Donnerstag, 14. November 2019
Mittwoch, 6. November 2019

TORGAU

Florian Scholz: "Ich gebe immer 100 Prozent

Florian Scholz beim Trainer mit seinem Vater Heiko Scholz.Foto: Norbert Töpfer

Von Norbert Töpfer

Eigentlich ist Gewichtheber Florian Scholz voller Tatendrang. Aber drei Wochen vor der Deutschen Meisterschaft in Ingolstadt wurde der 14-Jährige vom SSV 1952 Torgau ausgebremst.

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Der Gymnasiast zog sich im Trainingslager der besten Landes- und Bundeskader in Kienbaum eine schmerzhafte Rückenverletzung zu, die ihn nun hindert, im Training die Hantel zu stemmen.
Vorzeichen standen gut
Wenn es doch noch klappen sollte mit dem Start bei diesem eigentlichen Jahreshöhepunkt, hat er seine Zielstellung bereits geändert. „Ich muss froh sein, wenn ich überhaupt starten kann“, sagt Scholz junior traurig. Auch sein Trainer, Vater Heiko, ist bitter enttäuscht. „Die Vorzeichen für die deutschen Titelkämpfe standen gut für Florian. Das hat er bei der Sachsenmeisterschaft bewiesen, als er sich den Titel souverän holte und dabei mit 100 Kilogramm im Stoßen sowie 80 Kilogramm im Reißen die Konkurrenz eindrucksvoll beherrschte. „Meine Chance, bei der Deutschen Meisterschaft Erster zu werden, war real.“ Dabei hätte er vor allem mit dem Potsdamer Nico Kroschwitz einen ernsthaften Konkurrenten gehabt. Florian ist selbstkritisch: „Meine Verletzung ist nicht beim Gewichtheben passiert, sondern bei einer Rolle auf dem Barren. Ich hätte dabei konzentrierter sein müssen.“ Vater Heiko ärgert sich genauso. „Beim Gewichtheben passiert nichts und dann so ein ärgerliches Missgeschick.“ Normales Training ist nicht möglich für den eigentlichen Meisterschaftsfavoriten. „Wir wollen wenigstens starten bei der Meisterschaft. Vielleicht komme ich unter die besten Zehn“, sagt der Vizemeister des Vorjahres.
Beim Training ausbremsen
„Florian absolviert derzeit nur solche Übungen, die zum Erhalt der Muskulatur beitragen. Das ist angesichts seiner Rückenverletzung natürlich schwer“, erklärt Trainer Heiko Scholz, der sich trotzdem kämpferisch zeigt: „Florian soll starten. Er will es auch. Klar, dass er trotz seiner Verletzung nicht Letzter werden will.“ Sohn Florian nickt, quält sich ein Lächeln ab und gibt zu: „Ich war in guter Form und jetzt so eine Verletzung. Ich bin am Boden.“ Der 14-Jährige, 1,71 Meter groß und 71 Kilogramm schwer, dreht sich ab und geht mit traurigem Blick zu den Trainingsgeräten. Vater Heiko sagt trotzig: „Aufgeben gibt es nicht bei uns.“
Er muss seinen Filius beim Training bremsen. „Vier Einheiten pro Woche müssen reichen“, sagt Scholz senior und fügt an: „Wir müssen auch an die Schule denken.“ Sohn Florian entgegnet: „Ich will mehr trainieren Chef.“ Für den 14 Jährigen ist der Vater der „Chef“ beim Gewichtheben. Florian besucht die neunte Klasse des Torgauer Gymnasiums. Klar, dass den verantwortlichen Trainern im Bundesverband Deutscher Gewichtheber das Talent Florian Scholz aufgefallen ist und sie ihn daher gern an der Sportschule in Chemnitz mit hauptamtlichen Trainern und Wissenschaftlern sehen würden. Aber noch kann Übungsleiter und Vater Heiko Scholz, seinem Sohn die nötigen Übungseinheiten entsprechend vermitteln. Denn der 48-Jährige, der als pädagogischer Leiter in der Evangelischen Jugendhilfe Obernjesa in der Region tätig ist, hat sich die Unterstützung vom ehemaligen sächsischen Landestrainer Bernd Grabsch gesichert. „Der aktuelle Regionaltrainer hat für Florian die Trainingspläne erarbeitet und wir setzen sie um.“
Das Abitur ist wichtig
Beim Thema Wechsel an die Sportschule spricht Scholz senior Klartext: „Dieser Schritt ist nicht ausgeschlossen. Das ist ein aktuelles Thema. Wichtig ist, dass Florian ein ordentliches Abitur ablegt. Denn die berufliche Entwicklung ist wichtig. Allein vom Gewichtheben wird er nicht leben können. Eine gute Perspektive wäre auch, dass Florian sich als Mitglied der Bundeswehr in einer Sportfördergruppe positiv entwickeln kann. Aber genauso wichtig wie seine sportliche Entwicklung ist das Abitur zu schaffen.“
Die Voraussetzungen dafür stehen nicht schlecht. Florian sagt selbstkritisch: „Meine Zensuren könnten besser sein.“ Vater Heiko ergänzt: „Klar, dass Florian die schulischen Anforderungen gut erfüllen muss. Das ist Pflicht. Aber Florian kann als Sportler noch viel erreichen, weil er das Gewichtheben lebt“, sagt der Senior. Und der Junior ergänzt: „Ich gebe in jedem Training 100 Prozent. Deswegen will ich auch schnell wieder das volle Trainingspensum absolvieren.“
Zurzeit zählt der Torgauer noch zur Gruppe der Perspektivkader. Das ist die Vorstufe für die Einordnung zum Bundeskader mit einer entsprechenden Förderung. Als eines der größten Talente Sachsens kann es für  der Torgauer Florian Scholz kein anderes Ziel geben als diesen Status zu erreichen.

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