Donnerstag, 12. Dezember 2019
Freitag, 15. November 2019

GESPRÄCH AM SONNTAG

Katarzyna Groß: "Tiefgründige Erfahrung"

Von unserem Redakteur Peter Noack

Katarzyna Groß über ihre Erfahrungen und Angebote mit Yoga

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Riesa.  Katarzyna Groß (Yogalehrerin und Heilpraktikerin in Ausbildung) beschäftigt sich schon seit 11 Jahren mit Yoga. Aber nicht nur das. Sie lässt andere Menschen daran teilhaben und zeigt ihnen Wege zur Selbsthilfe auf. Dabei erweitert sie sich ständig ihren Erfahrungsschatz, auch durch die Begegnung mit Menschen, die ihr Interesse teilen. Darüber berichtet sie heute.

SWB: Frau Groß, wie sind Sie zu Yoga gekommen?
Katarzyna Groß: Ich war persönlich auf dem Tiefpunkt. Ich hatte Burnout und fühlte mich ständig gestresst und sehr kaputt. Ich habe mich damals mit Sport wie Kickboxen und Langstreckenlauf abreagiert. Immer mit dem Ziel, meine körperliche Leistungsgrenze zu erreichen. Immer nur HÖHER, SCHNELLER, WEITER.
Das Runterkommen nach der sportlichen Belastung und die gewünschte Entspannung danach wurden immer schwieriger, weil die Probleme im Kopf nicht verschwanden. Ich habe mein Leben radikal geändert und dann habe ich, trotz anfänglicher innerer Abneigung, Yoga ausprobiert und das hat mir komischerweise wunderbar geholfen.
 

Kann man einfach so von Sport zu Yoga wechseln?
Nein. Der Sport an sich hat seine Berechtigung. Ich treibe auch heute noch Sport. Ich hatte anfangs eine sehr große Abneigung gegen Yoga. Einfach mal die Hände nach oben halten und alles ist toll! So etwas konnte ich mir nicht vorstellen. Ich probierte in einer Yogagruppe einfache Übungen aus und merkte, dass ich nach etwa anderthalb Minuten nicht mehr konnte. Spätestens nach drei bis fünf Minuten wurden mir meine Grenzen aufgezeigt. Danach fühlte ich mich glücklich. Vor allem, weil die Übung dann vorbei war. (Lacht!) Das war das Verrückte daran. Und seitdem habe ich das immer weiterentwickelt.
 

Nicht sehr viele Menschen haben sich schon mit Yoga beschäftigt. Wie würden Sie Yoga beschreiben?
Grundsätzlich muss ich sagen: Mann muss zur Veränderung bereit sein. Es ändert sich nichts, bis Du Dich selbst änderst und plötzlich ändert sich alles. Mein Yoganame SARANDEV bedeutet „ein heiliger Zufluchtsort“. Yoga und eine persönliche Entwicklung werden bei mir großgeschrieben. Das persönliche Wissen wird zur Weisheit durch die eigene Erfahrung. Yoga ist eine Beziehung zu sich selbst, eine Verbindung von Körper, Geist und Seele; keine Religion; eine auf Vernunft und Verstand aufgebaute Wissenschaft; eine Lebenseinstellung; ein Lebensstil; ein Werkzeug, um sich wieder gesund zu machen. Yoga ist alles, Yoga ist nichts, Yoga ist all das, was Du willst und was Du daraus machst.
„Die größte Kunst ist es zu sitzen, zu warten und es kommen / passieren zu lassen“ sagte mal Yogi Bhajan. „Die größte Kunst ist es zu sitzen, zu warten und es (über sich er-)gehen zu lassen / loszulassen“, sage ich, Katarzyna Sarandev Kaur Groß. Wer den Mut hat, sich selbst besser kennenzulernen, ist bei mir herzlich willkommen.
 

