Donnerstag, 17. Oktober 2019
Freitag, 11. Oktober 2019

TORGAU

Karl-Friedrich Potzelt: "Ein kleiner Segen für die Stadt"

Karl-Friedrich Potzelt: „Torgau sollte richtig Gas geben!“Foto: Foto: SWB

H. Landschreiber

Karl-Friedrich Potzelt über Festivals, ein Reizthema und kritische Fragen

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Torgau. Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch erklärt Karl-Friedrich Potzelt, Torgauer Stadtrat für DIE LINKE, warum ihm viele Themen unter den Nägeln brennen.

SWB: Wie verlief die Festivalsaison 2019 am Torgauer Entenfang, Herr Potzelt?
Karl-Friedrich Potzelt: Durchweg positiv. Es gab keine nennenswerten Vorkommnisse. Künftig werden wir das Pfingst- Open-Air in Eigenregie organisieren, setzen auf die Vielfalt vieler musikalischer Genres, um die breite Masse noch mehr anzusprechen.
 

Müssen Sie sich als Stadtrat von Ihren Kollegen unbequeme Fragen in Hinblick auf die Musikrichtungen und das damit verbundene Klientel an Besuchern gefallen lassen?
Nein, das hat sich im Vergleich zu den Anfangszeiten gegeben. Im Gegenteil. Ich erfahre viel positive Unterstützung und Resonanz, durchaus aus allen Fraktionen. Zudem sind wir sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit mit Ämtern und Behörden sowie der Feuerwehr. Wir konnten fast alle Vorgaben erfüllen.
 

Wie wichtig sind die Festivals und das Oldtimertreffen am Entenfang für das Vorankommen der Stadt?
Alle Veranstaltungen, egal welcher Couleur, machen die Stadt bekannter. Des Weiteren profitieren Hotels, Pensionen und die Gastronomie. Viele Festivalbesucher, welche die Innenstadt das erste Mal besuchen, sind erstaunt, wie schön Torgau doch ist. Das ist die beste Werbung. Und einige lassen nicht wenig Geld in der Stadt.
 

Hätten Sie dennoch einen Vorschlag, um das Angebot während dieser Zeit noch attraktiver zu machen?
Natürlich, es wäre eine feine Sache, könnte man Boot fahren oder Stand-Up-Paddeln auf dem Großen Teich machen.
 

Das Endless Summer Open Air geht, das Spirit from the Streets Festival soll kommen. Erleichtert?
Es ist schön, wenn die Lücke, welche das Endless Summer gerissen hat, geschlossen werden könnte. Wir sind in hoffnungsvollen Gesprächen mit den Machern des Spirit-Festivals. Es gab weitere Anfragen von anderen Veranstaltern, die meinten: Das Gelände am Entenfang ist zu schade, um hier nichts zu machen. Wir wollen künftig keinen Schritt rückwärts machen, sind nicht auf einen Veranstalter angewiesen, sondern können durchaus unsere Vorstellungen und Wünsche mit in die Waagschale werfen.
 

Dennoch mischt sich der eine oder andere Wermutstropfen in den Freudenbecher.
Das ist wohl so. Die Vorgaben und Auflagen werden Jahr für Jahr mehr. Aber wir haben bewiesen, dass wir alles erfüllen können. Im Vergleich zu anderen Veranstaltungen ziehen wir unsere Festivals mit einer normalen Security durch. An mancher Stelle sollte die Kirche im Dorf bleiben. Ich sage immer leben und leben lassen. Unsere Veranstaltungen sind auch ein kleiner Segen für die Stadt.  
 

Das Amt des Stadtrats erfordert zurzeit den „ganzen Kerl“. Haben Sie noch den Überblick über die ganzen Vorhaben in der Stadt?
Habe ich, ja. Allerdings bin ich ein wenig desorientiert im Hinblick auf den Bahnhof. Ich hoffe, dass der Neubau die Funktionalität gewährleistet, das heißt: Er sollte behindertengerecht sein, die Bahnreisenden sollten Fahrkarten – unabhängig vom Automaten – kaufen können und es sollte einen kleinen Imbiss geben.  Sonst können wir auch eine Haltestelle für weniger Geld bauen.
 

Vielen Zeitgenossen brennen die Baugeschehen der Jugendherberge, des Bahnhofs und der Laga 2022 in Torgau unter den Nägeln. Gehen Ihnen manche Dinge nicht auch zu langsam?
Das muss man differenziert betrachten. Ich bin Mitglied im Förderverein Jugendherberge, und wir sind redlich bemüht, die Jugendherberge schon jetzt zu bewerben. Anfragen sind da. Trotz aller Mehrkosten: Die Jugendherberge genießt einen großen Mehrwert für die Stadt, für die nächsten Generationen. Sicherlich wird jetzt darauf „herumgeritten“, dass die Kosten wieder gestiegen sind. Der Bahnhof bleibt wie gesagt ein Reizthema. Und die Landesgartenschau nach Torgau zu holen, haben alle Fraktionen voller Euphorie beschlossen.  
 

Dennoch heben Sie warnend den Zeigefinger?
Mir geht es um die Nachhaltigkeit der Projekte, das vorhandene Geld sollte sinnvoll eingesetzt werden. Wir haben fast 2020, die Zeit verrennt. Aber es ist bisher wenig zu sehen, was von der Laga kündet. Was der Förderverein Landesgartenschau 2022 Torgau tut, ist gut. Aber es reicht nicht, ein paar Blumenampeln in der Stadt aufzuhängen. Vielleicht können wir uns Oschatz, die 2006 die Laga ausgerichtet haben, zum Vorbild nehmen.  
 

Was sagen Ihre Wähler?
Zunächst einmal: Wir haben die Torgauer hinter dem Vorhaben. Die Fragen werden aber durchaus kritischer. Warum passiert dies nicht, warum dauert das so lange?
 

Wofür würden Sie sich persönlich stärker einsetzen?
Für die Bekämpfung der Kriminalität. Aus meiner Sicht ist die Lage nach wie vor äußerst angespannt. Torgau hat ein Drogenproblem mit einhergehender Beschaffungskriminalität. Dabei geht es nicht allein um Torgau-Nordwest. Schlimm finde ich, dass sich einige am öffentlichen Eigentum vergreifen. Auch das Problem fehlender Radwege oder das Absenken des Bürgersteigs im Nordring an der Schwimmhalle, um Rolli-Fahrern mehr Freiheit zu ermöglichen, würde ich gern stärker in den Fokus rücken. Das kann so teuer nicht sein. Alles, was an mich herangetragen wird, bringe ich im Stadtrat ein.
 

Wenn Sie Ihren Blick zehn Jahre nach vorne richten. Wo steht Torgau dann?
Wenn Torgau richtig Gas gibt und wir parteienübergreifend Einigkeit walten lassen, können wir etwas erreichen. Intransparenz steht der Stadt nicht gut zu Gesicht. Die Abstimmung über das Torgau-Logo war der richtige Weg. Aber, warum werden die Bürger nicht noch mehr in die Entscheidungen, welche wichtig für die Stadt sind, einbezogen?

Gespräch: H. Landschreiber

 


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