Samstag, 13. August 2022
Montag, 1. August 2022

TORGAU

Grandioser Abschluss der 9. Sängerakademie in Torgau

Am Ende einte Teilnehmer und Dozenten ein großer Chorgesang mit Stücken aus Wagners „Meistersinger“ und „Tannhäuser“ in der Stadtkirche beim Abschlusskonzert der 9. Internationalen Sängerakademie in Torgau. (Foto: Bärbel Schumann)

von Bärbel Schumann

Mit einem grandiosen Abschlusskonzert und der Preisverleihung endete am Sonntagabend die 9. Internationale Sächsische Sängerakademie in Torgau. Die 58 Teilnehmer kamen in diesem Jahr aus 18 Nationen.

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Torgau Bravissimo! Grandios! Das war höchstes Niveau! - So der Tenor der Worte für das Abschlusskonzert der 9. Internationalen Sächsischen Sängerakademie am späten Sonntag in Torgaus Stadtkirche. Die rund 120 Minuten davor boten mit Arien, Liedern und Chorgesang Klassik vom Feinsten mit Werken von Richard Wagner, Wolfgang Amadeus Mozart, Johannes Brahms, Robert Schumann und natürlich - als Hommage an die Musiktradition der Elbestadt - Heinrich Schütz. Da blieben Bravo-Rufe und stehende Ovationen nach den einzelnen Stücken nicht aus. Erst recht nicht, als die Teilnehmer der diesjährigen Sängerakademie und Dozenten Wagners "Wach auf!" aus den "Meistersingern von Nürnberg" und "Einzug der Gäste" aus "Tannhäuser" im Akademiechor einte. Da standen Weltstars wie Kammersängerin Dagmar Schellenberger aus Dresden und Nachwuchstalente wie Johanna Ostermann aus Wien gemeinsam beim Singen vor dem Torgauer Publikum. Derartiges gibt es sachsenweit, ja deutschlandweit, nicht oft zu erleben.

Bühne für Nachwuchssänger

"Das war die niveauvollste Sängerakademie hier in Torgau seit unserem Beginn. Die Gesangsqualität aller Teilnehmer war sehr hoch", resümierte Professor Elvira Dreßen, Vorsitzende der Akademie, zum Abschluss der neuntägigen Akademiezeit.

Die Internationale Sächsische Sängerakademie Torgau auf Schloss Hartenfels wird seit nunmehr zehn Jahren - es gab durch Corona ein Jahr Pause - für Gesangsstudierende deutscher und internationaler Hochschulen, junge Sängerinnen und Sänger aus dem Ausland, die ein Hochschulstudium in Deutschland anstreben, sowie junge Sängerinnen und Sänger, welche bereits im Beruf stehen, veranstaltet. Inhaltlich basiert die Arbeit der Akademie auf den musikalischen Traditionen Torgaus: Dem deutschen Lied, dem deutschsprachigen Oratorium und der deutschen Oper von den Anfängen des Lied-, Oratorien- und Operngesangs bis hin zur zeitgenössischen Musik. Veranstalter der Akademie ist die Stiftung Internationale Sächsische Sängerakademie Torgau, Schloss Hartenfels.

Als sie vor zehn Jahren gegründet wurde, hofften die Initiatoren nicht nur an die musikalischen Traditionen anzuknüpfen, sondern auch in der Kreisstadt ein Angebot zu etablieren, das auf der einen Seite Nachwuchssänger fördert und fordert, andererseits aber auch in Torgau vergangenes Erbe neu belebt und damit einzigartige Angebote schafft. Der Weg von den Anfängen bis heute sei nicht immer problemlos gewesen und auch die Finanzierung nicht immer leicht zu stemmen, machte die Vorsitzende der Akademie in den letzten Minuten der diesjährigen fulminanten Tage deutlich. "Als wir vor einigen Jahren ganz unten waren, ist Frau Barth als Oberbürgermeisterin zu uns gekommen und hat uns mit 10 000 Euro unterstützt", betonte Dreßen. Im gleichen Atemzug dankte sie den anderen Stützen der Akademie, ohne deren finanzielle Unterstützung diese besondere Bildungsmöglichkeit nicht möglich sei. Stützen wie die Sparkasse Leipzig, die Torgauer Stadtwerke, die Torgauer Wohnstätten, die Torgauer Verlagsgesellschaft, der Landkreis, der Kulturraum Leipziger Land, Unternehmen wie Bechstein, die Torgauer Maschinenbau GmbH oder die Bauunternehmung Ezel, Lions und Rotary Clubs, Torgauer Gastfamilien, Privatspender und unzählige andere.

