Sonntag, 20. Oktober 2019
Donnerstag, 11. Juli 2019

LOKALGESCHEHEN

Ein Pflichtbesuch für Cineasten

Das Fimmuseum Potsdam in all seiner Pracht. Foto: Filmmuseum Potsdam

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Potsdam. Das Potsdamer Filmmuseum zeigt 100 Jahre deutscher Filmgeschichte in all ihren Facetten. In diesem Jahr locken außerdme zwei Sonderausstellungen Filfans und Gelegenheitsgucker in das Museum.

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„Geh doch mal raus“, „Unternimm doch mal was“, „Hock nicht immer nur vor der Glotze“. Als wahrer Filmfan hat man es im Leben nicht leicht. Besonders im Sommer, wenn draußen die Sonne lacht und die Vöglein zwitschern bekommt man, je nach Alter von Mutter, Freundin oder Ehefrau solche oder so ähnliche Sätze entgegengeworfen. Irgendwo ist das ja auch verständlich. Das gute Wetter will genutzt werden und Aktivitäten außerhalb der eigenen vier Wände können auch für eingefleischte Filmfans durchaus ihren Reiz haben. Zum Beispiel das Potsdamer Filmmuseum. Hier können nicht nur Jahrzehnte der deutschen Filmgeschichte bestaunt werden, auch stetig wechselnde Ausstellungen begeistern Filmfans aber auch Gelegenheitgucker gleichermaßen.

100 Jahre Filmgeschichte

Das Filmmuseum Potsdam residiert seit 1981 im Marstall neben dem wiedererbauten Stadtschloss, heute Sitz des Brandenburger Landtags, in Potsdams historischer Mitte. Das Bauwerk ist 1685 als kurfürstliche Orangerie errichtet worden. Seitdem hat das Gebäude eine wechselvolle Geschichte mit unterschiedlichen Nutzungen erfahren. Das Museum gehört seit 2011 zur Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf.

Die ständige Ausstellung „Traumfabrik. 100 Jahre Film in Babelsberg“ zur Geschichte des Medienstandortes Babelsberg zeigt erlebnisorientiert und unterhaltsam den Vorgang der Filmentstehung von der ersten Idee bis zur Premiere.    Wechselnde Ausstellungen eröffnen den Blick zu verschiedensten Medienthemen. Das Kino lädt zu Filmreihen mit internationalen Gästen oder Stummfilmvorführungen mit Live-Begleitung an der Welte-Kinoorgel ein. Die wachsenden Sammlungen zur Babelsberger Filmgeschichte sind eine Fundgrube für Besucher und Ausstellungsmacher. In diesem Jahr werden noch zwei ganz besondere Sonderausstellungen dem Publikum präsentiert, die eine davon läuft bereits, die andere steht schon in den Startlöchern.

Die Plakate im Fokus

Mit Blick auf die Filmwerbung und ihre vielfältigen Gestaltungsformen wirft die Ausstellung „Plakativ“ noch bis zum 18. August neues Licht auf jenen Teil der deutschen Filmgeschichte, der mit der größten Katastrophe des 20. Jahrhunderts verbunden ist. Im Zentrum der Ausstellung steht die Zeit der nationalsozialistischen Diktatur: Die Geschichte von Filmpolitik und Werbung wird hier parallel gesetzt mit der Geschichte einer ideologischen Radikalisierung, die bereits 1933 im Ausschluss von Juden aus der deutschen Filmindustrie erkennbar ist und während des Zweiten Weltkriegs im Holocaust mündete.

Neben Plakaten zu Kriegs- und Propagandafilmen, Melodramen und Filmbiografien heroischer Männer sind auch rare Plakate für deutsche Filme aus Belgien, Frankreich, Finnland und Schweden zu sehen. Gerahmt wird dieser Schwerpunkt auf der NS-Zeit durch Plakate aus den Krisenjahren der Weimarer Republik und einen Ausblick auf die frühen Nachkriegsjahre, in denen die Weichen für eine geteilte Filmgeschichte in Ost und West gestellt wurden. Die Ausstellung präsentiert einen Querschnitt aus der Sammlung „The Gillespie Collection“ aus Sydney in Australien.

