Sonntag, 24. Januar 2021
Freitag, 27. November 2020

DOMMITZSCH

Dommitzsch hält sich in der neuen Nordsachsenliga

Dommitzscher Teamfoto nach dem erfolgreichen Aufstieg 2010/11Foto: Repro

Von unserem Mitarbeiter Henry Lickfeldt

Eine neue Ära wurde vor neun Jahren mit der Bildung der Nordsachsenliga eingeläutet. Die Premierensaison im Spieljahr 2011/12 mit 14 Mannschaften fand bei den Fußballfans großen Anklang. 

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Damit wurde auf Landkreisebene den Anhängern ein wesentlich höheres Spielniveau mit mehr Tempo, besserer Technik und spielerischem Glanz geboten. Hohe Zuschauerzahlen vermeldeten Süptitz, Schildau und Dommitzsch. Die erste Saison lief vom 20. August 2011 bis zum 16. Juni 2012. 

Insbesondere auf das Abschneiden des Aufsteigers Dommitzscher SV unter der Regie von Trainer Andreas Schulze und Co-Trainer Carsten Dademasch waren die Fans gespannt. Insgesamt fünf hiesige Vereine vertraten die Torgauer Region und sorgten damit für zahlreiche Nachbarschaftsduelle. Das waren der SV Süptitz, SV RW Mehderitzsch, TSV 1862 Schildau, FSV Beilrode und Neuling Dommitzscher SV.

Frischer Wind wehte beim Aufsteiger in der Gänsebrunnenstadt. Nach vielen Jahren wurde bei den Grün-Weißen endlich wieder höherklassiger Fußball geboten und damit eine lange Durststrecke überwunden. Als vorjähriger Vizemeister der Kreisliga Torgau/Oschatz - hinter Staffelsieger FSV Oschatz - wurde der Aufstieg geschafft. Für die Dauerbrenner Christian Galla, Patrick Nicolaus, Dominik Hache, Tobias Burkhardt, Robert Mühlach, Martin Saber und Lars Wolfsteller ein Lohn ihrer intensiven jahrelangen Fitneß.

Um der neuen Herausforderung Nordsachsenliga sportlich gerecht zu werden und das gesteckte Saisonziel zu erfüllen, musste ab sofort zweimal wöchentlich intensiver trainiert werden. Der Spielerkader war mit nur 20 Akteuren dünn: Die DSV-Hoffnungen lagen auf Torjäger Robert Mühlbach, der im Vorjahr mit 20 Toren den DSV nach oben schoss. 

Der Süptitzer Zugang Christoph Herberg versprach eine Verstärkung, denn er war immer ein torgefährlicher Mittelfeldspieler mit guten Zweikampfwerten.  Zudem setzte Coach Andreas Schulze auf die eingespielte Defensive mit Galla, Nicolaus, Christopher Hanner und René Knoche – vor allem in den direkten Abstiegsduellen gegen Beilrode, Zschepplin und Zwochau.

Schon vor dem ersten Anstoß setzte der DSV-Coach realistische Ziele. „Das Minimalziel heißt Klassenerhalt. Mit dem ESV Delitzsch, SV Süptitz, FSV Krostitz und SV RW Mehderitzsch sind die neuen Gegner dicke Brocken. Außerdem ist eine Saison mit 26 Punktspielen lang, da kann viel passieren. Wir müssen alle Kräfte bündeln und von Verletzungen und Ausfällen weitgehend verschont bleiben.“

Die Ausfälle der früheren Leistungsträger David Gerngroß und Stephan Förster waren jedoch schwer  zu kompensieren. Zudem fehlten die Ex-Keeper Gühne und Tagesselle. In der Hinrunde hatte Stammspieler Patrick Nicolaus mit Blessuren zu kämpfen. Spielmacher Dominik Hache und Tommy Petzold sprangen eindrucksvoll in die Bresche. Schlitzohr Martin Saber hatte mit seinem Reichtum an Tricks viele gute Szenen. Auf die Fähigkeiten der Mittelfeldakteure Christoph Herberg, Klemens Reichelt und Lars Wolfsteller war Verlass.

