Samstag, 4. Februar 2023
Dienstag, 14. Dezember 2021

TORGAU

Torgauer Krankenhaus im Ausnahmezustand: 90 Prozent der Intensivpatienten ungeimpft 

Die aktuelle Coronawelle hat die Intensivstationen des Freistaates gefuellt, sodass das Personal an und ueber der Belastungsgrenze arbeitet.Foto: Jens Buettner

von unserer Redakteurin Laura Krugenberg

Torgau. Die Intensivbetten des Torgauer Krankenhauses sind seit Anfang November durchgängig belegt. Auch die Zahl der Patienten mit schweren Covid19-Verläufen sind gestiegen. 

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Die Lage ist mehr als angespannt. Das Coronavirus hat das Land seit nun fast zwei Jahren fest im Griff. Deutschlandweit vermelden Krankenhäuser ausgeschöpfte Kapazitäten auf Intensivstationen und Personal, welches an und über der Belastungsgrenze arbeitet. Seit dem Ausbruch der Pandemie sind  laut Landesuntersuchungsanstalt Sachsen und dem Robert-Koch-Institut, in Nordsachsen bereits 462 Menschen an dem Coronavirus gestorben. Und auch im Kreiskrankenhaus Torgau „Johann Kentmann“ gGmbH spitzt sich die Situation seit November weiterhin zu.   

Immer mehr schwere Verläufe

Obwohl die Inzidenz im Landkreis in den letzten Tagen stetig gesunken ist, hat man im Torgauer Krankenhaus wenig Hoffnung auf eine baldige Entspannung der Lage: „Aktuell verzeichnen wir weniger Patienten auf den normalen Covid-Stationen, dafür vermehrt schwere Verläufe. Kürzlich haben wir einen leichten Rückgang verzeichnen können, welcher sich innerhalb weniger Tage in eine erneute Zunahme der stationären Fälle umkehrte”, erklärt Anna Sprenger, Assistentin der Geschäftsleitung. Von den insgesamt acht Intensivbetten sind seit November nahezu alle durchgängig belegt. Durchschnittlich fünf Coronapatienten mit schweren Verläufen werden seit vergangenem Monat dort behandelt. Dabei versucht das Krankenhaus laut eigener Aussage, wenigstens ein Intensivbett für Non-Covid-Notfälle freizuhalten. „Seit Mitte November 2021 haben wir zunehmend Patienten mit schweren Verläufen. Ungefähr 90 Prozent davon sind ungeimpft”, so das Krankenhaus. Doch auch sogenannte Impfdurchbrüche müsse man nun zunehmend behandeln. Bei diesen Fällen, erklärt Sprenger, liegt die letzte Impfung meist länger als ein halbes Jahr zurück und die Auffrischungsimpfung wurde versäumt oder die Patienten haben bereits eine schwere Grunderkrankung, die den Verlauf verschlimmert.

Verlegungen notwendig

Dass die Lage ernst ist, zeigt auch die Zahl der Patienten, die in Torgau nicht ausreichend versorgt werden konnten, weil kein Intensivbett verfügbar war oder sie die  Leistungen (ECMO) benötigten, welche vor Ort nicht angeboten werden können. Seit Beginn der aktuellen Welle fanden deshalb bereits 15 Verlegungen in andere sächsische Krankenhäuser, statt. „Durch die Koordination des Clusters Leipzig wird uns als Haus die Verlegung innerhalb des Clusters aber auch über die Landesgrenze in andere Bundesländer erleichtert. Über das Kleeblatt konnten sogar zwei Patienten in andere Bundesländer verlegt werden. Wir sind dem Koordinierungsteam dafür sehr dankbar.”

Doch nicht nur die Auslastung der Intensivbetten macht die Bewältigung der derzeitigen pandemischen Folgen zu einem Kraftakt. Der Krankenhaus-Regelbetrieb befindet sich seit dem 16. März vergangenen Jahres im aktiven Alarm- und Einsatzplan. Das heißt, der normale Regelbetrieb ist einem regulären Notfallbetrieb gewichen. „Es ist für das gesamte Personal eine Belastung. Es gibt derzeit kaum einen Bereich, der nicht von coronabedingten Maßnahmen und Umstellungen betroffen ist – auch wenn dort keine Covid-Patienten versorgt werden”, erklärt Sprenger.   

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, hat sich das Krankenhaus entschlossen,  ab dem 22. Dezember auch Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren zu impfen. Durchgeführt werden diese in der Abteilung der Kinder- und Jugendmedizin. Die Gegebenheiten vor Ort ermöglichen derzeit einen Impftag pro Woche. Laut Krankenhaus können dort maximal 20 Kinder in der Woche  geimpft werden. Deshalb werden interessierte Eltern gebeten, sich über die E-Mail-Adresse Kinder@KKH-Torgau.de für einen Impf-Termin anzumelden. Am jeweiligen Impftag sind Termine voraussichtlich ab 14 Uhr möglich.

Neue Besuchsregelung

Zudem gelten ab heute neue Regelungen für Besucher. Zu dem nach wie vor beschränken Besuchsrecht kommt die 3-G-Regelung hinzu. Dabei gilt: Es erhalten nur Geimpfte und Genesene Zutritt, deren Impfung oder Genesung nicht länger als sechs Monate zurückliegt. Getestet werden im Krankenhaus nur noch Patienten für die stationäre Aufnahme. Diese erfolgen Montag bis Freitag von 6 bis 12 Uhr. Informationen zu den Testzentren finden Sie auf der TZ-Serviceseite.

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