Montag, 8. März 2021
Samstag, 20. Februar 2021

BELGERN-SCHILDAU

Hoffnung auf mehr Normalität

Libero Claudia Lerche feuert ihr Schildauer Team an.Foto: ? Foto: Christian Kluge

Von unserem Mitarbeiter Christian Kluge

Die Schildauer Volleyballerinnen vermissen ihren Sport und die gemeinsamen Erlebnisse schon sehr.

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

Schildau. Kürzlich hat der Sächsische Sportverband Volleyball (SSVB) die gesamte Saison im Männer- und Frauenbereich für beendet erklärt. Davon betroffen sind unter anderem die beiden Frauenmannschaften vom TSV 1862 Schildau. Die TZ hat über die aktuelle Lage mit der 34-jährigen Claudia Lerche, dem Libero des TSV-Sachsenklasse-Teams, gesprochen.

Frau Lerche, wie sind Sie bisher beruflich und privat durch die Corona-Pandemie gekommen?

Beruflich bin ich als Sporttherapeutin in einer Rehaklinik bisher gut durch die Pandemie gekommen. Wir werden regelmäßig getestet und unser Hygiene-Konzept erfüllt alle wesentlichen Bedingungen. Auch die Ausübung meines Berufes wird durch weniger Patientenzahlen nicht wesentlich beeinflusst. Im Gegenteil - wir haben kontinuierlich zu tun. Und nach der Arbeit wird es dann tatsächlich sehr ruhig. Außer einkaufen und gelegentlich ein bisschen Sport passiert leider nicht so viel. Die Einschränkungen lassen dies ja leider nicht zu. 

Womit haben Sie sich in den Lockdowns körperlich fit gehalten?

Da ich berufsbedingt viel Sport mache, gehe ich aktuell in meiner Freizeit nur ab und zu laufen. Unser Trainer schickt uns gelegentlich Übungen für zu Hause, die ich ehrlicherweise nur bedingt umgesetzt habe. 

Haben Sie die Möglichkeit, im privaten Umfeld ein bisschen Volleyball zu üben?

Nein, leider nicht. Mit den Kindern meiner Schwester spiele ich ab und zu, wenn es die Zeit zulässt. Aber da spielen wir alles andere, aber nicht Volleyball. Leider hatte ich den Ball seit Beginn der Einschränkungen nicht mehr in den Händen. 

Haben Sie Hobbys, denen Sie sich jetzt mehr widmen können?

Auch dies lassen die Einschränkungen gerade nicht zu. Normalerweise tanze ich noch in einem Faschingsverein, aber auch da ist aktuell alles auf Eis gelegt. Durch die winterlichen Wetterbedingungen versucht man sich wenigstens wie im Winterurlaub zu fühlen, der leider auch ausfallen musste. Also gehe ich statt snowboarden jetzt Schlittschuhlaufen oder Rodeln. 

Wie halten die TSV-Spielerinnen derzeit den Kontakt zueinander?

Wir haben eine WhatsApp-Gruppe, in der wir uns regelmäßig Nachrichten schicken oder auch Eindrücke von persönlichen Erlebnissen teilen. 

Werden Sie - wenn das möglich ist - im Sommer auch versuchen, an Beachvolleyball-Turnieren teilzunehmen?

An Turnieren werde ich grundsätzlich nicht teilnehmen, dafür reicht meine Leistung im Sand leider nicht aus. Beachvolleyball spiele ich tatsächlich nur aus Lust an der Freude, wegen der gemeinsamen Zeit mit den Team-Kolleginnen und dem schönen Wetter. Das einzige Turnier, welches ich besuchen werde - und das als Zuschauer - ist der Usedom Beach Cup in Karlshagen. Vielleicht spiele ich das Beach-Turnier der Trossiner Biber am Dahlenberger Stausee. Aber dies entscheidet sich immer sehr spontan. 

Gibt es jemanden in der ersten Mannschaft, der jetzt seine Laufbahn beendet, weil nichts mehr geht im Volleyball?

Dies ist mir zumindest nicht bekannt und ich hoffe nicht, dass dies jemand machen wird. Vor kurzem haben wir eigentlich geklärt, dass wir nächste Saison wieder gemeinsam angreifen wollen. 

Die jetzt abgebrochene Sachsenklasse-Saison hat mit vier Siegen ja sehr gut begonnen für den TSV. Wie motivieren Sie sich für die nächste Hallensaison und hat Schildau dafür eventuell schon ein Ziel vor Augen?

Ich denke, die vier Spiele, die wir gespielt haben, sind Motivation genug. Wir sind zum Teil über uns hinaus gewachsen und hatten so viel Spaß zusammen. Daran wollen wir gern wieder anknüpfen. Und das Ziel ist für uns immer gleich: gemeinsam Spaß haben und unsere beste Leistung abliefern. 

Es gibt inzwischen immer mehr Experten, die vor den Folgen der umfangreichen Sportverbote warnen. So hat Sportwissenschaftler Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln kürzlich in einem Interview erklärt, dass der lange Lockdown die Kranken der Zukunft produziert und Entwicklungsdefizite bei Kindern verursacht. Wie sehen Sie das?

Ich denke, ganz unrecht hat er damit nicht. Aber dies wird uns nicht betreffen, weil wir alle Spielerinnen sind, die gerne Sport treiben, viel in der Natur unterwegs sind und immer in Bewegung bleiben. 

Draußen hat viele Tage reichlich Schnee gelegen. Sind Sie da gelegentlich in Ihrer Freizeit auch auf die Langlauf-Skier gestiegen oder mal rodeln gegangen?

Langlauf habe ich leider noch nicht ausprobieren können, da ich dazu keine Ausrüstung habe. Würde mich aber sehr reizen, dies mal auszuprobieren. Und meine Nichte und mein Neffe und auch ich selbst freuen sich jedes Mal, wenn wir den Berg mit dem Schlitten runter düsen. Und das Schlittschuhlaufen muss auch erst gelernt werden, da gibt die Tante gerne mal die Trainerin. 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass wir endlich wieder etwas mehr Normalität erfahren dürfen. Die sozialen Kontakte fehlen enorm, das gemeinsame Training und auch die privaten Treffen und Ausflüge waren immer Highlights in meinem Leben. Und ich hoffe natürlich, dass wir alle gesund durch die Pandemie kommen und uns bald wieder sehen dürfen. 

Artikel mit ähnlichen Schlagwörtern suchen:

Volleyball Sachsenklasse Frauen Schildau


Das könnte Sie auch interessieren

TZ-ePaper

ePaper lesen

Lesen Sie das ePaper der Torgauer Zeitung bequem zu Haus oder unterwegs.

Jetzt 14 Tage lang unverbindlich testen!

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
 

Aktuelle Bildergalerien

AKTIONEN

Newsletter

Probeabo

Festtagszeitung

TZ-Probelesen

Wirtschaftsmagazin

Torgau-Plus

Wanderführer

Feste und Gäste

INFOS & EMPFEHLUNGEN

laga