Samstag, 15. Mai 2021
Mittwoch, 14. April 2021

TORGAU

Frisch getarnt

Christian Weiße verziert Elektrokästen gemäß Denkmalschutzrichtlinien. Foto: Thomas Keil

von unserem Volontär Thomas Keil

Torgau. Meist sind Elektrokästen einfach nur graue Quader, gerne mit unverständlichen Textfetzen bemalt - schön geht anders. Wie, das zeigt der Torgauer Christian Weiße. 

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

Mit einigen Zischgeräuschen in kurzer Folge entweichen bunte Farbwolken einer Sprühdose und landen auf dem Anschlusskasten vor dem Kulturhaus. Dann unterbricht der Sprayer seine Arbeit und flitzt über die Straße zum gegenüberliegenden Parkplatz. Von dort wirft er einen prüfenden Blick auf sein Werk – leicht unzufrieden, wie dem Beobachter deucht. „Nein, ich habe nur geschaut, ob die Farbe passt“, sagt Christian Weiße. Er und sein Kollege Sebastian Girbig verzieren momentan an 13 Plätzen in Torgau solche grauen Kästen. „Acht davon sind schon fertig“, verkündete Christian Weiße am Mittwoch. 

Frostige Zeiten
Laut Mitteilung der Stadtverwaltung im Amtsblatt griff Oberbürgermeisterin Romina Barth diese Idee bei Urlaubsreisen auf. Die in der Stadtzeitung veröffentlichten Bilder sind aber nur die Entwürfe. So sind die Kästen an der Ecke Leipziger Straße/Straße der Jugend lediglich mit grünen Hecken verziert, die geplanten Fahrräder fehlen. Der Kasten gegenüber  vor dem ehemaligen Kindergarten harrt noch der Dinge die da kommen. „Die Witterung hat uns aufgehalten“, ordnet der gebürtige Torgauer ein. Bei winterlichen Temperaturen sei an ein Verarbeiten der Farbe nicht zu denken. Dies sei auch der Grund, weshalb sich die Arbeiten bereits über zwei Wochen hinziehen. Bevor jedoch die neue Farbe auf den Kasten gesprüht wird, bereitet Christian Weiße ein paar Tage vorher den Untergrund vor. „Reinigen, Schleifen, Grundieren“, zählt er die typischen Arbeiten auf.

Teamarbeit
Derweil macht sich an der anderen Ecke des Kulturhauses Verzweiflung breit. Sebastian Girbig hat das von ihm „Gänseblümchen“ genannte Motiv zwar einigermaßen hinbekommen, aber eigentlich ist es nur ein unförmiger gelber Fleck. Blumen sind wohl nicht so seins? „Nein, ich sprühe doch lieber technische Motive“, sagt der Dresdner Graffitikünstler. Das ist aber kein Problem, Christian Weiße schnappt sich einfach noch ein  paar Blumenschablonen und bessert die Blüten kunstvoll aus, sodass aus den „Gänseblümchen“ am Ende Löwenzahn wird.

Mit Akribie widmet sich Christian Weiße den Details seiner Kunstwerke.

Enges Korsett
Alle Motive sind mit der zuständigen Denkmalbehörde abgestimmt. „Ich könnte mir hier auf dem Kasten auch ein Abbild des Kulturhauses vorstellen, vielleicht sogar in Fachwerkoptik“, sinniert Christian Weise. Er hadert mit den Denkmalschutzauflagen, denn sie schränken seine künstlerische Freiheit ein. „Die Fahrräder an den Hecken hat auch die Behörde kassiert“, macht Christian Weise klar. Die Denkmalschützer forderten, dass sich die Motive in die jeweilige Umgebung einpassen müssen. „So steht zum Beispiel in der Goethestraße der Kasten vor einer Ziegelmauer, also haben wir eine solche darauf appliziert“, verdeutlicht Christian Weise.

Gerne hätte er noch mehr Kästen auf Vordermann gebracht, zum Beispiel den gegenüber liegenden Kasten am Rosa-Luxemburg-Platz Nummer 17. Warum er den nicht bearbeiten durfte, weiß Christian Weiße auch nicht.

Hier waren noch Fahrräder angedacht. „Aber diese wurden
vom Denkmalschutz nicht zugelassen", so Christian Weiße.

 


Das könnte Sie auch interessieren

DER MAZDA CX-3

Mountainbikemagazin

 
KLIMA UND ENERGIE
27.05.2021, 10:30 - 11:30
Künstliche Intelligenz in der Produktion
02.06.2021, 15:00 - 16:00
Das digitale Büro - Ersetzendes Scannen
04.06.2021, 13:00 - 14:00
Gründerabend
10.06.2021, 16:00 - 18:00
Neue Absatzchancen in Österreich
22.06.2021, 09:30 - 12:30
Kunststoff trifft Medizintechnik
23.06.2021 - 24.06.2021
Webinar: Der GmbH-Geschäftsführer
30.06.2021, 16:00 - 18:00
Webinar: Der GmbH-Geschäftsführer
02.07.2021, 16:00 - 18:00

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de