Dienstag, 19. Oktober 2021
Donnerstag, 14. Oktober 2021

OSTELBIEN

Jens Helemann: "Mein Lebenswerk stirbt nicht!"

Jens Helemann: „Ziel ist es, eine Interessengemeinschaft als Nachfolger der Arbeitsgemeinschaft zu gründen.“Foto: SWB/HL

Von unserem Redakteur Henrik Landschreiber

Falkenberg. Im SWB-Gespräch erklärt Jens Helemann, seit 23 Jahren Chef der Arbeitsgemeinschaft Aquaristik AG Falkenberg/Elster, warum  die Aquaristik- und Terraristik-Tage abgesagt werden mussten.

 

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SWB: Eigentlich sollten am Wochenende, 16. und 17. Oktober, die Aquaristik- und Terraristik-Tage im Haus des Gastes in Falkenberg stattfinden. In der Vorwoche sagten Sie ab, warum?
Jens Helemann:
Ganz einfach: Die Aquaristik AG Falkenberg/Elster konnte die Auflagen, die problematische Umsetzung der Testpflicht (gültiger 24-Stunden-Test) nicht erfüllen. Die Genehmigung seitens des Gesundheitsamtes lag vor. Allerdings stand für uns die Frage: Wie sollen wir die Testpflicht erfüllen, wenn die Tests seit vergangenen Montag kostenpflichtig sind? Wir standen mit zwei Testzentren, die vor dem Haus des Gastes testen wollten, in Verbindung. Die 2G-Regelung lehnen wir ab. Deshalb haben wir uns entschlossen, einen Schnitt zu machen. Ich wollte nicht das finanzielle Risiko tragen und die Haftung übernehmen. Das Ärgerliche ist, dass wir in den Startlöchern standen, viele Anmeldungen von Züchtern, Anbietern und Referenten hatten.

Was waren die Beweggründe, die AG Aquaristik Falkenberg/Elster ganz aufzulösen?
Eines vorweg: Die Aquaristik AG ist quasi mein Lebenswerk – ich war seit 23 Jahren immer mit Herzblut bei der Sache. In der Spitze betreute ich 20 Kinder und Jugendliche. Seit Corona stellte ich ein mangelndes Interesse seitens der Kinder und Eltern fest, erste Kinder traten aus der AG aus, einige wollten kein eigenes Aquarium haben. Kaum einer möchte das Hobby auch zu Hause leben. Von November 2020 bis April 2021 kümmerte ich mich täglich allein um die Aquarien und Terrarien in unserem Vereinsdomizil in der Karlstraße 17. Ich bin enttäuscht, dass das Interesse so schlagartig gesunken ist. Auch in Vorbereitung der Aquaristik- und Terraristik-Tage erhielt ich kaum Unterstützung. Das ist nicht mein Anspruch, alles allein bewerkstelligen zu müssen. Es kam alles Negative in kurzer Zeit zusammen.

Wie geht es Ihnen mit der Entscheidung?
Mittlerweile bin ich darüber hinweg, auch wenn immer noch Wehmut und Enttäuschung mitschwingen. Ich möchte eine lose Interessengemeischaft gründen (IG), ohne Räumlichkeiten. Stattdessen soll auf regelmäßigen Treffen diskutiert und gefachsimpelt werden. Wir wollen auch wieder Kinder und Jugendliche ansprechen, sie für unser Hobby begeistern. Wir haben Interessenten in Torgau, Wittenberg, Cottbus, im gesamten Landkreis Elbe-Elster. Alle sind sich einig: Die AG darf nicht sterben, auch die Aquaristik- und Terraristik-Tage, die wir im kommenden Jahr wieder durchführen möchten, nicht! Dafür hänge ich zu sehr daran und die Züchter stehen hinter mir. Wir haben uns aufgrund der sehr guten Kinder- und Jugendarbeit einen guten Namen im Osten Deutschlands – ach was, in ganz Deutschland gemacht.

An welche Höhepunkte der AG-Geschichte erinnern Sie sich?
Die AG Aquaristik gibt es seit 23 Jahren: Mit der Einschulung meines Sohns Chris wuchs mein Interesse stetig. In der Grundschule gab es einen Kellerraum, wo ich die AG schrittweise aufbaute. 2006 zogen wir in die ehemalige Schulküche um, wo wir ideale Räumlichkeiten vorfanden. Mithilfe der Eltern und Sponsoren wuchsen wir. Alles lief top: Wir hatten uns einen Namen gemacht. Besonders die Vereinsfahrten zu Messen und Börsen sowie die Fahrten zu Weltmeisterschaften, wo wir häufiger sehr erfolgreich abschnitten, sind erinnerlich geblieben.

Hat Corona den Auflösungsprozess beschleunigt?
Ein klares Ja. Leider hat Corona einen Teil der Kinder faul gemacht. Ich sehe die fehlende Gemeinschaft während des Lockdowns und die sozialen Medien als Hauptgrund. Ich bin  traurig, dass sich die Schule nicht gemeldet hat. Vielleicht hätte ich das Interesse mit Führungen wieder wecken können. Aktuell sind fünf Jugendliche und sieben Kinder Mitglied in der AG.

Können Sie kurz die Faszination des Hobbys beschreiben?
Die Aquaristik ist eine eigene Welt hinter Glas, für die man selbst zuständig ist. Diese „heile Welt“ kann man in Ordnung halten und einen eigenen Lebensraum gestalten.

Was geschieht mit Fischen, Pflanzen, Aquarien, Reptilien & Co.?
Am Samstag, dem 30. Oktober, laden wir von 11 bis 17 Uhr in die Räumlichkeiten der AG in die Karlstraße 17 nach Falkenberg, wo es einen entsprechenden Abverkauf geben wird. Zudem gibt es bei einer Tombola wertvolle Preise zu gewinnen.

¦    Abverkauf von Fischen, Pflanzen und Zubehör bei der AG Aquaristik am Samstag, dem 30. Oktober, von 11 bis 17 Uhr in der Karlstraße 17 in Falkenberg.

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