Donnerstag, 28. Mai 2020
Dienstag, 31. März 2020

TORGAU

Graffiti-Kunst sorgte für Polizeieinsatz in Torgau

Künstler Christian Weiße an der gestalteten Fassade. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Torgau. Zivilcourage und Bürger-Wachsamkeit sind immer gut. Im vorliegenden Fall  sorgte das umgehend für einen Polizeieinsatz Unter den Linden in Torgau. Und das ist kein Aprilscherz.

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Torgau. Zivilcourage und Bürger-Wachsamkeit sind immer gut. Im vorliegenden Fall sorgte das umgehend für einen Polizeieinsatz Unter den Linden in Torgau. Und das ist kein Aprilscherz. Eine Hinweisgeberin hatte am Freitag um 21.58 Uhr ungewöhnliche Aktivitäten am öffentlichen Toilettenhäuschen festgestellt. Es würden „komische Projektionen“ an die Wand geworfen, sie vermute illegale Graffiti-Sprüher, bestätigte die Polizei gestern gegenüber TZ. 

Keine Frage, dass die Beamten den Hinweis sehr ernst nahmen. Die Einsatzkräfte rückten mit allen verfügbaren Kräften aus. Vier Streifenwagen näherten sich von unterschiedlichen Seiten mit Blaulicht dem „Tatort“.  Dort allerdings waren keine Schmierfinken am Werk, sondern Graffiti-Künstler Christian Weiße und dessen Kollege Sebastian Girbig. Die beiden arbeiteten für die Stadtverwaltung Torgau und die Landesgartenschau Torgau 2022 gGmbH ein Auftragswerk ab (TZ berichtete gestern). „Wir wurden eingekreist. Aber Handschellen klickten nicht“, lachte Christian Weiße gestern. Schnell klärte sich der Irrtum auf. Lediglich zur Sicherheit hätten die Beamten Personalien aufgenommen und Autokennzeichen notiert. Auf die Einsichtnahme der Genehmigung vom Denkmalschutz verzichteten sie. „Diese Polizisten waren sehr nett. Im Gegensatz zu Einsatzkräften in Dresden, die uns damals ebenfalls bei einem Auftrag in einer Gärtnerei festgestellt hatten und die Weiterarbeit partout unterbinden wollten“, so der Künstler. 

Früher musste man ein Graffiti aufwendig zum Beispiel mit Raster/Gitternetz vom Entwurf an die Fassade übertragen. Inzwischen hilft moderne Technik. „Mit einem Projektor lassen sich die Grundproportionen recht schnell an die Wand bringen. Dazu muss es aber dunkel sein. Tagsüber wird das Bild dann ausgearbeitet“, erklärt Christian Weiße. Am Freitag war man somit von 21 Uhr bis gegen 0 Uhr Unter den Linden beschäftigt. Provisorisch wurde dabei lediglich eine schwache Arbeitsbeleuchtung genutzt. 

Nico Wendt 


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