Sonntag, 24. Januar 2021
Mittwoch, 13. Januar 2021

LOKALGESCHEHEN

Paradiesische Bedingungen für Schwarzkittel am Großen Teich

Von unserem Redakteur Bärbel Schumann

Der Große Teich bietet paradiesische Lebensbedingungen für Wildschweine. Doch das schafft auch Probleme für angrenzende bebaute Grundstücke.

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Torgau. Das Gebiet rund um den Großen Teich in Torgau ist ein Paradies. Das wissen nicht nur die Menschen. Auch in der Tierwelt hat sich herumgesprochen, dass man es sich hier so richtig gut gehen lassen kann. „Der Große Teich und das Uferareal sind ein echtes Paradies für Wildschweine“, sagt Torgaus Revierförster Mario Kralisch. Seit 20 Jahren im Amt zählt das Gebiet genauso lange in seine Zuständigkeit. 

Ideale Lebensbedingungen

Der Forstfachmann kennt sich aus, das merkt jeder, der mit ihm gesprochen hat. Schnell hat er Fakten parat: Im Schilf und dem angrenzenden Gebiet mit Bäumen und Sträuchern gibt es ideale Plätze zum schlafen und natürlich auch, um sich zu verstecken. Nahrung gibt es reichlich in der Natur. Zudem brauchen die Schwarzkittel nicht zu befürchten, gejagt zu werden. Das Gebiet des Großen Teiches ist FFH- und Vogelschutzgebiet. In einem solchen Gebiet ruht die Jagd. 

Dem Revierförster ist bekannt, dass im Eigenheimstandort „Zum Großen Teich“, speziell am Uferweg, seit geraumer Zeit die Anwohner schlaflose Nächte wegen Besuchen von Wildschweinen auf ihren Anwesen haben. Immer wieder dringen die Tiere in die Gärten ein und verursachen dort erhebliche Schäden. Die hier vorkommende Population durch Abschuss von Tieren hier zu reduzieren, ist in dem befriedeten Bezirk nicht möglich.  Zudem liegt gerade in der Wohnbebauung selbst eine der  Ursachen für derartige massive Schäden. Hinzu kommt das Vorhandensein von großen angrenzenden Flächen mit Rasen. Hier suchen die Wildschweine eiweißhaltige Nahrung unter der Oberfläche. 

Hilfeersuchen an die Stadt 

Mit einem Hilfegesuch wandten sich die Anwohner auch schon an die Stadtverwaltung und baten um Unterstützung durch die Stadt bei der Lösung des Problems. Letzteres ist vor Kurzem geschehen. „Wir haben jetzt ein Mittel zur Vergrämung von Wildschweinen vor Ort ausgebracht“, erklärte Oberbürgermeisterin Romina Barth in den sozialen Medien der Stadt. Dafür wurden Filzstücke mit dem Mittel getränkt und mit Hilfe von dünnem Metall in einer Höhe von etwa einem Meter über dem Boden und in einem Seitenabstand von fünf bis sieben Metern entlang der Wohnhäuser des gesamten Uferweges auf dem Wirtschaftsweg der Stadt und am Zugang zum Turnierplatzweg/Uferweg verteilt. Der Filz trägt die Geruchskomponente und das Aluminium soll durch Geräusche und optische Eindrücke die Vergrämung unterstützen. Nach Ablauf etwa einer Woche muss die Prozedur dann noch einmal wiederholt werden. „Das sollte die Tiere langfristig davon abhalten, weiteren Schaden anzurichten und die Anwohner können endlich wieder ruhiger schlafen“, gibt Stadtoberhaupt Romina Barth ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die eingeleiteten Maßnahmen helfen. 

Ursachen eindämmen 

Was ist der beste Schutz? Wenn Revierförster Mario Kralisch über mögliche Maßnahmen spricht, wird deutlich: Der Mensch kann selbst sehr viel dazu tun. Die Wildschweine müssen daran gehindert werden, an „Futterstellen“ im Bereich der Grundstücke zu gelangen. Dazu zählen Komposthaufen, ungesicherte Mülltonnen, Anpflanzungen und ähnliches. Der Revierförster empfiehlt daher, auch abdeck- und abschließbare Kompostanlagen zu verwenden. Es gehöre ebenso selbstverständlich dazu, kein Fallobst in den Gärten liegen zu lassen.  

„Prävention ist das A und O. Prävention“, sagt der Forstfachmann. Wildschweine sind sehr schlaue Tiere. Sie können sich sehr schnell den gegebenen Bedingungen anpassen. Wer auf seinem Grundstück keinen Besuch von Wildschweinen haben will, der kann mit dem Anlegen von Stromzäunen Abhilfe schaffen. Als sogenannte Litze bieten die stromleitenden Bänder, die man im landwirtschaftlichen Tierbedarf erwerben kann, ein sicheres System. Beim Schutz von Maisflächen ist das erfolgreich. Diese Methode sei aber kosten- und unterhaltungsintensiv.


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