Nicht nur gucken sondern machen

Im Rahmen dieser Sonderausstellung bietet das Filmmuseum außerdem noch zwei Ferienworkshops an. Bei „Think Big! Ganz große Kinoplakate“ geht es um eben diese. Karsten Wenzel, einer der letzten Berliner Plakatmaler, lädt dazu ein, mit ihm gemeinsam großformatige Kinoplakate zu gestalten. Es geht um handwerkliche Tricks, um künstlerische Techniken und um eure eigenen Ideen und Entwürfe. er Workshop richtet sich an Kinder und Jugendliche von 13 bis 18 Jahren und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler gefördert.

Und auch beim zweiten Workshop mit dem Namen „Hängen geblieben“ dreht sich alles um die Filmplakate. Die Teilnehmer werden das Medium „Plakat genau unter die Lupe nehmen und sich mit Fragen wie „Wieso gibt es in Zeiten von Internet und TV überhaupt noch Plakate? Und wie macht man überhaupt gute Plakate?“ stellen. Der Workshop ist für Kinder ab 12 Jahren geeignet, kann jedoch auch von Jugendlichen und Erwachsenen besucht werden. Weitere Informationen dazu sind unter www.filmmuseum-potsdam.de zu finden.

Bühne frei für den Sandmann

Im Winter steht im Museum dann eine Ausstellung auf dem Programm, welche besonders junge, aber auch jung gebliebene Gäste begeistern sollte und sich mit einer der ikonischsten Figuren der deutschen Fernsehgeschichte auseinandersetzt. Dem Sandmann. Dieser war Publikumsliebling in der DDR und ist es heute bundesweit. Dreißig Jahre lang wurde „Unser Sandmännchen“ aus dem Fernsehzentrum in Berlin-Adlershof in ost- und auch westdeutsche Wohnzimmer gesendet. Im Zuge der deutsch-deutschen Wiedervereinigung verhinderte eine riesige ostdeutsche Fangemeinde in einem Akt seltener Entschlossenheit die Abwicklung der Sendung, mit deren identitätsstiftender Kraft niemand gerechnet hatte.

2019 wird „Unser Sandmännchen“ 60 Jahre alt, aber statt älter zu werden wurde er in seiner Heimstätte, dem Rundfunk Berlin Brandenburg, behutsam modernisiert und auch in die digitale Welt überführt. So ist zum Beispiel in der Sandmann App, die jeweils aktuellste Folge durch Kinder gebärdet abrufbar und ist dadurch Gehörlosen in der ganzen Welt digital zugängig.
Der 60. Geburtstag ist Anlass für eine neue Familienausstellung, „Mit dem Sandmann auf Zeitreise“, im Filmmuseum Potsdam, die in enger Zusammenarbeit mit dem rbb Fernsehen entsteht. Im Mittelpunkt stehen ab dem 11. November neben den beliebten Figuren und legendären Fahrzeugen aus der ersten, analogen Lebenshälfte des Sandmanns erstmals auch aktuelle Objekte.

All diese Schaustücke werden zu Protagonisten einer ganz neuen Ausstellungserzählung für die nachgewachsene Sandmanngeneration: Unser Sandmännchen lädt ein zur Zeitreise in die Zukunft und in die Vergangenheit. Die Besucher durchlaufen drei Sets – ein Raumschiff, einen Märchenwald und eine Sandmannwerkstatt, miteinander durch „Zeitreiseschleusen“ verbunden – und entdecken dabei die Vielfalt und den Reichtum aus sechs Jahrzehnten Sandmann-Produktion: zwischen Sandmann-App und Gebärdensandmann, Papierkorbleermaschine und Senkrechtstarter, Orbitalstation und Märchenkutsche ist der Blick zurück ebenso spannend wie der in die Zukunft. Zeitgeschichte erleben Kinder aber auch Erwachsene auf unterschiedlichen Ebenen, so können sich Generationen über Geschichte und Geschichten austauschen.
Die begehbaren, einfühlsamen, multimedialen Sets laden die Besucher in eine Welt voller magischer Momente ein.


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