Donnerstag, 30. Juni 2022
Montag, 20. Juni 2022

TORGAU

Nervenkitzel, Schönheit, Staunen und Emotionen

Ja, wo laufen sie denn? Bei dieser Schau jedenfalls in der vorgesehenen Bahn. Während der ersten Veranstaltung im Mai hatten die athletischen Junghengste noch einen Zaun übersprungen und waren in Richtung Elbwiesen davongaloppiert. (Fotos: ) (Silke Kasten)

von Silke Kasten

Graditz. Zweite Gestütsschau bei Rekord-Temperaturen in Graditz: Gestütsleiterin Antje Kerber zieht positive Bilanz.

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Torgau Gleich doppelter Nervenkitzel gegen Ende der zweiten Gestütsschau in Graditz: Würden die ungestümen Hengste es diesmal in die Bahn schaffen? Und würden Abenteuerreiter Georg Bohne und seine beiden Rösser bei diesen brütend heißen Temperaturen die Nerven behalten?

Gestütsleiterin Antje Kerber konnte am Ende aufatmen: Die Hengste stürmten zur Freude der Zuschauer an den Rängen vorbei statt über den Zaun in Richtung Elbwiesen. Und bei der Ungarischen Post ging auch alles gut. Dass die Sanitäter an diesem Tag dennoch genug zu tun hatten, lag allein an den tropischen Temperaturen, die einigen Zuschauern mehr als nur zu schaffen machte.

Die Schau werde wohl als die heißeste in die Geschichte eingehen, bemerkte Gestütsleiterin Antje Kerber. Tatsächlich erwies sich die Sonne als unbarmherzig, ließ das Thermometer auf 39 Grad klettern und Reitern sowie Helfern die Schweißperlen über das Gesicht laufen. Doch wer einen großen Sonnenhut mitgebracht hatte und die erste Berührung mit den schmerzend heißen Metallbänken überstanden hatte, der wurde belohnt.

Ein emotionaler Moment: Nachwuchstalent Ella Kristin mit ihrem Vater Erik Bothendorf. Sie ist die Enkelin des langjährigen Graditzer Gestütsleiters Steffen Bothendorf, der im letzten Jahr verstarb. (Silke Kasten)

Präsentiert wurden wunderschöne Jungstuten, die auch den Preisrichtern auf Landesschauen kurz zuvor den Kopf verdreht hatten. Mit zahlreichen Auszeichnungen waren sie gerade erst nach Graditz zurückgekehrt, wie Kerber stolz vermerkte. Wobei sie es nicht unerwähnt ließ, dass es ihr 2021 verstorbener Vorgänger Steffen Bothendorf war, der die Grundlagen für die züchterischen Erfolge der jüngsten Zeit gelegt hatte.

Für Emotionen sorgte der Auftritt von dessen Enkelin Ella Kristin (5). Sie hat offenbar die Pferdebegeisterung ihrer Familie geerbt, denn die Kleine beeindruckte mit perfektem Sitz und kleinen Kunststücken. Großer Applaus war ihr und ihrem Vater Erik - beide in Grimma im Kinderreitsport aktiv - gewiss.

Beeindruckend auch die hauseigenen Staatsprämien-Stuten mit ihren quicklebendigen Fohlen, die sich den Temperaturen zum Trotz zu Bocksprüngen hinreißen ließen, das Gespann mit den beiden Kaltblütern (ein selten gewordener Anblick) oder die Springquadrille mit den Lehrlingen. Sehenswert war auch die kleine Kostprobe vom Renn-Geschehen - um nur einige Punkte aus dem abwechslungsreichen Programm zu nennen.

Und natürlich die Ungarische Post, die den Zuschauern den Atem stocken ließ. Georg Bohne zeigte von Runde zu Runde, dass es noch einen Zacken schneller geht - und immer, wenn die Zuschauer fürchteten, dass es ihn in der nächsten Biegung von den Rücken der beiden Pferde katapultieren würde, so kriegte er am Ende doch immer die Kurve.

Nicht zu vergessen die Hengste. Diesmal gingen Kerber und ihr Team auf Nummer sicher: "Wir haben sie einzeln in die Bahn geführt", erläuterte sie auf Nachfrage. So kamen die Besucher der Schau am Sonntag in den Genuss des faszinierenden Anblicks der im gestreckten Galopp davonjagenden Herde. Vermutlich hatten sich die Hengste aber auch etwas wehmütig an ihren Ausflug im Mai erinnert - denn immer wieder zog es sie zum Ausgang. Doch eine weitere Sonder-Exkursion wird es wohl so schnell nicht geben - auf derlei Nervenkitzel kann man in Graditz verzichten.

"Die zweite Schau verlief organisatorisch etwas besser als die erste, wie es vielleicht auch zu erwarten war," resümiert Kerber. "Wir können zufrieden sein. Trotz der Temperaturen war die Tribüne auch am Sonntag gut gefüllt. Wir hatten ein bezauberndes Publikum, die Leute haben viel applaudiert."

Und schon jetzt laufen die Planungen für 2023: Thema wird dann die Geschichte des Damenreitens sein. Dass man im Damensitz - also mit beiden Beinen auf der linken Seite des Sattels - auch galoppieren kann, das durften die Besucher schon als kleinen Vorgeschmack in diesem Jahr bestaunen.

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