Donnerstag, 20. Januar 2022
Donnerstag, 13. Januar 2022

GESPRÄCH AM SONNTAG

Bodo Jakwert: "Nichts von der Stange"

Bodo Jakwert: „Ich führe den PORTAS-Fachbetrieb seit 31 Jahren, das macht mich schon ein bisschen stolz.“ Foto: SWB/HL

Von unserem Redakteur Henrik Landschreiber

Bodo Jakwert über Unsicherheit, einen Zeitungsartikel und Dekore aus Eiche

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Gräfendorf. Seit Februar 1991 betreibt Bodo Jakwert aus Gräfendorf bei Herzberg erfolgreich einen PORTAS-Fachbetrieb. Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch erklärt er, warum der Respekt für das Handwerk wieder gestiegen ist.

 

SWB: Spüren Sie in Ihren Auftragsbüchern, dass die Menschen durch Corona verstärkt Wert auf die Gestaltung in den eigenen vier Wänden legen?
Bodo Jakwert: Auf alle Fälle, ja. In den letzten zwei Jahren gab es verstärkt Aufträge. Ich habe viel Arbeit.


Sind Sie als Betrieb in irgendeiner Art und Weise von den Auswirkungen der Pandemie betroffen?
Weniger, nein. Anfangs war die Unsicherheit größer. Drei, vier Aufträge haben sich durch Corona zeitlich etwas nach hinten verschoben. Ansonsten hält sich das wirklich in Grenzen.


Zuletzt sorgten Engpässe beim Material und Lieferschwierigkeiten für Schlagzeilen. Sind Sie auch betroffen?
Nein, im Großen und Ganzen geht es. Nur in Einzelbereichen wie zum Beispiel bei den Verlege- und Ausgleichsplatten bei Treppen gibt es kurze Wartezeiten. PORTAS bedient eine spezielle Marktlücke, verwendet patentiertes Material, welches nicht frei im Handel erhältlich ist.  


Wie wurden Sie PORTAS-Fachbetrieb?
Vor der Wende arbeitete ich als Betriebshandwerker auf der LPG. Nach der Wende las ich einen Zeitungsartikel, wo PORTAS Mitarbeiter suchte. Dann ging alles sehr schnell. Ich bewarb mich, wurde zu einem Gespräch eingeladen und ich eröffnete im Februar 1991 den PORTAS-Fachbetrieb in Gräfendorf. Meine heutige Werkstatt diente der LPG früher als Stall und Garage. Auf die 31 Jahre, die ich mittlerweile am Markt bin, kann ich schon ein bisschen stolz sein. (lacht)


Was ist das Besondere an Ihrer Arbeit, wo lauern die größten Herausforderungen?
Das Besondere ist, dass wir ein Nischenbetrieb sind. Das heißt: Wir lassen hauptsächlich aus alten Dingen Neues entstehen – sei es bei Gleittürschränken, Treppen, Innen- und Außentüren oder speziellen Einbauschränken nach Maß. Jede Arbeit ist anders und vielfältig: Nichts gibt es vom Fließband. Ich mache jeden Tag etwas anderes, arbeite flexibel und bin anpassungsfähig. Alle Leistungen und Produkte werden nach individuellen Kundenwünschen ausgeführt und gestaltet – nichts ist von der Stange.


Im Prinzip arbeitet Ihr Betrieb schon immer umweltfreundlich und nachhaltig – wie es heute immer so schön heißt.
Richtig. Es gibt kaum Abfall: Das Aufarbeiten von Türen, Treppen und Küchen ist nachhaltig. Bei Küchen werden lediglich die Fronten getauscht, das Grundmaterial des Korpus bleibt erhalten.


Wo arbeiten Sie die meisten Ihrer Aufträge ab?
Hauptsächlich im Dreiländereck, also in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt – im Prinzip in den Altkreisen Herzberg, Jessen und Torgau.
Wie setzen Sie Trends und die neuesten Entwicklungen der Branche um?
Das Gute ist, dass PORTAS eine Marktbeobachtung und Marktforschung betreibt. Die Produkte sind patentiert und werden nach Kundenwünschen gestaltet.  


Kommt Althergebrachtes bei den Trends immer wieder?
Ja. Dekore aus Eiche, zum Beispiel, waren nie ganz weg. Sie sind heute in einer neuen Form und in hellen Farben und Grautönen wieder da. Zudem ist Buchendekor bei Möbelfronten, Türen und Treppen angesagt.   


Mit wie vielen Mitarbeitern bestreiten Sie Ihren Beruf? Wie steht es mit der Ausbildung und ist die Nachfolge geregelt?
Im Prinzip bin ich Einzelkämpfer,  im Hintergrund arbeiten zwei Mitarbeiter ein bisschen mit. Da ich kein Handwerksmeister bin, bilde ich nicht aus. Wenn sich ein handwerklich begabter Quereinsteiger oder Existenzgründer finden würde, wäre ich nicht abgeneigt. Ich habe aber wenig Hoffnung, dass ich jemand einarbeiten kann, der dann die Absicht hat, den Betrieb auch zu übernehmen.  


Hat Handwerk noch immer  „goldenen Boden“?
Was die eigentliche Arbeit betrifft, ja. Auch der Respekt für unsere Arbeit ist wieder gestiegen. Die Zeiten, wo man mit Handarbeit reich werden konnte, scheinen aber vorbei zu sein.

 

PORTAS-Fachbetrieb von Bodo Jakwert in Gräfendorf, Informationen per Telefon 03535 6290, E-Mail info@jakwert.porta.de oder auf www.jakwert-portas.de

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