Dienstag, 26. Mai 2020
Sonntag, 10. Mai 2020

OSTELBIEN

Mit einem blauen Auge davongekommen

Während unter der Woche kaum Betrieb in der Welt der Reptilien herrschte, kamen am Wochenende doch einige Besucher. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Döbrichau. Auch die Döbrichauer Welt der Reptilien hat in der Krise zu kämpfen – kann jedoch auf viel Unterstützung bauen. Der Zoo ist ab sofort wieder geöffnet und konnte einige Besucher willkommen heißen.

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Strahlender Sonnenschein, sommerliche Temperaturen und kaum ein Wölkchen am Himmel. Eigentlich hätte man sich kein besseres Wetter für einen Besuch im Döbrichauer Reptilienzoo wünschen können, als am vergangenen Wochenende. Und trotzdem trauten sich nur verhältnismäßig wenig Gäste in die Welt der Reptilien. Der Grund dafür: die Corona-Krise. Die vergangenen Wochen hatte die ostelbische Attraktion seine Pforten geschlossen, seit Montag sind diese nun wieder geöffnet. Doch von den Gästen scheinen das nur die wenigsten zu wissen.

Langsamer Anstieg

„Es läuft jetzt so langsam wieder an“, erzählt der Inhaber des Familienbetriebs „Welt der Reptilien“, Fernando Richter. „Unter der Woche waren wir hier noch ziemlich allein, aber am Samstag und heute war es okay. Zumindest für die aktuellen Verhältnisse. Eigentlich sind wir bei solchem Wetter deutlich mehr Betrieb gewohnt.“ Doch man ist froh über jeden Gast, der seinen Weg nach Döbrichau findet und sich die Zeit nimmt, die Schlangen, Krokodile, Eidechsen und vielen anderen exotischen Tiere zu besuchen.

Denn auch den Reptilienzoo hat die Corona-Krise und die damit verbundene Schließung hart getroffen. Sämtliche Einnahmen fiele weg, die Ausgaben wurde jedoch kaum kleiner. Schließlich wollen die über 120 Tierarten, die die Welt der Reptilien beherbergt, auch in Krisenzeiten versorgt werden. Und die Tiere, die stehen bei Fernando Richter und seinem Team ganz oben auf der Prioritätenliste. „Wir schrauben erst alles andere runter, bevor an unseren Tieren gespart wird. Selbst wir stellen uns da hinten an, damit es ihnen gut geht.“ Und das tut es im Moment auch. Alle Reptilien, aber auch die anderen Tiere, wie etwa Affen, Kängurus oder aber die neu hinzugekommenen Hochlandrinder, sind wohlauf und erfreuen sich guter Gesundheit.

Francesco Richter bei der Reptilien-Schau. Etwas ungewohnt aufgrund der Atemmaske, doch seinen Spaß hatte er, wie auch die Zuschauer, trotzdem.

 

Viel Unterstützung

Das haben sie nicht nur der fürsorglichen Pflege von Fernando Richter und seiner Familie zu verdanken, sondern auch der großen Unterstützung, die eben diese in den vergangenen Wochen erfuhr. Zahlreiche Fans und Freunde spendeten entweder direkt oder über verschiedene Aktionen, wie etwa einen T-Shirt-Verkauf für den guten Zweck, an den Reptilienzoo und halfen ihm somit durch diese schwierige Zeit. „Ich war wirklich überrascht, wie viel Leute uns doch mit ihren Spenden unterstützt haben“, staunt Fernando Richter. „Wirklich toll, das hat uns wahnsinnig gefreut.“

Neben Geld wurde aber auch zum Beispiel Futter oder Arbeitsmaterial für das Zoo-Team abgegeben. So konnte während Schließung in den letzten Wochen allerhand ausgebaut und repariert werden, was den Gästen nun ein noch besseres Besuch-Erlebnis bieten soll. So wurden unter anderem Wege neu angelegt und der Alligator Elvis durfte in ein frisch gebautes Außengehege umziehen. Damit ist der Reptilienzoo nun gut für die kommende Zeit gewappnet und auch Inhaber Fernando Richter ist optimistisch: „Wenn es nun wieder losgeht und wir wieder mehr Besucher bekommen, dann sind wir wirklich mit einem blauen Auge davongekommen.“ 

Dieser wollige Zeitgenosse ist eines von sieben Hochlandrindern, die seit vergangener Woche auf einer Weide direkt neben der Welt der Reptilien leben. Diese wurden nicht etwas von Zoo-Inhaber Fernando Richter und seinem Team gekauft, sie waren eine Spende eines Mügelner Unternehmens, das die Tiere wegen einer Geschäftsaufgabe loswerden musste. „Und da der Chef der Firma hörte dass wir gerade in Not sind, hat er uns die Rinder überlassen.“

 

Info:

Ab sofort hat die Welt der Reptilien in Döbrichau täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Ein Mund- und Nasenschutz ist zum Betreten des Zoos unbedingt erforderlich. Alle Veranstaltungen, wie etwa das Zoofest und die Dschungelnacht im Juli sind vorerst abgesagt, lediglich das Harley- und US-Car-Treffen steht noch im Kalender. Dieses soll vom 14. bis 16. August, unter der Einhaltung entsprechender Sicherheitsmaßnahmen, stattfinden.

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