Wie erwartet war der Saisonbeginn schwer, denn gegen die Favoriten SV Süptitz (daheim 0:4 vor 225 Fans) sowie auswärts in Krostitz (1:5), Delitzsch (1:7) und Radefeld (1:6) setzte es klare Niederlagen. Neu-Torwart Benjamin Fitzsche flogen die Bälle nur so um die Ohren. Dann schlug noch das Verletzungspech zu. Marten Lischke verletzte sich ausgerechnet beim ersten Saisonsieg am dritten  Spieltag. 4:1 daheim hieß es gegen die Reserve vom FC Eilenburg mit den Torschützen Tobias Burkhardt, Matthias Haß und Robert Mühlbach (2). Der Bann war gebrochen.

Angeschlagen waren Christian Kurth und Matthias Haß, die nicht über die volle Spielzeit gehen konnten. Aber gerade Routinier Haß zeigte bei seinen 14 Einsätzen große Klasse, denn mit acht Saisontoren wurde er zweitbester Torschütze beim DSV. Flügelflitzer Nico Pottecz imponierte mit Schnelligkeit, vielen Flanken und Torvorlagen, die meistens Robert Mühlbach vollendete. Die vier Siege in der Hinrunde waren das 4:1 gegen Eilenburg II, 2:0 gegen Concordia Schenkenberg, 2:1 in Oschatz sowie 2:1 gegen SV FA Doberschütz. 

Beim 2:0 gegen Schenkenberg erzielten mit Martin Saber und Lars Wolfsteller zwei Stammspieler die Tore, die über das gesamte Spieljahr quirlig und torgefährlich agierten. Mit einem spektakulären 4:4-Unentschieden in Beilrode und mit dem dreifachen Torschützen Matthias Haß beendete der DSV die Hinrunde mit der Bilanz von 24:41 Toren und 14 Punkten auf Platz elf. Optimismus verbreitete sich bei der Weihnachstfeier, den der Klassenverbleib war ja noch zu erreichen. Der Vorsprung auf die zwei Abstiegsränge betrug zur Winterpause vier Zähler.

In der Rückrunde stand Keeper Weber zwischen den Pfosten. Beide Derbys gegen SV Süptitz (0:4 und 0:5) fanden vor über 200 Besuchern statt. Am Ende verbuchten die Gänsebrunnenstädter tolle 1.450  Zuschauer in 13 Heimspielen. Nach einem 1:5 gegen Krostitz, 2:5 in Delitzsch, 2:3 in Zschepplin und 0:5 gegen den Radefelder SV brach das Torverhältnis ein. Trainer Andreas Schulze machte dafür die fehlende Routine der jungen Spieler verantwortlich.  Das Leistungsgefälle in der neuen Spielklasse war enorm. Es gab viele hohe Resultate.

Die Feldverweise für René Knoche, Klemens Reichelt und Tommy Petzold mussten nicht sein und schadeten dem DSV-Team. Im Fußball zählen aber nicht zuerst das Torverhältnis und Feldverweise,  sondern die Punkte. Und tatsächlich konzentrierten sich die Grün-Weißen auf die wichtigen direkten Abstiegsvergleiche gegen Oschatz, Zwochau und Beilrode. Nun entbrannte große Leidenschaft und Kampfgeist bei allen Akteuren.

Auch das Rückspiel gegen die Eilenburger Reserve wurde am 16. Spieltag nach Treffern von Christoph Herberg, Robert Mühlbach und Martin Saber mit 3:1 Toren für den DSV entschieden. Beim 2:2 gegen Mitaufsteiger FSV Oschatz nach Treffern von Robert Mühlbach und Tobias Burkhardt gab man eine klare Führung aus der Hand. Doch mit einem energischen Schlussspurt schafften die Dommitzscher den Klassenverbleib.

Und wieder war agile Robert Mühlbach der entscheidende Torjäger. Ob als Kopfballspieler, Strafstoßschütze oder Abstauberjoker - der Dommitzscher Mittelstürmer war vor dem Tor durch seinen Instinkt nicht zu stoppen und traf nach Belieben. Im direkten Kellerduell am 22. Spieltag siegten die Dommitzscher mit 1:0 beim SV Zwochau durch den Treffer von Mühlbach nach Vorlage von Nico Poettecz. Zudem hielt Torwart Weber einen Zwochauer Foulstrafstoß.

