Dienstag, 10. Dezember 2019
Mittwoch, 27. November 2019

TORGAU

Mit viel Humor und Ironie durch das Jahr 2019

Der Satiriker und Kabarettist Florian Schroder lädt am Sonntag zum humorvollen Jahresrückblick ein. Foto: Frank Eidel

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Kabarettist und Satiriker Florian Schroeder im großen TZ-Interview über das schlechte Timing der CDU, das Scheitern der Populisten und den perfekten Ort für Vorpremieren.

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Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Langsam, aber stetig werden die Tage kürzer und mit jedem Tag rückt das neue Jahrzehnt einen Schritt näher. Die Zeit ist also reif, zurückzublicken und das Jahr 2019 einmal Revue passieren zu lassen. Was war los, was ist passiert und was haben wir vielleicht mittlerweile schon wieder völlig vergessen? Am kommenden Sonntag, 1. Dezember, lädt der Kabarettist und Satiriker Florian Schroeder in die Kulturbastion ein, um gemeinsam einen humorvollen Blick in das vergangene Jahr zu werfen. Zwölf Monate in zwei Stunden – schnell, lustig, böse und keine Sekunde langweilig. Und das Beste: Es wird nicht gesungen, nicht geschunkelt und Heizdecken gibt es auch keine. Dafür aber Satire, Comedy und jede Menge Spaß. Was die Zuschauer an diesem Abend erwartet, welche Schwierigkeiten die Vorbereitung eines solchen Jahresrückblicks birgt und warum Florian Schroeder Torgau eigentlich immer am Anfang seiner Tourneen besucht, verriet er der TZ im Interview.

Wie bereitet man sich denn auf solch einen Jahresrückblick vor? Schaut man kurz vorher einmal nach, was 2019 so los war oder schreiben Sie sich über das Jahr hinweg immer wieder Dinge auf?
Letzteres. Anders geht es gar nicht. Ich habe das große Glück, dass ich für mehrere Sender Radiokolumnen mache und mich dadurch sowieso immer mit den aktuellen Themen auseinandersetze. Die eigentliche Vorbereitung für die Show beginnt dann Anfang November, wenn ich mich mit meinem Regisseur treffe und wir komplett alles, was ich übers Jahr hinweg geschrieben habe, sichten. Das waren in diesem Fall über 70 Seiten.

Von denen nun wie viele in das Programm eingeflossen sind?  
Wenn es gut läuft nicht einmal die Hälfte. Und das ist dann auch das, wovon ich sage: Das ist das, was vorkommen muss.

Wie war das Jahr 2019 aus satirischer Sicht? Lief die Vorbereitung einfach oder waren die Themen in diesem Jahr schwierige Kost?
Schwer fiel es mir an sich nicht. Allerdings war es eine Herausforderung, die Großthemen 2019 im Programm nicht zu groß werden zu lassen. Es gibt Jahre, da weiß man gar nicht, welche Themen man alle unterbringen soll und dann gibt es Jahre wie dieses, die von wenigen sehr großen Themen bestimmt werden. Und die sind so komplex, dass es schwierig ist, diese zu behandeln, ohne dass es monothematisch wird.

Welche Themen waren das denn?
Als Erstes natürlich das Thema Klima. Es scheint unvorstellbar, dass wir heute vor einem Jahr nicht wussten, wer Greta Thunberg ist. Das Zweite ist damit ein bisschen verbunden und lautet Mobilität – Diesel, Tempolimit, E-Scooter.  Das Dritte ist eines, was auch ein wenig fröhlich stimmt und ist das Scheitern der Populisten international. Trump droht ein Amtsenthebungsverfahren, Boris Johnson will sterben, wenn er nicht am 31. Oktober aus der EU kommt, lebt aber komischerweise immer noch. Strache stürzt über sein Ibiza-Video und Björn Höcke ist zu emotionalisiert, um ein Interview mit dem ZDF zu Ende zu führen. Und das vierte große Thema ist der Niedergang der Volksparteien. Also die schleichende Zerstörung von SPD und CDU.

Gab es denn ein Thema, das Ihnen zu ernst war, um es ins Programm zu nehmen? Der Terroranschlag in Halle zum Beispiel?
Nein, eigentlich nicht. Natürlich macht man keine Witze über den Mord an Walter Lübcke, aber worüber ich mich lustig mache, ist die Tatsache, dass es der CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt gelungen ist, in der Woche nach dem Mord eine Koalition von CDU und AfD als eine Verbindung zwischen Sozialem und Nationalem zu benennen. Das nennt sich dann Sozial-Nationalismus, das hatten wir in Deutschland noch nie und Timing ist eh nicht so die Stärke der CDU.

Wie politisch informiert sollte man denn sein, um an der Show seinen Spaß zu haben?
Gar nicht. Ich habe den Anspruch, den Leuten die Zusammenhänge immer zu erklären. Ich gehe von einem Zuschauer aus, der interessiert ist, aber aufgrund von Job, Familie, Freizeit nicht in der Lage ist, in dem Maße Medien zu konsumieren, wie ich es beruflich tue.

Vor zwei Jahren war Torgau Ihre allererste Vorpremiere mit dem neuen Programm, dieses Mal sind wir auf Platz 2. Wie kommt es, dass Torgau immer am Anfang Ihrer Tour liegt?
Das liegt daran, dass es eine optimale Location für eine Vorpremiere ist. Dort ist ein sehr waches und nettes Publikum, es ist ein sehr schöner kleiner Saal und es liegt auf dem Land. Drei entscheidende Kriterien für eine Vorpremiere. Denn ich mache solche Previews nie in großen Städten, weil man im intimeren Ambiente eines kleinen Saals viel mehr lernt.

Erinnern Sie sich noch an Ihre letzte Show in Torgau?
Ja, ein bisschen. Ich weiß, dass es ein sehr schöner Abend war und verbinde mit der Stadt Hoffnung. Denn, wie Sie schon festgestellt haben, war es die allererste Vorpremiere meines damals neuen Programms, welches richtig schön wurde. Und dementsprechend erinnere ich mich an Torgau als die Geburtsstunde dieses Programms.

Was erwartet die Gäste am kommenden Sonntag bei Ihrem neuen Programm?
Die Torgauer können sich auf einen rundum unterhaltsamen, lustigen Abend und einen sehr ironischen und unterhaltsamen Blick auf 2019 freuen und es danach auch verabschieden.

 


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