Samstag, 4. Juli 2020
Freitag, 26. Juni 2020

MOCKREHNA

Rückzieher nach Post vom Denkmalschutz

Auf der Baustelle ruht die Arbeit.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Audenhain. Nach anfänglicher Euphorie beim Gutshof-Projekt kam für Rosel Müller-Süptitz jetzt die Ernüchterung.

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Diese Meldung schlug Ende des vergangenen Jahres ein wie eine Bombe: Das Seniorenzentrum in Mockrehna will im benachbarten Audenhain mit einer Millionensumme das einstige Gutshaus Feuerstein aus dem Dornröschenschlaf wecken. Rosel Müller-Süptitz kündigte an, Arztstation und Tagespflege in dem Mockrehnaer Ortsteil unterbringen zu wollen. Im Februar dann die öffentlichkeits-
wirksame Übergabe des Bauantrags, bei der nicht nur Bürgermeister Peter Klepel sondern auch der Bundestagsabgeordnete Marian Wendt (CDU) zugegen war. Die Euphorie war derart groß, dass Rosel Müller-Süptitz glaubte, schon am 1. April – zu ihrem 57. Geburtstag – zum Spatenstich schreiten zu können.

Ad acta gelegt

Geburtstag wurde natürlich gefeiert, doch der erhoffte Spatenstich ist erst mal ad acta gelegt. Mehr noch: Die Unternehmerin aus Audenhain hat ihren Bauantrag gänzlich zurückgezogen und damit nicht nur Bürgermeister Klepel überrascht!

Dort, wo vor wenigen Wochen noch eine Scheune für die Schaffung von Parkplätzen abgerissen wurde, werkelt Ehemann Thomas zwar immer noch fleißig. Doch statt Parkplätzen soll hier jetzt eine Unterstellmöglichkeit für Technik entstehen. Müller ist noch immer nicht darüber hinweg, dass seine Frau vor wenigen Tagen die Reißleine zog beziehungsweise ziehen musste.

Auflagen

Was ist passiert? Warum ist von der energischen Trotzhaltung, beim Verkauf des Weißen Hauses in Mockrehna (ehemaliges Amt für Landwirtschaft) nicht zum Zuge gekommen zu sein und deswegen den Standort Audenhain ins Auge gefasst zu haben, nichts mehr zu spüren? Rosel Müller-Süptitz spricht von behördlichen Auflagen, die ihr Unternehmen so nicht erfüllen könne. Nachdem der Bauantrag eingereicht worden sei, habe sich für alle im Dorf überraschend die Obere Denkmalschutzbehörde gemeldet...

„Dass das Gutshaus unter Denkmalschutz steht, wussten wir. Damit wären wir klargekommen“, sagt Rosel Müller-Süptitz. Dass nun aber auch der Park, der vor Monaten noch mit Gestrüpp zugewuchert gewesen sei, unter Denkmalschutz stehe, sei für das Seniorenzentrum vollkommen unerwartet gekommen.

Bis zu jenem Zeitpunkt lief auf der Audenhainer Baustelle alles  wie am Schnürchen. „Es war ein zügiges Miteinander“, sagt die Unternehmerin. Angefangen bei der Planung bis hin zu Vorarbeiten durch den AZV Heidelbach. Selbst eine alte Trinkwasserleitung wurde bereits verlegt. Doch dann die Auflage, auch für den Gutspark eine ausführliche und vor allem denkmalschutzgerechte Planung zu erarbeiten.

„Keine Vorwürfe“

„Ich mache den Mitarbeitern der Behörde keine Vorwürfe. Die haben ihre Vorgaben. Aber in meinen Augen ist das unverhältnismäßig“, sagt Rosel Müller-Süptitz. Hier sei es an der Politik, an den Richtlinien etwas zu ändern.

Darauf angesprochen erreichte folgende Antwort von Marian Wendt die TZ-Redaktion: „Das Konzept der 24 Tagespflegeplätze nebst Arztpraxis fand und finde ich sehr gut. Für Audenhain wäre es sicherlich ein großer Gewinn. Der Bedarf für Pflege wird in den nächsten Jahren tendenziell steigen. Ideen wie auch Engagement vor Ort im ländlichen Raum sind gefragt. Umso größer ist mein Bedauern, wenn das Projekt nun an Denkmalschutzauflagen scheitern sollte. Ich bleibe aber dran und werde Frau Rosel Müller-Süptitz auch bei einem Plan B  unterstützen.“

Plan B

Diesen haben die Audenhainerin und ihr Team tatsächlich. „Der Druck ist raus. Wir überstürzen jetzt nichts und nehmen uns Zeit“, betont sie. An dem Vorhaben, im Gutshaus Tagespflegeplätze anzubieten, halte man fest.

In Absprache mit der Oberen Denkmalbehörde werde nun aber erst einmal Augenmerk auf die Herrichtung des Parks gelegt. Selbst an das Pflanzen größerer Bäume sei schon gedacht. Gerne hätte man den Fokus zuerst auf den Bau beziehungsweise die Wiedernutzung der Gebäude gerichtet, doch nun werde man den Richtlinien des Denkmalschutzes, mit dem es in Kürze einen Vor-Ort-Termin gibt, Folge leisten.

Was indes die Planungsänderung für die anvisierte Hausarztpraxis bedeutet, kann Rosel Müller-Süptitz noch nicht abschätzen. Hoffnung bereite ihr der Umstand, dass man nach wie vor sehr engen Kontakt mit der Praxis aus Röcknitz habe.


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