Montag, 30. Mai 2022

NORDSACHSEN

Verstopfung durch Laktoseintoleranz: Diagnose und Behandlung

Leiden Betroffene an einer sogenannten Laktoseintoleranz, so vertragen sie Milchprodukte und Kuhmilch sehr schlecht. Die Ursache hierfür liegt jedoch nicht etwa in einer Allergie, sondern in einem Enzymmangel begründet. Häufig äußert sich eine Intoleranz gegenüber Laktose mit einem Blähbauch, Krämpfen oder Durchfall. Jedoch kann auch eine Verstopfung durch Laktoseintoleranz entstehen.

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Laktoseintoleranz: Was im Körper passiert

Bei einer Laktoseintoleranz ist der Körper nicht in der Lage, das Enzym Laktase eigenständig zu bilden. Normalerweise stellen die Schleimzellen im Dünndarm dieses Enzym her, können dies bei einer Laktoseintoleranz aber gar nicht oder nur unzureichend. Folglich wird der Zweifachzucker nicht von der Dünndarmschleimhaut aufgenommen und wandert weiter in den Dickdarm. Dort versorgt er die Bakterien, sodass spezielle Abfallstoffe wie Milchsäuren, Fettsäuren oder Gase entstehen. 

Mediziner unterscheiden hierbei zwischen einer primären und sekundären Laktoseintoleranz. Eine primäre Intoleranz haben manche Menschen entweder von Geburt an (neonataler Laktasemangel) oder entwickeln diese im Laufe ihres Heranwachsens. Daneben ist es möglich, eine dauerhafte oder temporäre Laktoseintoleranz zu erwerben. Dies geschieht immer dann, wenn die Darmschleimhaut geschädigt ist, etwa bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Infektionen oder bestimmten Nahrungsmittelallergien (etwa Glutenunverträglichkeit). Daher kann solch eine erworbene Laktoseintoleranz auch von selbst wieder verschwinden, sobald Betroffene die ursächliche Erkrankung erfolgreich behandeln.

Warum Laktoseintoleranz in seltenen Fällen zu Verstopfung führt

In den meisten Fällen geht eine Laktoseintoleranz mit Symptomen wie krampfartigen Bauchschmerzen, Blähungen und/oder Durchfall einher. Auch Völlegefühl, Übelkeit oder Erbrechen (selten) können bei einer Laktoseintoleranz auftreten. Verstopfungen durch Laktoseintoleranz sind eher selten, sodass einige Betroffene lange Zeit nicht wissen, welche Ursache hinter ihren Beschwerden steckt. Ursächlich für die Verstopfung sind häufig die Darmgase, die Pupse verursachen und die Eigenbewegungen im Darm verlangsamen. Deshalb geht die Darmtätigkeit in manchen Fällen stark zurück, sodass Betroffene seltener Stuhlgang haben und zudem über eine schmerzhafte oder erschwerte Darmentleerung klagen. Ob schlussendlich eine Laktoseintoleranz oder eine andere Ursache hinter den Symptomen steckt, kann nur ein Arzt klären. 

Laktoseintoleranz durch Verstopfung: Was macht der Arzt? 

Treten typische Symptome auf, so sollten Betroffene zeitnah einen Arzt aufsuchen, der die Diagnose stellen kann. Aussagekräftiger als ein genetischer Test ist etwa der standardisierte Provokationstest. Bei diesem Test trinken Betroffene eine Milchzuckerlösung (meist mit etwa 50 g Laktose). Anschließend ermittelt der behandelnde Arzt den Blutzucker und fragt nach möglichen Beschwerden. Alternativ kann ein Atemtest Aufschluss darüber geben, ob der Körper Laktose verträgt oder nicht. Auch hier trinken die Patient*innen eine Milchzuckerlösung. Anschließend misst der Arzt in regelmäßigen Abständen (nach einer halben Stunde, einer Stunde und zwei Stunden) den Wasserstoffgehalt der Ausatemluft. Ist dieser erhöht, so ist von einem Laktasemangel auszugehen. Behandlungsbedürftig ist diese Intoleranz aber erst dann, wenn daneben die typischen Beschwerden vorliegen.

Leben mit Laktoseintoleranz: Was Betroffene tun können

Eine Laktoseintoleranz ist nicht heilbar, aber durch eine angepasste Lebensweise sehr gut behandelbar. Um die Symptome bei einer Laktoseintoleranz zu lindern, müssen Betroffene laut Beobachtungsstudien konsequent auf Kuhmilch und alle damit verbundenen Milchprodukte verzichten oder deren Anteil stark reduzieren. Abhängig davon, wie ausgeprägt die Intoleranz gegenüber Laktose ist, vertragen Patient*innen täglich lediglich nur noch sechs bis zehn Gramm Milchzucker.  Sinnvoll ist es, so schnell wie möglich auf pflanzliche Alternativen umzusteigen, die keinerlei Laktose enthalten (beispielsweise Minus L-Produkte). 

Da in manchen Situationen das Vermeiden von laktosehaltigen Lebensmitteln nicht ohne weiteres möglich ist, sollten Betroffene mit ihrem Arzt besprechen, ob sich eine Einnahme von Laktasetabletten lohnt. Diese Enzympräparate, die in unterschiedlichen Dosierungen erhältlich sind, lassen sich beispielsweise vor einem Restaurantbesuch oder bei Familienfeiern oder im Urlaub einnehmen. Da diese Präparate international nicht standardisiert sind, müssen Betroffene ihre Dosis individuell (abhängig von ihren Ernährungsgewohnheiten) anpassen.

Besondere Vorsicht ist zudem bei Medikamenten geboten. In einigen Arzneimittelnist Laktose enthalten. Sollten sich Betroffene nicht sicher sein, ob sie das jeweilige Arzneimittel nehmen können, sollten sie lieber einmal mehr mit dem behandelnden Arzt Rücksprache halten. In schwerwiegenden Fällen kann auch eine Umstellung der Ernährung sowie ein Diätplan notwendig sein. Für Patient*innen, die vollständig auf laktosehaltige Lebensmittel verzichten, ist eine zusätzliche Kalziumzufuhr notwendig, um Erkrankungen wie Knochenschwund vorzubeugen.

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