Begeisterung löste bei den Fans das Derby am 23. Spieltag gegen den spielstarken Tabellenvierten SV RW Mehderitzsch auf. Tommy Petzold, Matthias Haß und zweimal Robert Mühlbach verwandelten ein aussichtsloses 0:3 noch in einen fantastischen 4:3-Triumph. Die 190  Zuschauer sahen ein tolles Derby und feierten vorzeitig den Klassenverbleib. Nach diversen Personalsorgen durch Verletzungen halfen nun Kuhnert und Schmidt aus. 

Nach der 0:8-Pleite in Doberschütz und dem 1:5 in Schildau gab es am letzten Spieltag den Saisonabschluss gegen den FSV Beilrode, der am 16. Juni 2012 über die Bühne ging. Und es sollte ein denkbares Saisonfinale für beide Seiten geben, an dem selbst der Dommitzscher Co-Trainer Carsten Dademasch mit einem Kurzeinsatz beteiligt war. Nach den vier Toren von Matthias Haß, Robert Mühlbach (2) und Lars Wolfsteller verbuchten die Gänsebrunnenstädter mit dem 4:1 gegen Absteiger FSV Beilrode einen glänzenden Abschluss.

Die meisten Spiele verbuchten in der Saison 2011/12 Dominik Hache, Tobias Burkhardt und Robert Mühlbach mit jeweils 24 Einsätzen. Dann folgen Christoph Hanner und Nico Pottecz mit jeweils 23 Punktspielen.  Patrick Nicolaus verbuchte 22 Einsätze - bei allerdings zwölf Auswechslungen. Mittelfeldmotor Lars Wolfsteller bestritt 21 Spiele und erzielte dabei fünf Tore. Jeweils 20 Punktspiele absolvierten die Stammkräfte Clemens Reichelt und Christian Galla. Christoph Herberg kam auf 19 sowie René Knoche und Martin Saber auf je 18 Punktspieleinsätze. Die Keeper Benjamin Fritzsche und Weber standen jeweils 13 Spiele im Tor.

Jubel dann nach dem letzten Schlusspfiff bei den Fußballmännern vom Dommitzscher SV und ihrem Trainer Andreas Schulze. Im ersten Spieljahr hatte der DSV vor acht Jahren den Klassenverbleib mit der Bilanz von 46:86 Toren und 28 Punkten geschafft. Dafür hatte es Zschepplin und Beilrode ganz unten als Absteiger erwischt. Enttäuschung also beim FSV Beilrode und Coach Matthias Kramp. Der ostelbische Traditionsverein musste mit nur elf Punkten als Schlusslicht absteigen.

Das Fazit von DSV-Trainer Andreas Schulze fiel nüchtern aus: „Es war eine harte Saison über 26 Punktspiele mit vielen hohen Niederlagen gegen übermächtige Konkurrenz. Aber in den entscheidenden Begegnungen gegen die Abstiegskonkurrenz haben wir die wichtigen Punkte geholt und guten Kampfwillen gezeigt.  Ein Dank gilt allen 20 eingesetzten Akteuren, den treuen Zuschauern und allen Vereinsmitgliedern!“

Abschlusstabelle Nordsachsenliga 2011/12:

1. ESV Delitzsch                     26     87:20       65

2. SV Süptitz                           26     79:28       56

3. FSV Krostitz                        26     82:40       46

4. SV RW Mehderitzsch          26     49:30       44

5. SV FA Doberschütz             26     52:44       44

6. Radefelder SV                     26     44:34       42

7. Concordia Schenkenberg    26     58:42       41

8. TSV 1862 Schildau              26     49:49       39

9. FSV Oschatz (N)                 26      47:59       31

10. FC Eilenburg II (N)               26     38:52       31

11. Dommitzscher SV (N)          26      46:86       28

12. SV Zwochau (N)                   26     38:63       20

13. SV Zschepplin                      26     32:107     17

14. FSV Beilrode                        26      23:70      11

 

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