Freitag, 20. September 2019
Freitag, 13. September 2019

NORDSACHSEN

Für Paul Pigorsch wird es eng

Paul PigorschFoto: TZ/Archiv

Von Norbert Töpfer

Der vorletzte Höhepunkt der Trapschützen-Saison – die Europameisterschaft in Lonato – brachte leider nicht die Wende für den Süptitzer Paul Pigorsch.

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Nach seinem starken Weltcup-Start mit Rang sieben in Acapulco (Mexilo) und dem ersten internationalen Podestplatz als Dritter in Al Ain (Vereinige Emirate) ging die Leistungskurve des 28-jährigen Schützen vom SSC Neiden stetig nach unten. So wurde er bei der Europameisterschaft in Lonato nach katastrophalem Start nur 41. und blieb damit erneut unter seinem Leistungsvermögen. Seine Teamkollegin Kathrin Murche wurde bei den Juniorinnen achtbare Siebte.
Die Mockritzerin hatte sich das Erreichen des Finales zum Ziel gesetzt, was sie erst im Stechen verpasste. Immerhin war sie im Vorjahr WM-Fünfte geworden. Aber insgesamt hielt sie sich achtbar. Ihr Leistungsvermögen ist jedoch deutlich höher als sie Punktzahl, die sie in Italien erreichte. Für Kathrin Murche endete mit den Europäischen Titelkämpfen die Zeit als Juniorin. Ab 2020 schießt sie bei den Frauen mit, zu deren Nationalmannschafts-Kader sie bereits zählt.
Trostpflaster für Murche
Die 19-jährige konnte sich aber über ein Trostpflaster freuen. Im Mannschaftswettbewerb schaffte sie mit ihren Teamkolleginnen Johanna Brandt (SGi Frankfurt/Oder) und Marie-Louis Mayer (Förderverein SSZ Suhl) Silber. Das Trio verfehlte den EM-Titel knapp. Die deutschen Mädels waren nur einen Punkt „schlechter“ als die Russinnen. Für Murche war die EM zufriedenstellend, obwohl sie sich noch immer über ihre „Niederlage“ im Stechen ärgert. Ihr dritter Schuss ging dabei daneben, sodass ihre englische Gegnerin ins Finale einzog. „Aufgrund der Bedingungen haben wir alle nicht unsere normalen Leistungen vollbracht.“
Vater Andreas Murche hat den Wettkampf seiner Tochter im Internet verfolgt. „Die Mädels haben für ihre Verhältnisse alle schlecht geschossen. Kathrin hat wieder ihr Kämpferherz bewiesen und sich nach schlechtem Start noch nach vorn gearbeitet. Schade, dass sie beim Stechen den Einzug ins Finale verfehlte“, sagt der Trainer im SSC Neiden, der seine Tochter allerdings nicht betreut. Kathrin Murche hat derzeit ganz andere Sorgen. Sie muss wegen ihres Bizepssehnenabrisses operiert werden. Danach erfolgt die Reha. „Deshalb kann ich gar nicht sagen, wann ich wieder trainieren kann. „Zu meinem Ziel, 2020 im Weltcup zu schießen, kann ich derzeit gar nichts sagen, weil ich erst abwarten muss, wie meine Operation verläuft. Ich hoffe, ab Januar wieder voll trainieren zu können.“
Enttäuscht war Andreas Murche über Pigorsch. „Aber Paul muss auch einen großen Rucksack mit sich herumtragen. Da Deutschland noch keinen Quotenplatz für Olympia geschafft hat, ruhen die Hoffnungen besonders auf ihm als dieses Jahr bestem Deutschen. Das muss er ausblenden. Paul muss nur für sich schießen. Er hat es drauf. Umsonst ist er nicht 13. der Weltrangliste.“
Pigorsch war am Mittwoch, einen Tag vor seinem 28. Geburtstag, wie immer sehr ruhig. Von Hektik keine Spur. „Im Training ist es noch super gelaufen. Dann am ersten Wettkampftag kam alles zusammen. Starker Wind und Regen sorgte für schlechte Bedingungen, mit denen allerdings alle zurecht kommen mussten. Trotzdem sorgen derartige Verhältnisse für Aufregung. Dann liegen bei diesen Bedingungen auch Glück und Pech nahe beieinander. Bei mir ist gleich die erste Runde schlecht gelaufen. Danach ging es gut. Aber ich konnte den Rückstand nicht mehr aufholen.“ Pigorsch berichtet, dass auch einige Konkurrenten große Probleme hatten. „Einige der Jungs hat es genauso gebeutelt wie mich im ersten Durchgang. Deshalb muss ich das Ergebnis auch akzeptieren. Ich werde den Kopf deswegen nicht in den Sand stecken.“ Vom Druck redet der Süptitzer eigentlich kaum, weil mit dem alle fertig werden müssen. „Doch nach solch einem Auftakt, wie ich ihn hatte, kommt zusätzlicher Druck auf.“
Noch eine Chance
Für den Sportpolizisten Pigorsch gibt es noch eine Chance zum Saisonabschluss, sich mit einem besseren Ergebnis zu verabschieden. Der Süptitzer ist als Dreizehnter der Weltcuprangliste berechtigt, beim Weltcup-Finale in Al Ain vom 9. bis 14. Oktober zu starten. Dieser Schießstand in den Vereinigten Emiraten liegt dem Nordsachsen, denn beim Weltcup dieses Jahres stand er dort immerhin auf dem Podest. „Bis dahin werde ich täglich trainieren, um dort noch einmal ein ordentliches Ergebnis einzufahren. Den Quotenplatz für Olympia kann ich immer noch bei der letzten Qualifikation im Mai 2020 erringen.“ Pech hatte Pigorsch im Mixed-Wettbewerb, als er dreimal 24 von 25 möglichen Scheiben schoss. Damit bewies er sein hohes Leistungsvermögen und war drittbester Schütze dieser Konkurrenz. Doch seine Partnerin Katrin Quooß (32, Oberfeldfebel der Bundeswehr, PSG zu Wittstock) blieb deutlich unter den Erwartungen, sodass es für das Duo nicht zu einer vorderen Platzierung reichte. Nach dem Weltcupfinale wird sich Pigorsch wieder für ein halbes Jahr vom Trapsport verabschieden und als Polizist tätig sein
Der Wurm war drin
Alle Männer und Frauen des deutschen Teams blieben weit unter den Erwartungen. „Am zweiten Tag haben die Jungs nochmals ordentlich um jede Scheibe gekämpft. Aber nach den Leistungen am ersten Tag, besonders bei Paul Pigorsch und Stefan Veit, war nicht mehr möglich“, fasste Bundestrainer Möller das Ergebnis der Männer im Gespräch mit Thilo von Hagen, Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit im Deutschen Schützenbund, zusammen. Pigorsch begann den EM-Wettkampf mit einer 19-er Serie und war damit schon so gut wie raus.
Teamkollege Steve Eidekorn (27, SGi Frankfurt/Oder, SC Diana Hoppegarten) hatte am Ende als 27. zwei Treffer mehr zu Buche stehen, „im Schnitt eine Scheibe zu wenig, um eine Chance auf das Finale zu haben“, schätzte Möller ein. Bei 119 Scheiben war der Finaleingang. „Die guten Leistungen im Vorfeld konnten hier leider nicht wiederholt werden. Irgendwie war der Wurm drin.“ sagte Möller. Was für Pigorsch und seine Teamkollegen erneut hohen Druck bedeutet, denn Deutschland ist noch immer ohne Quotenplatz.

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