Donnerstag, 17. Januar 2019

 
Freitag, 11. Januar 2019

MOCKREHNA

Mit Einladung zum Doppel

Peter Klepel

von unserem Redakteur Christian Wendt

Mockrehna. Gemeinderat und Langenreichenbachs Ortsvorsteher Detlef Bölke hatte noch im Dezember vergeblich darum gekämpft, für Januar eine Gemeinderatssitzung einzuberufen. „Ich wüsste nicht, was ich Euch erzählen soll“, hatte Bürgermeister Peter Klepel daraufhin erwidert. Hat Klepel wirklich nichts zu berichten? Die Torgauer Zeitung hakte im Zuge ihrer nun im neuen Jahr anlaufenden Bürgermeister-Interviews nach.

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TZ: Herr Klepel, Sie eröffnen den Reigen. Und wer anfängt, darf sich etwas wüschen.

Peter Klepel: Ach so? Was denn?

 

Auf welche Frage würden Sie nur ungern antworten?

Ha! Wie’s ums Grundzentrum bestellt ist.

 

Warum?

Weil dazu im vergangenen Jahr in Ihrer Zeitung alles bereits berichtet wurde – angefangen bei der Problematik der Erweiterung der beiden Einkaufsmärkte bis hin zu Erleichterungen bei der Genehmigung von Eigenheimstandorten, die Grundzentren nun einmal mit sich bringen. Darüberhinaus gibt es derzeit wirklich keinen neuen Stand. Wir werden dran bleiben und weiter um den Grundzentrumsstatus kämpfen.

 

Gut, beginnen wir also mit den erhöhten Aufwandsentschädigungen für Gemeinde- und Ortschaftsräte, die der Gemeinderat noch im Dezember mit großer Mehrheit beschloss. Nur einer, nämlich Sandro Oschkinat, hatte sich dazu kritisch geäußert...

Was ja auch sein gutes Recht ist. Aber ich glaube, dass die 38000 Euro Mehrausgaben gut angelegtes Geld sind. Ohne engagierte Gemeinde- und auch Ortschaftsräte geht es nun einmal nicht. Da kann ich als Bürgermeister als noch so knauserig gelten.

 

Aha, die 30000 Euro gehören also zu einem Belohnungssystem?

Das Ehrenamt kann nicht hoch genug geschätzt werden, weswegen sich die Gemeinde ja auch dazu durchgerungen hat, die wichtigen Posten bei der Feuerwehr und Entscheidungsgremien finanziell ein wenig aufzuwerten. Von den 38000 Euro fallen 19000 Euro bei den Ortsvorstehern an, was wir nicht beeinflussen können und einfach vom Land gesetzlich fest- beziehungsweise vorgeschrieben wurde.

 

Ihrer Kämmerin bereiten die Mehrausgaben keine Bauchschmerzen?

Sicherlich ist die Summe nicht ohne. Aber fairerweise muss man auch sagen, dass Gemeinde- und Ortschaftsräte jetzt wieder das bekommen, was sie vor ein paar Jahren schon mal erhielten. Da relativiert sich der Begriff „Erhöhung“ recht schnell.

 

Wird recht schnell auch an einer Änderung der Betreuungssatzung der Kindereinrichtungen gearbeitet? Immerhin hatten Sie im Dezember auf Bürgernachfrage in Audenhain durchblicken lassen, dass die Gemeinde in diesem Jahr die Satzung in Angriff nehmen werde.

An der Satzung wird gearbeitet. Ob die Änderung jedoch im Gemeinderat Rückhalt findet, kann ich nicht abschätzen. Ziel ist es, im Februar einen Satzungsentwurf vorzulegen, der der Gemeinde die Möglichkeit einräumt, an Brückentagen die Einrichtungen zu schließen. Das wollten wir ja bereits im vergangen Jahr, sind damit aber gescheitert. Natürlich konnten sich die Eltern auf ihren Betreuungsvertrag berufen, der auf der alten Satzung fußt.

 

Werden sich die Eltern bestimmt freuen...

