern soll. Da war es kein Wunder, dass sie nicht gerade begeistert reagierte“, sagt Annemarie Ketzel-Hilpert lachend, die sich für ihr Gespräch mit Romina Barth aus einem weiteren Grund einen ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht hatte. Die Bewerbungsfrist für die LAGA endete in wenigen Wochen. Der hiesigen Stadtverwaltung blieb somit kaum Zeit, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Doch ein Ass hatte das Ehepaar noch im Ärmel: die Torgauer Zeitung. Oder besser gesagt die Androhung, sich an die Zeitung zu wenden, sollte sich die OBM nicht ihrem Anliegen annehmen. „Das hat funktioniert“, freut sich der LAGA-Fan noch heute mit einem Blick zurück. Der Stadtrat gab sein Okay, Torgau kandidierte als Ausrichterstadt der Gartenschau 2022,  trat gegen Glauchau, Zwickau und Zwönitz an und überzeugte. Die Jury entschied sich für die Elbestadt.

Genaue Vorstellungen

In nicht einmal mehr ganz 27 Monaten wird die LAGA in Torgau eröffnet. „Wir haben schon genau vor Augen, wie sich Torgau bis dahin entwickeln kann. Überall Blütenpracht und bunte Vielfalt. Außerdem viele Spiel- und Ruheplätze, für die sich auch das Glacis anbietet. Bänke, große Liegestühle oder steinerne Polsterkissen wären beispielsweise möglich“, beschreibt die 66-Jährige ihre Vorstellungen und denkt dabei an die zahlreichen Landes- sowie an die Bundesgartenschauen, die sie und ihr Mann bereits besucht haben. Seit 2000 waren sie jährlich auf mindestens einer der Veranstaltungen zu Gast. Unter anderem in Apolda, Großenhain, Havelberg, Premnitz oder  Oschatz. Und jedes Mal seien sie begeistert davon gewesen, wie die Städte durch die Gartenschauen aufgewertet wurden, schwärmt die Torgauerin.

Gleiches erhofft sie sich für ihre Heimatstadt. Als Gründungsmitglieder des hiesigen Fördervereins wirken sie und Bernd Ketzel dabei auch selbst kräftig mit.  Bereits jetzt stehen sie in den Startlöchern. Sobald der Kartenverkauf für die LAGA beginnt, will sich das Paar ein Kombiticket sichern, um 2022 ebenfalls die Schauen in Beelitz und Bad Dürrenberg mitzuerleben. Mit beiden Städten bildet Torgau in zwei Jahren das „mitteldeutsche Blütendreieck“.

„Wir können es kaum erwarten“, sehnen die Eheleute den Start herbei. Die Zeit bis dahin werden sie zum Teil sicher auch in ihrem eigenen Vorgarten überbrücken, in dem die früheren Betreiber des einstigen Pflückuffer Cafés zahlreiche Blumen und Sträucher angepflanzt haben. Zudem werden sie durch ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten auf Trab gehalten. Der gelernte Gärtner und die Gebrauchswerberin, die ebenfalls auf eine erfolgreiche Ausbildung zur Handelskauffrau blicken kann, sind mehrmals im Monat als ehrenamtliche Richter in Leipzig im Einsatz. Nebenbei schmeißen sie von April bis Oktober den Campingplatz in Torgau. Aber die große Leidenschaft von Annemarie Ketzel-Hilpert und ihrem Mann sind und bleiben die Besuche der Gartenschauen. Wobei die Vorfreude auf die bevorstehende  in Torgau natürlich besonders groß ist.


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