Montag, 24. Juni 2019
Dienstag, 23. Oktober 2018

TORGAU

Finanzielle Förderung für Torgau Nordwest

Torgau Nordwest ist aktuell in aller Munde. Fördergelder sollen hier Hilfe bringen. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Fördergelder vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sollen Hilfe für den Torgauer Stadtteil bringen / Ein neuer Quartiersmanager ist jedoch vorerst nicht vorgesehen.

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Torgau Nordwest ist aktuell in aller Munde. Das Torgauer „Problemviertel“, wie es von so manch böser Zunge mittlerweile genannt wird, rückte immer weiter in das Licht der Öffentlichkeit, nachdem eine Bewohnerin der Zinnaer Straße über die Torgauer Zeitung die dortigen Zustände beschrieb. Dabei war nicht nur die Rede von Pöbeleien und beobachteten Gewalttaten, sondern auch die starke Kriminalität, welche sich laut ihrer Aussage vor allem in der Zinnaer Straße abspielt, war Thema.

Integration ist der Schlüssel

Seitdem ist eine Woche vergangen und man kann sagen, der Artikel hat eine wahre Welle losgetreten. Immer mehr Menschen, die in Torgau Nordwest zuhause sind, melden sich bei der TZ und schildern entweder nur die Zustände (teils positiv, teils negativ; Anm. d. Red.) oder liefern sogar konkrete Vorschläge, wie man die Lage dort oben in den Griff kriegen kann. Denn sowohl diejenigen, die Torgau Nordwest als wahres „Problemviertel“ sehen als auch die, die den Zustand als nicht so schlimm erachten, sind sich einig: man möchte ein ruhiges und friedliches Zusammenleben dort oben erreichen. Und wie es schon Streetworker Pascal Iberl in seinem Interview mit der TZ ganz treffend ausgedrückt hat: „Das erreicht man nur durch gute Integration.“

Eine Person, die jeden Tag aktiv zur Integration von ausländischen Kindern und Jugendlichen in Torgau Nordwest beiträgt ist Barbara Winkelmann. Sie leitet das Jugendcafé Chill Out im Finkenweg und hat im Rahmen dieser Arbeit tagtäglich mit Kindern unterschiedlichster Herkunft zu tun. Ihrer Meinung nach ist es vor allem wichtig, auf die Menschen zuzugehen und mit ihnen zu reden. „Mit den russischen Einwanderern ging es damals auch“, sagt sie. „Also muss es jetzt auch gehen.“ Denn eigentlich, führt sie weiter aus, sei Torgau Nordwest ein wirklich hübsches Fleckchen Erde. „Man liest in der Zeitung immer von den Dingen, die hier Abends passieren und kriegt auch von den Kids beunruhigende Sachen mit, aber wenn man dann mal tagsüber durch den Stadtteil läuft, kommt es einem wirklich schön vor. Auf der anderen Seite ist es dann aber auch eine derbe Klatsche, wenn man an den sozialen Brennpunkten, die es hier natürlich auch gibt, vorbeikommt.“

Es fehlt am Ansprechpartner

Ihrer Meinung nach fehlt ein direkter Ansprechpartner für die Sorgen und Nöte der Bewohner von Torgau Nordwest, deutsch oder nichtdeutsch. Denn die Probleme lösen sich nicht von selbst. Ein guter Ansatz wäre die erneute Installierung eines so genannten Quartiermanagers in Torgau Nordwest. Bis zum Jahr 2016 war diese Stelle dort vorhanden und kümmerte sich um alle kleinen und großen Belange der dortigen Bewohner.

„Ja, solch eine Stelle wäre in Torgau Nordwest auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, bestätigt auch Stefanie Kasubke. Fünf Jahre lang war sie als Quartiersmanagerin in Torgau Nordwest unterwegs, bis dann ihr Vertrag auslief und die Stelle mit Constanze Kaupert neu besetzt wurde. Diese war jedoch  nur ein knappes halbes Jahr im Dienst, dann lief das Förderprogramm aus und die Stelle wurde gestrichen.

Doch wie es aussieht ist die Stadt Torgau auch weiterhin an der Stelle eines Quartiersmanagment in Nordwest interessiert. Wie aus einem Statement der Stadtverwaltung hervorgeht, sei das Förderprogramm zwar ausgelaufen, doch „sobald in dieser Förderschiene neue Möglichkeiten bestehen, wird die Stadtverwaltung bei dem Fördermittelgeber Bundesmittel beantragen.“ Im Frühsommer dieses Jahres habe man jedoch schon einen anderen Fördermittelantrag gestellt, um in Nordwest unterstützende Maßnahmen finanzieren zu können. So stehe derzeit eine Antwort des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) aus, bei welchem man gemäß der Förderrichtlinie zur „Förderung von Maßnahmen zur gesellschaftlichen und sozialen Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern“ den Antrag stellte.

Unterstützung für ein gemeinschaftliches Leben

Diese richtet sich an Zuwanderer mit einer dauerhaften Bleibeperspektive und soll in erster Linie Maßnahmen zur gesellschaftlichen und sozialen Integration fördern. Ziel der Förderung soll dabei vor allem die Stärkung der sozialen Kompetenzen der Zuwanderer, Erziehungskompetenzen von Erziehungsberechtigten sowie die Stärkung einer aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen und politischen Leben sein. Auch eine Verbesserung der gegenseitigen Akzeptanz, also in gewisser Weise eine Sensibiliserung zwischen deutschen und Zuwanderern, soll geschaffen werden und auch die Kriminalitäts- und Gewaltprävention ist Teil der Förderrichtlinie.

Auch für so genannte Mulitlpikatorenschulungen, also die Fortbildung von Ehrenamtlichen in der Integrationsarbeit, können die Gelder aus der Förderrichtlinie genutzt werden. Wichtig bei alledem ist nur, nicht schon bereits bestehende Vorhaben gefördert werden können, sondern es müssen neue Projekte für die Förderrichtlinie geschaffen werden. Diese sollen im besten Fall auch nach Auslaufen der Bundesförderung nach drei Jahren fortgeführt und entweder ganz oder teilweise durch andere Finanzgeber oder eben die Kommune weiter finanziert werden.

Ob die Stadt bereits konkrete Projekte für den Fall des Erhalts der Fördergelder ausgearbeitet hat und wie diese aussehen, darüber liegen der TZ aktuell keine Informationen vor. Auch herrscht bislang noch Unklarheit, wann genau der Fördertopf ausgeschüttet werden wird.


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