Jeden Tag gab es wieder Kurse für die 58 Teilnehmer bei hochkarätigen Dozentinnen und Dozenten. In diesem Jahr zählten dreitägige Meisterklassenkurse bei den Weltstars Johannes Martin Kränzle und Olaf Bär zu den Besonderheiten. Sängerinnen und Sänger aus 18 Nationen zog die Akademie in diesem Jahr an.

Besonders nach der auftrittfreien Zeit durch Corona war für viele die Sängerakademie umso wertvoller, bot sie mit ihren vielen Auftrittsmöglichkeiten in entspannter Atmosphäre in den Mittagskonzerten oder bei den abendlichen Angeboten Raum, neu Erlerntes umzusetzen oder auch um sich zu präsentieren. Eine Pflicht dabei: Stets muss dies in Deutsch sein, ansonsten sind den jungen Sängern im Repertoire kaum Grenzen gesetzt. Auch die Zahl seiner Auftritte bestimmt jeder Akademieteilnehmer selbst. Dies zusammen, ergänzt mit dem Interesse der Menschen, mit dem Flair der Stadt - das gefällt nicht nur den Teilnehmern, sondern auch den Dozenten und motiviert zum Wiederkommen.

Von Anfang an jedes Jahr dabei ist Kammersänger Professor Roland Schubert als Dozent. "Es ist für mich eine Freude zu erleben, wie die jungen Sänger in kleinen Schritten vorankommen, wie sie mit Energie, Elan immer weiter machen, auch wenn die Tage in Torgau für alle sehr anstrengend sind", so der Kammersänger nach dem Abschlusskonzert. Das Besondere an Torgau sei, dass man hier neue Leute aus unterschiedlichsten Ländern kennenlernen kann; die Stadt, die Menschen und die Akademie die Kurse mittragen. Das habe er auch in der Stadt immer wieder zu spüren bekommen, etwa, wenn man ihn beim Bäcker oder auf der Straße ansprach.

"ich werde wiederkommen"

Die erst 17-jährige Johanna Ostermann aus Wien war diesmal die jüngste Teilnehmerin. Sie wurde mit einem Engagement-Preis geehrt. Die Wienerin nimmt regelmäßig bei Kammersängerin Dagmar Schellenberger Unterricht. "Ich bin begeistert vom Ambiente der Akademie, aber auch von der Atmosphäre zwischen den Studierenden und den Dozenten. Ich werde wohl wiederkommen", so die Sopranistin.

Übrigens: Engagementspreise gab es noch mehr. Sie alle wurden zusätzlich zu den sechs ausgeschriebenen Förderpreisen der Torgauer Sängerakademie vergeben, weil das diesjährige Niveau sehr hoch war und bei den Wertungen mitunter nur wenige Stimmen Preisträger und Platzierte trennten.

Für Stiftungsgründer wie Benno Kittler oder Andreas Huth von den Torgauer Wohnstätten steht trotz manchem Tief seit den Anfängen fest: Die Gründung der Stiftung und damit der Internationalen Sächsischen Sängerakademie war richtig. Plan und Ziel, Nachwuchssänger mit internationalen Weltstars beim Unterricht und zu Konzerten zusammenzubringen und dieses mit den Musiktraditionen Torgaus zu verknüpfen, ist aufgegangen. "Aber ohne die Resonanz aus der Stadt kann man solch eine Akademie nicht schaffen und beleben", fügt Benno Kittler hinzu.

Seit zehn Jahren genießt so Internationale Sächsische Sängerakademie die wachsende Anerkennung, auch international. Mancher Musikfreund plant sogar seinen Urlaub so, um nichts zu verpassen. Deshalb schon mal vormerken: Die 10. Internationale Sängerakademie findet vom 15. bis 23. Juli 2023 statt. Schon jetzt darf man gespannt sein, womit die grandiose 9. Auflage dann getoppt werden wird.

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