Freitag, 23. September 2022

DREIHEIDE

Einigkeit in Dreiheide: "Wir sind und bleiben Heide!"

Unter dem Motto "Gemeinsam stark für unseren Naturpark Dübener Heide!" agieren sich seit Jahren erfolgreich Karsta Niejaki, Axel Mitzka und Ulrich Blanke (v.l.n.r.). (Bärbel Schumann)

von Bärbel Schumann

In diesem Jahr feiert der Naturpark Dübener Heide sein 30-jähriges Bestehen. Die drei Ortsteile der Gemeinde Dreiheide liegen in ihm. Die Kommune macht nicht nur deshalb dem alle Ehre.

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Dreiheide In diesen Wochen ist im Naturpark Dübener Heide besonders viel los. Es ist Herbstzeit, Pilzsammler strömen in die Wälder. Es ist aber auch die Zeit für die letzten Ernten auf den Äckern, Zeit zum Jagen und Holzeinschlagen, Zeit für besondere Entdeckungen in der rund 75 000 Hektar großen Kulturlandschaft, die sich über Sachsen und Sachsen-Anhalt erstreckt. In diesem Herbst kommt noch eine Besonderheit hinzu: Der Naturpark wird im Oktober 30 Jahre alt. Es ist Zeit für den Verein, Rückschau zu halten. Wo kann man das geballter, als in einer Kommune, die den Heidenamen in sich trägt: Dreiheide.

"Wir sind Heide", erklärt Bürgermeisterin Karsta Niejaki (parteilos). In ihren Worten klingen Stolz, Heimatverbundenheit. Schon lange engagierte sie sich in Vereinen. "Mir war stets wichtig, dass Leben im Dorf, in der Heide ist, dass Traditionen nicht in Vergessenheit geraten. Dass Dinge erhalten und geschaffen werden, die unsere Heideregion auch für Besucher interessant macht", erklärt sie. Und das ist die Region des Naturparkes Dübener Heide, weiß die Großwigerin.

Sie versucht mit dem Gemeinderat viele Dinge auf den Weg zu bringen. "Ich freue mich, dass unsere Weidenhainer Grundschule Naturpark-Schule wurde. Hier erhalten unsere Kinder über den Unterricht hinaus viel Wissen über ihre Heimat vermittelt", so Niejaki. Viele Anstrengungen wurden unternommen, die dem Tourismus dienen. Genannt seien hier der Ausbau von Wanderwegen, der Erhalt der Großwiger Mühle und der Freizeitoase Paradies und der Heimatstube in Süptitz.

"Es müssen nicht immer große Dinge. Mit dem Regionalbudget für die Dübener Heide kann man über den Naturpark schon kleine Projekte mit großer Wirkung umsetzen." Im vergangenen Jahr bekam so der Großwiger Spielplatz einen Rutschturm, Sitzgruppen konnten in Großwig und Süptitz an Ausflugszielen und Wanderwegen aufgestellt werden. Die Freifläche im Großwiger Paradies erhielt neuen Fußboden und Sitzmöbel. Und mitten in Süptitz auf der Freifläche kündet nun auch ein Schild an einer neuen Sitzgruppe davon, dass diese auch mit Unterstützung des Naturparkes entstand. "Wir haben als Kommune die Möglichkeit, mit einer 80-prozentigen Förderung auch mal scheinbar kleine Vorhaben umsetzen zu können, die für alle nützlich sind, ohne dafür große Summen ausgeben zu müssen", so die Bürgermeisterin. In diesem Jahr werden in Dreiheide über das Regionalbudget noch der Großwiger Spielplatz eingezäunt und das Areal am Jägerteich in Weidenhain bekommt eine Sitzgruppe.

In den drei Heidedörfern der Gemeinde gibt es Unternehmen, die eng mit der Heide verbunden sind. Die Agrar GmbH Heideland in Großwig gehört dazu. 1992 aus verschiedenen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften hervorgegangen, wirtschaften unter deren Dach gleich mehrere Betriebe. Hier wird bei der Haltung der 300 Milchkühe, 200 Fleischrinder, bei der Haltung von Mastbullen und Nachzucht auf naturnahe Tierhaltung seit Jahren gesetzt. Heißt auch, dass man die Tiere auf den Wiesen der Heidelandschaft sehen kann. Zudem werden auf den rund 1300 Hektar umfassenden Feldern Kartoffeln angebaut, die nicht nur die Kunden aus den Heidedörfern im Großwiger Hofladen gern einkaufen. Konsequent wird auf den Feldern das Futter für die eigenen Betriebe vor Ort angebaut. Auf diese Weise werden regionale Kreisläufe gestärkt. "Der Hofladen ist ein echter Geheimtipp in der Heideregion", erklärt Axel Mitzka, Vorsitzender des Heidevereins. "Da kommen auch viele Städter vorbei, um sich einzudecken." Mitzka zeigt sich nicht nur von der Regionalität begeistert, die Geschäftsführer Ulrich Blanke mit seinen Mitarbeitern bei allen wirtschaftlichen Unternehmungen an den Tag legt. Er ist auch begeistert davon, dass Blanke seit Jahren mit dem Erwerb der Heide-Aktien das Engagement von Verein und Naturpark unterstützt.

Die Heide-Aktie wurde erstmals 2008 ausgegeben und ist eine Spende. Inzwischen gibt es über 70 Heide-Aktionäre. Das wichtigste daran aber ist, dass auf diese Weise Menschen und Unternehmen in der Heide-Region mit dazu beitragen, damit Vorhaben und Projekte wie zur Förderung der Naturparkschulen und der anderen Kindereinrichtungen umgesetzt werden können. "Im vergangenen Jahr konnten wir über den Erwerb von 58 Heide-Aktien 5600 Euro einnehmen", nennt der Vereinsvorsitzende Zahlen.

Eine Selbstverständlichkeit nennt Geschäftsführer Ulrich Blanke sein Engagement auf diesem Gebiet. "Wir sind doch Heide, versuchen mit den hier vorhandenen Naturbedingungen im Einklang zu leben und zu wirtschaften. Das ist gewiss nicht immer einfach für uns Landwirte, aber wir versuchen das Beste daraus zu machen", erklärt er.

Der Verein Dübener Heide wurde am 28. September 1930 in Bad Düben den gegründet. Ziel damals: Die Städter auf die Heide als Ausflugsregion aufmerksam machen. In der ehemaligen DDR gab es den Verein nicht. Am 31. März 1990 wurde er neu gegründet und ist als Träger des Naturparks Dübener Heide einer der größten Bürgervereine zwischen Elbe und Mulde. In seinen Reihen engagieren sich mehr als 360 Mitglieder.

Der Naturpark Dübener Heide ist das größte zusammenhängende Mischwaldgebiet in Mitteldeutschland. Naturparke verbinden den Schutz und die Nutzung von Natur und Landschaft.

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