Samstag, 13. August 2022
Freitag, 29. Juli 2022

TORGAU

Matthias Löwe: "Jederzeit Trinkwasser in bester Qualität"

Die Verbandsversammlung des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz wählte Matthias Löwe vor sieben Jahren zu ihrem Vorsitzenden. Seitdem bekleidet der Bu¨rgermeister der Stadt Dahlen dieses Ehrenamt und fungiert als gesetzlicher Vertreter des Wasserverbandes. Foto: Wasserverband

Von unserem Redakteur Jochen Reitstätter

Die Trockenheit führte allen aufs Neue vor Augen, welch kostbares Gut Wasser ist. Das SWB fragte bei Matthias Löwe nach, wie es um die Trinkwassersituation in der Region bestellt ist.

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SWB: Herr Löwe, seit 1994 verantwortet Ihr Unternehmen, seit 2019 namentlich die Veolia Wasser Deutschland GmbH, den Betrieb der wasserwirtschaftlichen Anlagen für den Wasserverband Döbeln-Oschatz. Wie hat sich die Wassersituation seither verändert?

Matthias Löwe: Die Trinkwasserversorgung der Menschen in unserem Verbandsgebiet ist eine hoheitliche Aufgabe der Kommunen, die sich im Wasserverband Döbeln-Oschatz zusammengefunden haben. Wasserversorgung ist gerade im Hinblick auf den Klimawandel, den wir alle vor allem in Form von großer Hitze und lang anhaltender Trockenheit wahrnehmen, ein kontinuierlicher Prozess, der langfristige Maßnahmen erfordert. Grundwasservorkommen etwa versiegen nicht von heute auf morgen und füllen sich auch nicht in kürzester Zeit. Von daher kann ich für das Verbandsgebiet Döbeln-Oschatz sagen, dass die Trinkwasserversorgung in all den Jahren jederzeit gesichert war. Wir arbeiten gemeinsam mit unserem Betriebsführer, der Veolia Wasser Deutschland GmbH, daran, dass unsere Kunden auch in Zukunft jederzeit den Hahn aufdrehen und Trinkwasser in bester Qualität nutzen können.

Gibt es Anzeichen, dass in der Region Einschnitte bei der Trinkwassergewinnung drohen, wenn die Sommer so heiß bleiben?

Wir sehen momentan keine Anzeichen, dass die Grundwasserstände in unserer Region so weit sinken könnten, dass wir die Wassergewinnung einstellen oder Maßnahmen zur Reduzierung der Wasserversorgung einleiten müssten. Das ist aber kein Freibrief, Wasser zu verschwenden. Vielmehr müssen wir alle verinnerlichen, sorgsam mit dieser kostbaren Ressource umzugehen. Wir alle sollten uns einmal bewusst machen, wofür wir Wasser wirklich einsetzen wollen. Und wir sollten uns fragen, was tatsächlich notwendig ist. Zum Beispiel auf tägliches intensives Wässern von Rasenflächen zu verzichten, würde den gesamten Wasserverbrauch reduzieren und damit helfen, die Versorgung auch im Hochsommer sicher zu gewährleisten.

Welche Maßnahmen und längerfristigen Pläne gibt es, um die Wasserversorgung dauerhaft zu sichern?

Entsprechend der gerade erst durch den Freistaat Sachsen verabschiedeten „Grundsatzkonzeption öffentliche Wasserversorgung Sachsen 2030“ plant auch der Wasserverband Döbeln-Oschatz die weitere regionale Vernetzung von Versorgungszonen zum Ausgleich von Dargebotsreserven und möglichen lokalen Defiziten. Ein wichtiger Bestandteil zur künftigen Absicherung der Wasserversorgung ist zum Beispiel die stetige Überwachung der Grundwasserpegel und die kontinuierliche Instandhaltung der Anlagen und Netze. Grundsätzlich sind wir in der Region sehr gut aufgestellt. Durch den Netzverbund verschiedener Wasserwerke und -fassungen können wir Veränderungen ausgleichen und insbesondere bei der Wassereinspeisung flexibel reagieren; das ist gerade im Sommer wichtig.

Was raten Sie den Menschen, um spürbar Wasser einzusparen und somit auch den eigenen Geldbeutel zu schonen?

Es kann jeder Einzelne schon mit vergleichsweise geringem Aufwand einen Anteil zum schonenden Umgang mit der Ressource Trinkwasser beitragen. Es hilft zum Beispiel, Regenwasser aufzufangen und zuerst damit zu gießen, auf besonders durstige Pflanzen auf dem Balkon und im Garten bewusst zu verzichten oder auch statt eines großflächigen, englischen Rasens, Rasenflächen als sogenannten Trockenrasen anzulegen. Diese Rasensorten sind sehr hitzetolerant und haben einen reduzierten Wasserbedarf. Ebenfalls raten wir, nicht nach 21 Uhr oder in den frühen Morgenstunden oder in der prallen Sonne zu gießen, da sonst das Wasser sofort wieder verdunstet. Und: lieber einmal weniger, dafür kräftig gießen, sodass das Wasser bis in die tieferen Erdschichten vordringen kann, wo es besser gespeichert wird. Eine Schicht Rindenmulch unter Bäumen oder Sträuchern hilft auch, die Feuchtigkeit besser zu halten.

• Weitere Informationen über den Wasserverband Döbeln-Oschatz gibt es im Internet unter www.wasserverband-doebeln-oschatz.de/wasserverband/

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