Natürlich ist es besser, in allen Situationen ein Betreuungsangebot vorzuhalten. Doch sollte man auch die Wirtschaftlichkeit nicht außer Acht lassen. Wann hat die Gemeinde denn schon die Möglichkeit, gleichzeitig knapp 50 Erzieher in Urlaub zu schicken, die – und das möchte ich an dieser Stelle noch einmal betonen – durchweg eine tolle Arbeit in durchweg tollen Einrichtungen machen. Zudem soll eine Einrichtung in unserer Gemeinde auch an Brückentagen geöffnet bleiben.

 

Mockrehna hatte in den vergangenen Jahren tatsächlich sehr viel in Kindereinrichtungen und Schule gesteckt. Zahlt sich das jetzt aus?

Ich wüsste nichts, was sich noch mehr auszahlt.

 

Was wäre mit drei, vier oder fünf Kämmerern, die endlich am Abschluss der Eröffnungsbilanz feilen?

Ich bin ja schon froh, dass wir uns im Gemeinderat darauf verständigt haben, bis zum Ruhestand von Gisela Loose Ende des Jahres zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen neuen Kämmerer beziehungsweise eine neue Kämmerin einzustellen. Die Bewerbungsfristen enden in Kürze. Mit der bis Jahresende betrachtet zusätzlichen Kraft kann in Sachen Eröffnungsbilanz viel bewegt werden.

 

Zumindest soviel, dass Mockrehna einen genehmigten Haushalt bekommt, oder?

Das hoffe ich doch schwer.

 

Warum dauert es in Mockrehna so lange?

Selbst Belgern-Schildau war trotz Fusion und Ausnahmeregelung in puncto Doppik schneller?

Weil wir – und da muss ich ehrlich sein – zu lange glaubten, dass wir den Kraftakt der Umstellung auf die Doppik alleine bewerkstelligen können. Wir waren schlichtweg überfordert und krankheitsbedingt kamen wir auch noch in Verzug.

 

Ist man jetzt immer noch?

Wir haben Hilfe von außen, gerade weil uns das Landratsamt die Pistole auf die Brust gesetzt hat. Keine Eröffnungsbilanz, kein Haushalt...

 

... den es wohl wieder als Doppel geben wird?

Noch mal, was wir 2017 angeschoben haben, hat sich bewährt. Zwei Jahre relative Planungssicherheit sind nicht von der Hand zu weisen. Deswegen verstehe ich ganz persönlich auch nicht, warum dem Beispiel nicht alle Kommunen folgen.

 

Weil beispielsweise in diesem Jahr Kommunalwahlen anstehen und man neue Räte in deren Befugnisse nicht all zu sehr beschneiden will...

Mag sein. Aber die Planungssicherheit nimmt viel Stress. Das können Sie mir glauben.

 

Was ich glaube, tut wenig zur Sache. Glaubt das aber Ihre scheidende Kämmerin beziehungsweise der oder die Neue?

Mockrehna ist bei allen Schwierigkeiten rund um die Doppik eine mittlerweile finanziell recht gefestigte Kommune.

 

Was macht Sie da so sicher? Immerhin gibt‘s ja noch keine Eröffnungsbilanz und dazu noch all die fehlenden Jahresabschlüsse...

Wir wissen doch, was an Einnahmen reinkommt und was an Ausgaben rausgeht. Da sollten böse Überraschungen im Zuge der Eröffnungsbilanz außen vorbleiben.

 

Wofür gibt die Gemeinde ihr Geld in diesem Jahr aus?

Ganz oben an steht unser Anteil an der Ortsdurchfahrt in Strelln. Im Haushalt muss dies klar zum Ausdruck kommen. Darüber brauchen wir auch nicht zu diskutieren.

 

Die Durchfahrt kommt bei dem Bauboom in Deutschland und dem damit einhergehenden Preisanstieg auch ganz gewiss?

Davon gehe ich aus. Alles andere wäre den Strellner Bürgern auch nicht zu vermitteln. Nach meinem Kenntnisstand hat das Landratsamt die ersten Ausschreibungen für das in zwei Teile getrennte Projekt bereits ins Laufen gebracht. Darüber hinaus sammeln wir derzeit aus den Ortsteilen die Wunschlisten zusammen, die wir noch vor der ersten Gemeinderatssitzung in diesem Jahr bei einer Ortsvorsteherrunde vorberaten.

 

Das könnte man gewiss auch in Ausschüssen machen...

