Mittwoch, 21. August 2019
Mittwoch, 13. Februar 2019

TORGAU

Junger Trainer lebt den Fußball

Steven Rohrbach im Gespräch mit TZ-Mitarbeiter Norbert Töpfer.Foto: TZ/Töpfer

Von Norbert Töpfer

Steven Rohrbach hat anspruchsvolle Ziele. Der aktuelle Trainer der C-Junioren des Jugendfördervereins Union Torgau möchte perspektivisch gern bei einem der großen Klubs Talente entwickeln.

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„Man kann sich keinen verrückteren Trainer in der Region vorstellen als mich“, sagt Steven Rohrbach vom SC Hartenfels Torgau. Zwei Stunden Gespräch mit dem 22-Jährigen reichen aus,  um diese Aussage zu bestätigen. Dieser junge Mann, Trainer der C-Jugend von Hartenfels, ist nicht nur Übungsleiter des Landesklassen-Fünften. Er lebt Fußball, und zwar in vollen Zügen.
Rohrbach hat bereits 2016 eine Kaufmanns-Lehre erfolgreich abgeschlossen. Das reichte ihm nicht. Derzeit absolviert er eine Erzieherausbildung in der Kindertagesstätte am Rodelberg Torgau. „Diese Ausbildung betrachte ich für meine Zukunft als sehr wichtig. Ich möchte irgendwann einmal hauptberuflich als Fußball-Trainer arbeiten. Im Rahmen dieser Ausbildung zum Erzieher muss ich als zukünftiger Pädagoge ein viermonatiges Praktikum absolvieren. Ich werde versuchen, diesen wichtigen Ausbildungsabschnitt in einem großen Fußball-Klub durchzuziehen. Wenn ich den gut absolviere, könnte es ein Sprungbrett für mich als Nachwuchs-Trainer sein“, spricht Rohrbach Klartext.
Nordsachsenliga kein Anreiz
Seit sieben Jahren ist der Torgauer Übungsleiter im Nachwuchsbereich des SC Hartenfels. „Begonnen habe ich als Co-Trainer von Falko Simmank in der E-Jugend. Seitdem zähle ich mich zu den positiv verrückten Trainern der Region Torgau. Ich habe mein Leben nach diesem ehrenamtlichen Job eingerichtet. Ich mache früh die Augen auf und denke an meine Mannschaft. Mein Ziel ist es, den Verein mit vorwärts zu bringen. Das heißt, die Männermannschaft von Hartenfels muss so schnell wie möglich wieder in die Landesklasse aufsteigen. Das ist doch für die jungen Spieler ein ganz anderer Anreiz als die Nordsachsenliga.“
Leistungsträger in seinem Team sind Jungs wie Angreifer und Torjäger Lenard Fiedler aus Belgern, Innenverteidiger Nick Kaminski und Mittelfeldakteur Luca Wetzer, beide aus Torgau. Für diese Spieler sowie auch einige Teamkollegen dürfte in einigen Jahren die Nordsachsenliga der Männer kein Anreiz bedeuten. „Neben dem sportlichen Aspekt kommt dazu, dass die Qualität der Plätze immer besser wird, je höher die Mannschaft spielt. Ich denke dabei an die Anlagen des FC Eilenburg und FC Grimma. Dort spielen zu dürfen, bedeutet für jeden Nachwuchsspieler unserer Region ein besonderes Erlebnis.“ Neben dem genannten Trio nennt er noch zwei weitere überdurchschnittliche Talente in seiner Mannschaft. Er sieht Martin Schmidt, jüngerer Jahrgang der C-Jugend, und den Griechen Charalampous Koumpous, der noch D-Jugend spielen kann, als herausragende Spieler für ihr Alter. Für Schmidt interessierte sich sogar schon der Chemnitzer FC.
„Meine Passion Trainer“
Rohrbach beendete seine aktive Karriere bereits 2016, obwohl er zu dieser Zeit zum Landesklassen-Männer-Team des SC Hartenfels gehörte, das unter Regie von Trainer Christian Töpfer in der Tabelle einen Platz im unteren Mittelfeld einnahm, was für die Torgauer als Mannschaft 60 Kilometer entfernt von Leipzig ein Erfolg darstellte „Für mich bedeutete das Spielen in diesem Team keinen Anreiz mehr, zumal solche guten Spieler wie Rico Drabon, Ronny Kunath und Tommy Reiche den Verein verließen. Für mich war klar, dass ich mich nun auf meine Passion als Trainer konzentriere. Ich wollte und will in dieser Funktion Talente entdecken und sie weiter entwickeln.“
