Mittwoch, 25. November 2020
Freitag, 20. November 2020

DOMMITZSCH

Mit Vollschutz gegen Taubenkot 

Thomas Kundt und Torsten Winkler in Vollschutz, daneben Bürgermeisterin Heike Karau. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dommitzsch. Zwei Männer mit Atemmasken und Vollschutz. Und es hat nichts mit Corona zu tun. In diesen Tagen wohl eine Besonderheit. Doch beim geplanten Abriss der beiden Wohnblöcke in der Straße des Friedens  trat ein völlig anderes Problem auf: Taubendreck! 

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Zwei Männer mit Atemmasken und Vollschutz. Und es hat nichts mit Corona zu tun. In diesen Tagen wohl eine Besonderheit. Doch beim geplanten Abriss der beiden Wohnblöcke in der Straße des Friedens  trat ein völlig anderes Problem auf. Die Räume stehen seit mehr als zehn Jahren leer. Tauben und anderes Getier hat sich eingenistet. Manche Fußböden sind übersät mit Kot und Dreck.

„Wenn man einfach so abreißt, würde sich ein gefährliches Staubgemisch bilden, das beim Einatmen Hirnhautentzündung oder Lungenentzündung auslösen kann“, sagt Thomas Kundt, Geschäftsführer der Desinfekt Service GmbH. Das Unternehmen aus Torgau hat von der Stadt Dommitzsch den Auftrag erhalten, die Räume mit einem speziellen Gemisch einzuschäumen. Damit wird die Gefahr gebannt. Seit etwa einer Woche sind die Männer der Desinfekt Service GmbH vor Ort . Etwa die Hälfte haben sie schon geschafft. Die Arbeit mit dicken Gummianzügen und Atemmasken ist ein Knochenjob. Zimmer für Zimmer, Stockwerk für Stockwerk, Eingang für Eingang kämpfen sich die Spezialisten voran. „Nach jeder Wohnung wechseln wir uns ab. Dann kann sich der Kollege erstmal ausruhen“, verweist Thomas Kundt auf die Kraftanstrengung. Dafür werde jeweils etwa eine Dreiviertel bis eine Stunde benötigt. Pro Hauseingang kommen etwa 1200 Liter Wasser zum Einsatz. Spezielle Mittel, die zugefügt werden, ergeben das Schaumgemisch. Die Feuerwehr hat einen Schlauch bis zu einem Hydranten verlegt und ein Notstromaggregat zur Verfügung gestellt. 

Bürgermeisterin Heike Karau zeigte sich zu Wochenbeginn zufrieden über den Verlauf der Arbeiten. „Die Firma ist uns sehr empfohlen worden“, betonte sie. Schon Mitte Oktober habe der Stadtrat den Auftrag zum Abriss der Wohnblöcke an ein Leipziger Unternehmen beschlossen. Eine Festbetragsförderung von 212 000 Euro liegt bereits seit einigen Monaten vor. Heißt: Die Stadt muss nur begrenzt Eigenmittel aufwenden. 

Hohe Kosten

Dennoch hat es der Rückbau finanziell in sich. Rund 330 000 Euro kostet allein der „reine“ Abriss. Diverse Gutachten und das Desinfizieren ausgeklammert. Noch vor zwei Jahren wollte die Stadt beide Immobilien an einen Investor verkaufen, der wiederum die Sanierung ins Auge gefasst hatte. Der Deal platzte. Beim Blick in die Räumlichkeiten zeigt sich nun, wie weit der Verfall fortgeschritten ist. Fensterscheiben sind zersplittert. Manche Räume wirken feucht, es riecht muffig. Überall häuft sich Müll und altes Mobiliar. „Man merkt auch, dass sich in einigen Wohnungen offenbar Jugendliche getroffen und sich häuslich eingerichtet haben. Wahrscheinlich wurden die Blöcke auch ab und zu von Obdachlosen heimgesucht, die hier einen Schlafplatz fanden. Matratzen auf den Fußböden künden davon“, so Thomas Kundt. Der Geschäftsführer ist mit vier bis fünf Mitarbeitern vor Ort. Bis Donnerstag oder Freitag werde man noch brauchen, um auch den zweiten Block mit dem Desinfektions-Geschmisch versehen zu haben. Die Männer arbeiten gründlich: Jeder Fußboden ist einzuschäumen, jede Wand bis in ein Meter Höhe. Doch wenn der Kot an alten Ofenrohren klebt oder bis an die Decke reicht, wird auch da gesprüht. Der eigentliche Abriss der Blöcke soll sich ab Ende November anschließen. 


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