Mittwoch, 25. November 2020
Freitag, 20. November 2020

TORGAU

Jeder Mitarbeiter zählt

von unserer Redakteurin Julia Sachse

Torgau. Als Dienstleister, der seine Kunden durch die digitale Transformation der Energiebranche begleitet, hat die ene't GmbH vielen Firmen einiges voraus. Die Corona-bedingte Umstellung von Prozessen ins Digitale entfiel – sowohl für Kunden als auch im eigenen Unternehmen.

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 „Auch vor der Krise lief schon ein Großteil unserer Tätigkeiten digital – daher mussten wir nicht viel verändern, als die Kontaktbeschränkungen in Kraft traten“, sagt Oliver Kunz, Prokurist und Leiter des Unternehmensstandorts Torgau. Das Systemhaus mit Hauptsitz im niederrheinischen Hückelhoven betreut Kunden deutschlandweit nach den Maßgaben von Datenschutz und Informationssicherheit. Da sei es unabdingbar, digital gut aufgestellt zu sein, so Kunz. In der gesamten Firma waren also nur noch kleine Anpassungen nötig, um allen Mitarbeitern ein erfolgreiches Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen.

Einer Umfrage des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zufolge musste etwa ein Drittel aller betroffenen Unternehmen für die Umsetzung von Heimarbeit zunächst in erforderliche Technologien investieren: Heimarbeitsplätze einrichten, sichere Datenverbindungen konfigurieren, dezentrale Kommunikationswerkzeuge für sich entdecken sowie die Belegschaft für deren Nutzung schulen. Nach der Anfangsphase gab über die Hälfte der Unternehmen an, eine überraschende Entdeckung gemacht zu haben, die auch über die Pandemie hinaus nachwirken wird: Tatsächlich war es möglich, mehr Tätigkeiten im Homeoffice abzuwickeln, als bis dato angenommen. Corona hat den Konzernleitungen eine individuelle Simulation des Ernstfalls vorweggenommen und sie ins „kalte Wasser“ geworfen. Das bestätigt auch Daniel Erdsiek, Forschungsbereich Digitale Ökonomie beim ZEW. Was zuvor in zähen Verhandlungen vor allem ein theoretisches Thema gewesen sei und hauptsächlich vor dem Aspekt der Vereinbarkeit von Job und Familie diskutiert wurde, sei innerhalb von 24 Stunden zu einer Frage der Mitarbeitergesundheit geworden und jedes Zögern inakzeptabel.
Bei ene‘t wiederum gibt es die Möglichkeit zur Arbeit im Homeoffice schon seit vielen Jahren. Sie wurde seither auch regelmäßig von einigen Angestellten genutzt. „Jetzt ist Homeoffice zum neuen Standard geworden und eine Selbstverständlichkeit“, sagt Oliver Kunz. Natürlich seien dadurch auch Herausforderungen entstanden. Diese sei man aber direkt angegangen und habe sie gemeinschaftlich gelöst. „Unsere Arbeitsprozesse haben sich kaum verändert. Bei der gemeinsamen Kommunikation ist es jedoch wichtiger geworden, Missverständnisse zu vermeiden, die schnell beim Lesen ‚zwischen den Zeilen‘ von Nachrichten entstehen können.“ Bei Videokonferenzen sei das Einschalten der Kamera daher für alle Pflicht. Als Information für alle Mitarbeiter hat das Unternehmen sogar einen Verhaltensleitfaden für Videokonferenzen verfasst.
Vor Corona ist man sich in den großzügigen Räumlichkeiten mehrmals am Tag begegnet. Die 12 Mitarbeiter am Standort Torgau haben ein freundschaftliches Verhältnis zueinander, das durch gemeinsame After-Work-Aktivitäten wie Tischtennisturniere, Grillabende oder Teamausflüge bewusst gefördert wird. „Natürlich ist es schade, dass wir uns derzeit nicht mehr so oft sehen“, findet Oliver Kunz. Dennoch könnten sich alle Mitarbeiter über die digitalen Tools nach wie vor in die Firma einbringen und ihre Ideen verwirklichen. Eine unternehmensweit eingeführte Videokonferenzsoftware sowie interner Chat und Intranet machen es möglich. „Als Führungskräfte haben wir uns schnell auf die neuen Gegebenheiten eingestellt“, berichtet Kunz, „Unsere Teams können jetzt noch agiler und eigenverantwortlicher arbeiten“. Neben dem Homeoffice besteht bei ene‘t aber natürlich weiterhin die Möglichkeit, auch am Standort selbst zu arbeiten. Die Arbeitsplätze sind so angelegt, dass die geltenden Abstands- und Hygieneregeln problemlos eingehalten werden können. Gerade in Zeiten von Corona müsse verstärkt darauf geachtet werden, dass sich niemand isoliert fühle, findet Oliver Kunz. Vor allem bei schwierigen Aufgaben müsse man auch aus der Ferne die nötige Unterstützung und Motivation bieten, um Frustrationen zu vermeiden. „Als Standortleiter ist es für mich wichtig, auf die Belange der Mitarbeiter einzugehen, sowohl vor Ort als auch im Homeoffice“, sagt Kunz. „Jeder einzelne Mitarbeiter zählt – für das Unternehmen und für unsere Kunden. Dazu gehören auch entsprechende Ruhezeiten zur Erholung: Wenn Feierabend ist, ist Feierabend.“

Eine besondere Herausforderung während der Pandemie ist auch die Ausbildung des eigenen Unternehmensnachwuchses. Die Auszubildenden müssen konstruktiv an die jeweiligen Arbeitsprozesse herangeführt werden. Dies sei natürlich einfacher, wenn alle vor Ort seien, sagt Kunz. So könnten eventuelle Probleme schnell erkannt und die Azubis immer wieder ermutigt werden, auch selbst Fragen zu stellen. Jeder Auszubildende hat einen Ansprechpartner im Unternehmen, an den er sich bei Problemen wenden kann. Ist dieser Kollege mal nicht greifbar, hilft ein anderer. Trotzdem dürfen natürlich auch die Auszubildenden der ene‘t GmbH von einem Heimarbeitsplatz aus tätig sein. Damit sie den Spaß an der Arbeit nicht verlieren, ruft ene't regelmäßig Azubi-Projekte ins Leben. „Erst seit Kurzem sind wir auf Facebook und Instagram vertreten“, erzählt Oliver Kunz. „Die Betreuung der Kanäle übernehmen die Auszubildenden beider Standorte gemeinsam. Die sozialen Medien sind ein Thema, mit dem sie aufgewachsen sind und bei dem sie sich sicher fühlen. Durch die standortübergreifende Kommunikation erwerben sie ganz nebenbei auch wichtige Kompetenzen für die digitale Kommunikation.“

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