Darauf hat sich Rohrbach von 2016 an voll konzentriert. „Für mich bedeutet das, die Jungs nicht nur im Training und beim Spiel anzuleiten. Ich möchte dabei auch meine pädagogischen Fähigkeiten, die ich im Rahmen meiner Ausbildung in der Torgauer Heimerer-Schule vermittelt bekomme, bei meinen Spielern anwenden.“ Das bedeutet unter anderem, dass der junge Fußball-Lehrer, der die Qualifikation B-Lizenz vorweisen kann, Buch über jede der drei Trainingseinheiten pro Woche führt. „Dazu gehört auch, dass wir unsere Spiele filmen. Ich werte die Videos aus und schicke sie meinen Spielern zu, damit sie daraus lernen. Klar ist zudem, dass ich mit ihnen über ihre Spielweise rede und dabei mögliche Fehler anspreche, damit sie noch besser werden. Unsere Spielweise, die wir derzeit pflegen, zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Rohrbach teilt die C-Jugend-Landesklasse in zwei Klassengesellschaften. „Da sind einmal die Mannschaften, die nur das Ziel Nichtabstieg haben und die Teams, deren Spieler sich entwickeln sollen. Er nennt dabei Klubs wie FC Eilenburg, FC Grimma und Eintracht Leipzig-Süd und natürlich auch den Jugendförderverein Union Torgau, deren Schwerpunkt die sportliche Ausbildung der Jungs ist.
Mix aus Mourinho und Guardiola
Rohrbachs Methoden bleiben den Verantwortlichen bei Hartenfels nicht verborgen. „Wir sind froh, mit Steven einen jungen, engagierten, sehr gut ausgebildeten Trainer in unseren Reihen zu haben. Ich finde, er ist eine Mischung aus Mourinho und Guardiola, fussballverrückt und detailverliebt. Steven lebt unseren Sport 24 Stunden und manchmal müssen wir ihn schon etwas bremsen. Er ist noch sehr jung und die Zeit wird ihn bestimmt manchmal etwas ruhiger agieren lassen. Steven verlangt viel von seinen Jungs, aber ist bereit, das zurück zu geben. Auch unsere anderen Übungsleiter partizipieren von seinen Ansätzen und Ideen. Aus den genannten Gründen wollen wir ihm auch mehr Verantwortung übertragen und ihn auf der nächsten Mitgliederversammlung zur Wahl des Nachwuchsleiter sportlicher Bereich vorschlagen“, lobt Hartenfels-Vereinschef Sören Wachsmann seinen jungen Trainer. Für seine Leidenschaft, ehrenamtlich als Nachwuchs-Trainer tätig zu sein, hat Rohrbach seinen Preis gezahlt. „Einige Partnerschaften sind krachen gegangen. Zum Glück habe ich seit 14 Monaten eine Freundin, die fußballbegeistert ist. Sie begleitet mich auch zu Spielen meiner Jungs.“
Apropos Spiele. Um sich fußballerisch weiterzubilden, schaut er sich im Fernsehen vor allem Partien der Ligen in England, Spanien, Frankreich und Italien an. Die Bundesliga kommt aus seiner Sicht im Free-TV zu kurz weg, sodass er sich auf die Berichterstattung über die genannten starken Ligen des Auslands konzentriert. „Dabei kann ich von den dortigen Trainern viel lernen. Ich denke dabei vor allem an Fußball-Lehrer wie Pep Guardiola von Manchester City  und Thomas Tuchel von Paris Saint-Germain.“
Manchmal etwas zu heißblütig
Rohrbach schaut sich von den Großen seiner Zunft viel ab. So lässt er seine C-Jugend mit viel Ballbesitz, gepaart mit schnellem Umkehrspiel, agieren. Auch wenn bei den Jungs oft noch die Konstanz fehlt, schaffen sie sich schon allein mit ihrer wuchtigen Spielweise Erfolgserlebnisse. Rohrbach übt auch Selbstkritik. In bin sehr fanatisch, detailversessen und manchmal auch etwas zu heißblütig. „Mein Co-Trainer Bernhard Ryll (28) muss mich in dieser Hinsicht manchmal bremsen. Aber das ist nicht böse von mir gemeint. Ich schreie meine Jungs nicht an. Ich will sie vor allem motivieren.“
Rohrbachs Fokus liegt derzeit noch voll auf Ausbildung in Richtung seines Ziels, irgendwann hauptamtlich als Fußball-Lehrer arbeiten zu wollen. „Ich möchte Praktika als Trainer bei großen Vereinen absolvieren, dabei viel lernen, und am liebsten einen derart guten Eindruck hinterlassen, dass ich von den Klubverantwortlichen angesprochen werde zu bleiben.“ Wenn er nach Abschluss seiner Ausbildung als Erzieher erst mal ein paar Jahre in einer Einrichtung arbeite, sei das kein Problem. Schließlich sei er noch jung genug, um Erfahrungen für sein großes Ziel Trainer in einem renommierten Klub zu sammeln.

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