Mittwoch, 13. November 2019
Freitag, 27. Juli 2018

TORGAU

Einbindung oder Mietgaragen

Ein Großteil der Garagenbesitzer begab sich am Donnerstag unter anderem mit Andreas Huth (vorne rechts) auf einen Rundgang.Foto: TZ/Perz

von unserer Volontärin Elisa Perz

Wird der Garagenkomplex im Repitzer Weg abgerissen oder nicht? Um diese Frage drehte sich am Donnerstagnachmittag das Treffen zwischen einem Großteil der 90 Garagenbesitzer im Repitzer Weg und Romina Barth.

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Die Oberbürgermeisterin wollte sich vor Ort unter anderem gemeinsam mit Bettina Klein, der Beauftragten für die Landesgartenschau 2022 in Torgau, und Andreas Huth, dem Geschäftsführer der Torgauer Wohnstätten GmbH, ein Bild der jetzigen Lage machen und ihr erster Eindruck fiel deutlich positiver aus als noch vor rund einem Jahr: „Ich bemerke eine sichtliche Verbesserung. Mehrere Tore wurden gestrichen, Unkraut entfernt. Das verdient meinen Dank und Respekt.“

Anschließend nahm sie die Anwesenden mit auf einen Rundgang über das Gelände. Einige Besitzer öffneten sogar ihre Garagen und gewährten einen Einblick. Während viele der Zellen äußerlich gut daher kamen, waren bei anderen nach wie vor Mängel erkennbar: Beschmierte Wände, die ihre besten Zeiten teilweise hinter sich hatten, und wucherndes Grün vor den Toren.

Mit Herzblut verbunden

Doch ungeachtet des Zustandes der Garagen wurde während der Begehung spürbar: Die Besitzer hängen an ihrem Hab und Gut. „Wir sind mit Herzblut mit den Garagen verbunden, haben viel Arbeit und viel Geld investiert. Beispielsweise haben wie ein eigenes Abwassersystem und eine Stromversorgung errichtet. Einige von uns haben die Garagen 1974 sogar selbst mit aufgebaut“, betonte Karin Noack. Sie hatte sich im Mai gemeinsam mit Günter Sonnekalb an die TZ gewandt und von der Sorge berichtet, die Garagen müssten wegen des für die LAGA vorgesehenen Demonstrationsobjektes „Junge Gärten“ weichen. Der bisherige Plan hierfür sieht vor, dass sich das Objekt über die Fläche des Bahngeländes und des ehemaligen ABT-Geländes erstreckt. Deshalb soll auch die Asylbewerberunterkunft abgerissen werden.

„Wir sehen, wie wichtig Ihnen die Garagen sind. Daher schlagen wir folgenden Kompromiss vor“, kam Romina Barth zum Wesentlichen. Die Stadtverwaltung habe den Gewinner des Architektenwettbewerbs, das Architektenbüro Station C 23 aus Leipzig, gebeten, einen Alternativvorschlag zu unterbreiten, in dem der Garagenkomplex mit eingebunden wird. Das sei im Vorfeld aufgrund der Bestimmungen des freiraumplanerischen Wettbewerbs nicht möglich gewesen. „Dieser sollte innerhalb der nächsten vier Wochen bei uns eingehen, sodass wir uns nach dem Tag der Sachsen erneut zusammenfinden können.“ Bei jenem Treffen soll überlegt werden, welche Maßnahmen seitens der Garagenbesitzer nötig sind, um den Komplex ordentlich zu präsentieren. Denn das ist die Bedingung des Übereinkommens. Die Nutzer müssen sich selber einbringen und Hand anlegen, können gerne schon vor dem nächsten Treffen eigene Ideen entwickeln.  

Der ein oder andere Besitzer gewährte Romina Barth (rechts), Andreas Huth (Mite) und den weiteren Anwesenden einen Einblick in seine Garage. Foto: TZ/Perz

Sollte diese Forderung der Stadt nicht erfüllt werden und es doch zum Abriss kommen, gibt es für die Betroffenen bereits einen Alternativstandort. Auf der bisher ungenutzten Fläche auf der rechten Seite der Döbernschen Straße aus Richtung Wolffersdorffstraße kommend kurz vor dem Bahnübergang würde die Wohnstätten GmbH neue Garagen errichten. „Die baurechtlichen Angelegenheiten sind zwar noch nicht geprüft. Aber ich gehe davon aus, dass nichts gegen den Platz spricht. Die dortigen Garagen könnten Sie dann mieten“, bot Huth den Anwesenden an, die darauf gar nicht begeistert reagierten. Schließlich würde das für sie einen erheblichen Mehraufwand an Kosten bedeuten. Bis jetzt bezahlen die 75 Privatbesitzer 40 Euro pro Jahr für Pacht und Grundsteuer. Für die 15 Zellen am Repitzer Weg, die der Stadt gehören, müssen die Mieter momentan 25 Euro bezahlen. Nimmt man also diesen Wert als Grundlage für eine Beispielrechnung, wären es für die jetzigen Privatbesitzer 260 Euro, die sie jährlich zusätzlich zu den bisherigen 40 Euro aufbringen müssten.

Hoffnung stirbt zuletzt

„Dabei würde es bei den 25 Euro sicherlich nicht bleiben und selbst wenn, berechne ich mit dieser Summe die Miete für die nächsten zehn Jahre und addiere noch das Geld, das ich in meine jetzige Garage investiert habe, verliere ich ungefähr 15 000 Euro“, fasste Sonnekalb am Donnerstag nach dem Treffen mit der Oberbürgermeisterin gegenüber der TZ zusammen. Für ihn stand demnach ganz klar fest: „Ich habe kein Interesse an einer Mietgarage, sollte es zum Abriss kommen. Dafür hätte ich ohnehin kein Verständnis. Denn es gäbe genügend Ausweichfläche für die ,Jungen Gärten‘.“ Deshalb machte Sonnekalb klar, dass er sich den Rechtsweg offen halten möchte und im Notfall einen Rechtsvertreter hinzuzieht, um den Entschädigungsanspruch der Besitzer durchzusetzen. Dieser ist in der sogenannten Investitionsschutzfrist festgehalten, die erst im Jahr 2022 ausläuft.  

Dies kommt aber nur im Ernstfall – der nach der Aussage der Oberbürgermeisterin möglichst vermieden werden soll, da sie an einer Kompromisslösung mit den Garagenbesitzern interessiert ist – zum Tragen. Gegen die Idee, die Garagen bei der LAGA gestalterisch mit einzubinden, hat Sonnekalb auch nichts einzuwenden. Er hat sogar bereits Anregungen im Kopf, welche Verbesserungen bis dahin vorgenommen werden könnten. „Ich wünsche mir sehr, dass die Garagen erhalten bleiben und wie sagt man so schön: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.“

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