Keine Frage. Aber die generelle Bildung von Ausschüssen wäre in meinen Augen nur sinnvoll, wenn es sich auch um beschließende Ausschüsse handelt. Dann wäre es beispielsweise nicht ganz so leicht, im Gemeinderat von einer vorberatenen Reduzierung der Gemeinderäte von 18 auf 16 plötzlich wieder abzuweichen.

 

Sie trauern der nicht erreichten Reduzierung nach?

Ich nehme die im Rat gefallene Entscheidung sportlich, auch wenn ich bei der 16 hängengeblieben bin.

 

Warum 16?

Weil dies Einsparungen bedeutet hätte.

 

Vorhin noch erwähnten Sie, dass es ohne engagierte Ehrenämtler nicht geht... Jetzt höre ich fast schon den Sandro Oschkinat...

Beides muss man trennen. Ehrenamt muss honoriert werden. Aber wenn die Möglichkeit besteht, die Anzahl der Räte zu reduzieren, sollten wir diesen Schritt auch tun. Nach außen hin wäre dies mehr als bloße Symbolik gewesen. Besonders in Zeiten, in denen wir den Eltern für die Kinderbetreuung mehr abverlangen.

 

Rechnen Sie bei den Kommunalwahlen mit einem großen Umbruch im Gemeinderat?

Ich glaube, dass es nur wenige Veränderungen geben wird, obgleich eine Verjüngung sicherlich immer gut ist.

 

Wie alt sind Sie denn?

59 und ich fühle mich noch immer pudelwohl!

Wird dies auch noch so sein, wenn im Alter von 61 Jahren Ihre Amtsperiode als Bürgermeister ausläuft?

Wenn Sie auf die Frage anspielen, ob ich noch einmal kandidieren werde...

 

... will ich...

...dann kann ich diese Frage derzeit mit einem klaren Ja beantworten. Ja, ich will noch einmal Bürgermeister von Mockrehna werden. Zuhause würde mir gewiss sehr schnell langweilig werden.

 

Sie könnten mit dem Einrad auf dem Jakobsweg entlangpilgern...

Und nach drei Monaten wäre mir wieder langweilig. Ne, im Ernst. Ich glaube, dass ich in den vergangenen Jahren in der Gemeinde viel erreicht habe. Und noch viele Projekte stehen vor uns, an denen ich mitwirken möchte.

 

Was denn zum Beispiel?

Derzeit hoch im Kurs sind Eigenheimstandorte. Die Nachfrage wird in der Region Leipzig in den kommenden Jahren noch zunehmen. Wir liegen mit dem Mockrehnaer Standort „Am Gassenteich-West“ aktuell ganz gut im Rennen. Damit können wir in diesem und wohl auch nächsten Jahr die Nachfrage bedienen.

 

Und später?

Es gibt Überlegungen, eine Fläche zwischen dem Mockrehnaer Gutshof und dem Bahnhof, die derzeit noch in Privatbesitz ist, dafür ins Auge zu fassen. Zudem könnte der alte Sportplatz in Richtung Friedhof dafür in Frage kommen. Diese Fläche gehört uns bereits.

 

Und was ist mit den anderen Ortsteilen?

Ich weiß von weiteren Bemühungen in Langenreichenbach. In Wildschütz, Audenhain und Schöna sind auch noch nicht alle Baugrunstücke vergeben. Aber mehr und mehr wird sicherlich auch eine Lückenbebauung selbst in Mockrehna künftigen Ansprüchen genügen müssen. Allein schon deshalb, um die Dörfer nicht zu zersiedeln.

 

Dörfer brauchen auch einen Hausarzt...

Da sind wir aktuell auf einem – so glaube ich – guten Weg. Federführend sind hier Mockrehnas Ortsvorsteher Bernhard Wagner und Rosel Müller-Süptitz von der Seniorenresidenz „Am Gutspark“.

 

Im vergangenen Jahr sah es schon mal recht gut aus, entlang der Alfra einen Fahrradweg in Richtung Audenhain zu führen. Wie steht’s damit?

Mit dem Flächeneigentümer herrscht Einigkeit, sodass ich davon ausgehe, dass das Projekt noch in diesem Jahr angeschoben werden könnte.

    Gespräch: Christian Wendt


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