Das kling sehr einfach und doch kompliziert. Wie kann man am besten in Yoga einsteigen?
Auf jeden Fall ist es gut, wenn man von einer erfahrenen Yogalehrerin begleitet wird. Aber das Wichtigste ist zu lernen, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Das kann niemand anderes machen, als man selbst. Nach und nach lernt man, Alltagsprobleme von einer anderen Position zu betrachten. Man kann Sorgen „wegatmen“. Ich habe mir einen Grundsatz erarbeitet: ATME, LÄCHLE, GEH' DA DURCH. Das hilft ungemein in jeder Lebenssituation – ob an der Kasse beim Einkaufen oder kurz vor der OP im Krankenhaus. Am besten ist es, mit Yoga in einer Gruppe einzusteigen – die Yogalehrerin korrigiert ggf. die Haltung und in der Gruppe fühlt man sich mit seinen Problemen und körperlichen Beschwerden wie Rücken- und Schulterschmerzen und Verspannungen nicht allein. Jede meiner Yogagruppen entwickelt sich in meinen Kursen zu einer kleinen Yogafamilie. Mir ist der Mensch an sich sehr wichtig und es interessiert mich auch sehr, wie es dem Menschen hinter der Fassade wirklich geht.
 

Sie haben sich intensiv mit dem Sterben und dem Tod in Zusammenhang mit Yoga beschäftigt. Was können Sie darüber berichten?
Mit Yoga findet man innere Ruhe. Mit dem Tod findet jeder Mensch seine absolute Ruhe. Yoga und Tod stehen nach meiner Meinung im Zusammenhang. Der Tod gehört zum Leben dazu. Denn auch das Leben hat vier Jahreszeiten. Die meisten Menschen leben so, als ob sie unsterblich wären und achten die Naturgesetze nicht. Dann ist der Schock groß, wenn auf einmal jemand stirbt – ob ein lieber Mensch oder Meerschweinchen – das spielt keine Rolle. Um meine Erfahrungen im Umgang mit dem Tod zu sammeln, begleitete ich eine Zeit lang einen Bestatter und arbeitete einen halben Tag in einem Krematorium. Das hat mir für das Verständnis des Todes sehr geholfen. Am 24. November biete ich einen Kurs zum Thema Tod an: „Lerne sterben / lerne loslassen“. In der Zeit von 10 bis 16 Uhr werde ich gemeinsam mit einem Bestatter meines Vertrauens Wissenswertes zum Thema Yoga, Sterben und Tod vermitteln und mit entsprechenden Übungen begleiten. Einige wenige Plätze sind noch frei. Einen entsprechenden Kurs „Lerne leben / richtig leben“ bereite ich für das Frühjahr vor.
 

Yoga scheint sehr anstrengend zu sein und jetzt auch noch das Thema Tod. Macht das denn trotzdem noch Spaß?
Ja, selbstverständlich. Das Ziel ist doch: Den Menschen soll es nach dem Yoga gut gehen. Der Vorteil nach einer Yoga-Übung ist: Die schlechte Energie ist raus – so kann man auch die weniger schönen Gefühle / Emotionen wie Wut sozialverträglich rauslassen. Ein wunderbarer Nebeneffekt bei mir persönlich war wieder ein gesunder Schlaf. Früher hatte ich selbst oft Schlafstörungen und die sind jetzt wie weggezaubert. Man kann Yoga mit Anstrengung, Entspannung und Meditation wunderbar kombinieren, damit es „so“ anstrengend erst gar nicht ist. Singen befreit (vor allem die Lunge) während des Yoga-Unterrichts ebenfalls. Yogische Mantren zu singen und der yogische Schlaf sind sogar sehr erholsam und machen glücklich. Jeder Yogaschüler lernt seine Muskeln und somit seinen eigenen Körper besser kennen. Muskeln, von denen er gar nicht wusste, dass es diese in seinem Körper gibt.
 

Wo können sich Interessenten über Yoga informieren?
Am einfachsten erhält man Informationen im Internet unter www.sarandev.yoga. Weitere Kontaktmöglichkeiten sind per Mail unter: info@sarandev.yoga oder per Telefon unter +49 (0) 174 4530800. Yoga-Kurse finden in Riesa-Gröba montags, mittwochs und donnerstags bei SARANDEV Yoga in der Kirchstraße 29a (im Bootshaus Lok Riesa) statt. In diesem Zusammenhang möchte ich auch zum 1. Moritzburger Yoga Festival am 1 und 2. Februar 2020 in Moritzburg einladen: https://www.facebook.com/YogafestivalMoritzburg/


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