Montag, 30. November 2020
Montag, 16. November 2020

TORGAU

Online-Gedenkkonzert zur Erinnerung an die Schicksale ehemaliger DDR-Heimkinder

Isabel Meyer-Kalis (Gesang) und Babett Niclas (Harfe)Foto: Gedenkstätte

von unserem Redakteur Christian Wendt

Torgau. Im 30. Jahr der Deutschen Einheit erinnert die Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof (GJWH) Torgau, Trägerverein der Gedenkstätte GJWH Torgau, am Dienstagabend (18 Uhr) an ein dunkles Kapitel der DDR-Geschichte – die repressive DDR-Heimerziehung und die Schicksale der Betroffenen als jüngste Opfergruppe des SED-Regimes.

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„Gerade in diesem schwierigen Jahr ist es uns wichtig, ein Zeichen zu setzen. Mit Unterstützung der Bundesstiftung Aufarbeitung wurde es möglich, ein digitales Format zu nutzen, um möglichst viele Betroffene und Interessierte zu erreichen“, so Gabriele Beyler, Vorstandsvorsitzende des Trägervereins. 

Mit dem ersten Online-Gedenkkonzert soll anlässlich der Entlassung des letzten Jugendlichen aus dem Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau am 17.11.1989 an das Unrecht und Leid von 135.000 Kindern und Jugendlichen erinnert werden, welche in den sogenannten Spezialheimen der DDR, einen Teil ihrer Kindheit und Jugend verbringen mussten.

Mittlerweile findet zwar ein gesellschaftlicher und politischer Wandel in der Wahrnehmung des Unrechts in der DDR-Heimerziehung statt. Über die ausgebliebene strafrechtliche Verfolgung der ehemaligen Erzieher herrscht jedoch bis heute großes Unverständnis. Besonders unbegreiflich ist es, wenn selbst heute – 30 Jahre nach der Deutschen Einheit – ehemalige Erzieher aus dem Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau weiterhin in verantwortungsvoller Position mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. „Aus Sicht der Betroffenen aber auch für uns ist diese Tatsache gänzlich unerklärlich, stellt sie doch eine Aberkennung des Unrechts und Leids dar, das die Betroffenen hier in Torgau täglich erfahren und erleben mussten. Mit unserem ersten Online-Gedenkkonzert wollen wir an die Schicksale der ehemaligen DDR-Heimkinder erinnern und den dreißigsten Jahrestag der Deutschen Einheit nutzen, um auf diesen bis heute andauernden Missstand aufmerksam zu machen“, so Gabriele Beyler. 

 


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