Mittwoch, 21. Oktober 2020
Dienstag, 13. Oktober 2020

OSTELBIEN

In Köllitsch ging's um die Wurst

Die Wursttester waren auch diesmal sehr kritisch.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Köllitsch. Vegetarier suchte man bei diesem Wettbewerb vergebens.

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Obgleich der Wettbewerb für Wurst- und Fleischprodukte der Sächsischen Fleischerinnung im Köllitscher Lehr- und Versuchsgut längst als Traditionsveranstaltung bezeichnet werden darf, ließ er in der vergangenen Woche gleich mit zwei Premieren aufhorchen: Einerseits ging es zum Reizen der Geschmacksknospen das erste Mal in die Multifunktionshalle, wo Corona-Sicherheitsabstände deutlich besser als im Speicher eingehalten werden konnten. Andererseits gesellte sich unter die kritischen Feinschmecker tatsächlich zum ersten Mal eine Feinschmeckerin – wenn auch nur als Assistentin.

 

Zufall

 

Bislang tummelten sich in der Köllitscher Welt aus Wurst und Schinken nur männliche Experten. „Sicherlich ein Zufall“, sagte Ingrid Kühn, als diese sich ihren weißen Kittel überstreifte. Die Waldheimerin ist ausgewiesene Wurstexpertin. 45 Jahre lang stand sie hinter der Verkaufstheke ihrer eigenen Fleischerei. Ihr macht niemand etwas vor. in jenem Moment bereitete sie sich darauf vor, fröhlich konzentriert ihrem Ehemann Joachim  beim Schneiden, Schmecken und Schreiben zur Hand zu gehen.

Ein Dutzend Mitglieder zählte die Jury, deren positives Votum die Kassen der teilnehmenden Unternehmen durchaus klingeln lassen kann.  Dr. Manfred Golze, der für die Organisation dieses Wettbewerbs mitverantwortlich zeichnet, weiß um die Bedeutung der wichtigen Auszeichnungen. „Wer mit Gold ein Produkt bewerben kann, macht den Kunden neugierig“, betonte Golze, was jedoch nicht heiße, dass die Jury allzu freigiebig mit den Medaillen um sich werfe.

 

Handwerkskunst

 

Eine schlecht gemachte Wurst bleibt nun einmal eine schlecht gemachte Wurst. Zu viel Salz im Schinken oder auch eine fehlende Bindung in der Wurstmasse lassen die Experten nicht durchgehen. Im Zweifelsfällen steht Kurt Härtel, der Ehrenlandesinnungsmeister, mit seinem geballten Fachwissen der Jury zur Seite, denn über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, über Handwerkskunst nicht. Die gummiartige Textur eines Straußenwiegebratens kann trotz leckerster Geschmacksnote nie und nimmer mit Gold bewertet werden, zumal sich auch die Zwiebeln in der Masse an einer Stelle eng aneinanderkuscheln. Auch ein Sächsischer Leberkäse musste Federn lassen, weil er beim Aufschnitt nach Meinung der Jury eher streichzart einer Pastete ähnelte. Nichts auszusetzen hatte die Jury beispielsweise bei einem saftigen Rinderkochschinken.

 

89 Erzeugnisse

 

Insgesamt arbeitete sich die Jury durch einen Fleischberg, der 89 Erzeugnisse zählte. Diese stammten von 12 sächsischen Innungsbetrieben sowie 7 Direktvermarktern. Und so manch langgedienter Juror fand auch bei diesem Wettbewerb wieder etwas, was er so noch nicht gegessen hatte. Kaum zu glauben, aber zwischen Leberkäse und Co. griff beispielsweise André Möllmer immer wieder gerne zu einer Pusztapeitsche mit Chili. „Mir schmeckt die einfach“, sagte der Leipziger.

 

Zwischenmahlzeit

 

Am Tisch von Joachim und Ingrid Kühn war es hingegen eine Schlesische Weißwurst, von der man auch nach der Bewertung gerne noch einmal abbiss.

Nach Ansicht von Dr. Manfred Golze war auch dieser Wettbewerb von einer enormen Qualität geprägt. Seit 2002, jenem Jahr, in dem in Köllitsch zum ersten Mal ein solcher Wettbewerb ausgetragen wurde, sei die Qualitätssteigerung der eingereichten Produkte spürbar.

 

Die Ergebnisse des Wettbewerbs im einzelnen:

Insgesamt wurden 47 Gold-, 36 Silber- und 6 Bronzemedaillen verteilt. Zusätzlich wurden folgende Produkte hervorgehoben:

 

Brüh- und Kochwurst

- Innovativstes Produkt: Kürbislyoner mit Karotten (Privatfleischerei Arnold GmbH & Co. KG, Kraupa)

- Traditionellstes Produkt: –

 

Rohwurst

- Innovativstes Produkt: Kürbiskernsalami (Arnold)

- Traditionellstes Produkt: Salami vom Damwild (Agrozuchtfarm Breitenau, Oederan)

 

Kochpökelwaren

- Innovativstes Produkt: Kürbiskernschinken (Fachfleischerei During e.K.)

- Traditionellstes Produkt: Rinderkochschinken (Arnold)

 

Rohpökelwaren

- Innovativstes Produkt: –

- Traditionellstes Produkt: –


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