Samstag, 13. August 2022
Montag, 1. August 2022

TORGAU

Eine schlammige Meisterschaft

von Johannes David

Man nehme einen Acker, flute diesen, und lasse zwei Teams um einen Fußball streiten - mehr brauchts nicht für Matschfußball. Wöllnau ist am kommenden Sonnabend Austragungsort der Matschfußball-DM.

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Freizeitsport Sie hatte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Mega-Event entwickelt. Die Deutsche Matschfußball-Meisterschaft zog alljährlich knapp zwei Dutzend Mannschaften und hunderte Zuschauer ins nordsächsische Wöllnau (zwischen Bad Düben und Eilenburg). Doch zwei Jahre Corona-Ausfall haben bei der Schlammschlacht tiefe Spuren hinterlassen. Die Teilnehmerzahlen sind schwindsüchtig, die Macher ringen um Personal, wollen und müssen den "Grand Schlamm" gesundschrumpfen. Und so ist das Teilnehmerfeld der DM der Matschepampe-Kicker am kommenden Samstag überschaubar.

"Es ist wie überall nach dem Restart. Die Leute sind schwer für Mitmach-Veranstaltungen zu begeistern, sie wollen lieber Party feiern", sagt Stephan Guth vom Organisationsteam. Genau jene Aftershow-Party, die sonst fast genauso dazu gehörte wie der eigentliche Pampe-Kick, fällt in diesem Jahr flach. Der Grund ist recht einfach und in der Veranstaltungsbranche mittlerweile eine geflügelte Wortgruppe. "Es fehlt an Personal", erzählt Guth. Keiner will die in diesem Sinn fast wörtliche Drecksarbeit machen. Manchmal spielt er auch: Stephan Guth und das Organisationsteam der Matschfußball-Meisterschaft müssen dieser Tage einiges stemmen. Alexander Prautzsch Statt Feier mit verschiedenen DJs bis in die Morgenstunden nach dem Schlammbad wird die schmutzige Angelegenheit in diesem Jahr auf des Wesentliche reduziert. Moderation, Begleitmusik, ein paar Versorgungsstände und natürlich die Titelkämpfe an sich. Der zeitliche Rahmen ist klar abgesteckt: von 9 bis 16 Uhr. "Tagesgeschäft", nennt das Stephan Guth. "Wir sehen das als Pilotprojekt, fahren es vorsichtig wieder hoch und schauen, ob es funktioniert." Immerhin bedeutet der Zwangs-Schrumpfungsprozess freien Eintritt für alle.

Das Teilnehmerfeld ist ausgebucht: Zehn Männerteams stehen in der Meldeliste - und nur zwei Frauenmannschaften. Zu Blütezeiten fanden sich locker doppelt so viele verwegene Truppenteile aus allen Himmelsrichtungen in der nordsächsischen Provinz ein. Als Titelverteidiger gehen übrigens die Gastgeber von Lok Wöllnau in die Suhlkuhle, nachdem sie 2019 das rein nordsächsische Finale gegen Traktor Battaune gewonnen hatten. In den beiden Jahren davor triumphierten die "Wild Lions", eine Eilenburg-Leipziger Melange. Die Kombination wagte sich 2019 als bislang erste nordsächsische Auswahl zur Weltmeisterschaft ins finnische Ukkohalla. Dort traten fast 200 Mannschaften an. Die deutschen Wildlöwen überstanden immerhin die Gruppenphase, verloren dann jedoch das erste K.o.-Spiel. Als "einfach bombastisch" beschrieb Max Seehaus von den "Wild Lions" damals das WM-Erlebnis.

Die erste Deutsche Meisterschaft in Wöllnau wurde übrigens 2009 mit vier Mannschaften ausgetragen. 2020 und 2021 verzichteten die Organisatoren wegen diversen Corona-Einschränkungen und -Unsicherheiten auf die Meisterschaft, sodass heuer die 12. Auflage bevorsteht. Sie könnte in ihren Ausmaßen wieder an die Anfangsjahre der Schlammschlacht von Wöllnau erinnern.

Matschfußball-WM 2022: 6. August, ab 9 Uhr in Wöllnau - Ausschilderung folgen (Anmeldung bis 8.30 Uhr)

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