Dienstag, 9. März 2021
Montag, 22. Februar 2021

TORGAU

Kleingärtner in Torgau in den Startlöchern

Von unserem Redakteur Bärbel Schumann

Die warmen Sonnenstrahlen haben viele Kleingärtner auf ihre Parzelle gelockt. Sie sind in den Startlöchern für die neue Gartensaison.

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Torgau?Die Sonne kitzelt beim Spaziergang am Großen Teich oder über die Elbwiesen im Gesicht. Radfahrer scheint es auf Grund der Temperaturen hinaus zu ziehen, um mit der Familie oder sogar Freunden in und um Torgau aktiv an der frischen Luft zu sein. Und wie ist es um die vielen Kleingärtner in den über 20 bestehenden Gartenanlagen in der Elbestadt bestellt? TZ saht sich um und entdeckte nicht nur erste weiße und gelbe Farbtupfer von Blüten in den Gärten.

Gartenjahr begann mit Aussaat

Geschützt stehend und mit reichlich Sonne bedacht zeigen sich die Winterlinge in Garten der Familie Müller. „Entweder sie nennen die Gartenanlage oder den Namen. Beides wollen wir nicht, denn es wurde schon oft in unserer Anlage eingebrochen. Zum Glück sind wir diesen Winter bisher verschont worden“, erklärt die Mitsechzigerin und putzt die Scheiben der Gartenlaube. 

Ihr Mann ist im Gewächshaus verschwunden. Die ersten Radieschen sollen ausgesät werden. „Das ist noch Samen vom alten Jahr. Da ist es nicht schlimm, wenn’s schief geht“, ergänzt sie. Daheim hat das Ehepaar in Schalen und Blumentöpfen auf den Fensterbänken der Neubauwohnung schon das erste Gemüse zur Anzucht der Jungpflanzen ausgesät. Auch ein Topf mit Blumen ist dabei, denn wenn bei den Frühblühern alle durch sind, soll es auf den Rabatten weiterhin bunt blühend im Gartenjahr sein.

Am anderen Ende der Stadt nahe dem Großen Teich gibt es gleich mehrere Gartenanlagen. In einer hat seit Oktober vergangenen Jahres Familie Kondar einen leerstehenden Garten übernommen. Viel Zeit blieb  im vergangenen Jahr nicht, hier aufzuräumen. Doch Frantizek Kondar, der seit 2016 in Torgau mit seiner Familie lebt und arbeitet, schaut sich an diesem Nachmittag um und plant das weitere Vorgehen. Im Garten müssen wieder Beete angelegt, Bäume und Hecken grundlegend verschnitten, die Laube saniert werden. 

Berliner in Torgau

Nahe dem Eingang der Anlage „Morgenrot“ lädt Christian Kolb aus dem Auto einen Sack Zement in einen Trolley. „Ich will den Zaun stabilisieren. Der scheint nicht stabil genug in einem unserer übernommenen Gärten zu sein“, erklärt der Berliner. Seit dem vergangenen Jahr hat er mit seiner aus Torgau stammenden Partnerin einen Garten gepachtet und einen weiteren in Pflege übernommen. „Meine Frau stammt von Torgau und ihre Mutter hat auch einen Garten in der Anlage“, erzählt er. In Berlin hatte das Paar schon versucht einen Kleingarten zu bekommen. „Da gibt es Wartelisten von drei bis vier Jahren und man muss sehr hohe Ablösesummen bezahlen.“ 

Bei Besuchen in Torgau hatten sie festgestellt, dass in einigen der Anlagen manche Parzelle ein trostloses Dasein fristete.  Also schaute man sich um und fand einen Garten ganz in der Nähe der Mutter. „Und so weit ist es auch wieder nicht von Weißensee bis nach Torgau. Wenn man hier ist, kann man ganz gut abschalten. Aber jetzt wartet in den nächsten Wochen erst mal allerhand Arbeit auf uns. Im vergangenen Jahr haben wir schon Bäume gefällt, die nicht mehr in Ordnung waren. 

Enormer Leerstand

Während anderswo im Landkreis es Wartelisten in mancher Sparte gibt, scheint das in einigen der Torgauer Anlagen nicht so zu sein. Beim Spaziergang durch die großen Anlagen an der Dahlener Straße sieht man viele Gärten, in denen wohl schon seit Jahren keine Menschenhand am Arbeiten war. Schade, denn hier nahe dem Großen Teich könnte man nicht nur Gärtnern, sondern auch auf Grund der günstigen Lage manchen Kurzurlaub verbringen. Im Gespräch bestätigt mancher Kleingärtner, dass er hier mit der Situation in der Anlage unzufrieden ist, auf ein Zeichen aus dem Vorstand hofft, wartet. Mit Blick auf die Laga, wäre hier Initiative und Handeln gefragt.  Immerhin gibt es laut Andreas Zschau, Geschäftsführer des Kreisverbandes Torgau–Oschatz der Kleingärtner, allein in Torgau Süd derzeit rund 60 Gärten, die auf einen neuen Pächter hoffen. In ganz Torgau umfasst der Leerstand derzeit 155 freie Gärten.


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