Samstag, 13. August 2022
Donnerstag, 28. Juli 2022

TORGAU

Rettungswache Torgau: Mehr Platz für Sanitäter und auf dem neusten Stand

Rettungswachenleiter Sebastian Bäßler freut sich nicht nur über die zusätlichen geschaffene Garage, sondern über mehr Platz für Lager und Rettungspersonal. (Laura Krugenberg)

von Laura Krugenberg

Der Erweiterungsbau ist der Wache am Gewerbering ist fertig. Rettungswachenleiter Sebastian Bäßler erklärt, was sich dadurch für die Arbeit des Rettungspersonals verbessert und warum die Vergrößerung schon lange fällig war.

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Torgau Sebastian Bäßler ist glücklich, denn seit dem 13. Juli hält der Leiter der Torgauer Rettungswache die Schlüssel für den Neubau am Gewerbering in der Hand. Seit Jahren herrschte in der Rettungswache ein erhebliches Platzproblem, welches sich durch die Pandemie zuspitze. Lagerkapazitäten waren erreicht, die Fahrzeuge standen zu eng, für ausreichende Umkleide- und Ruheräume war schlicht kein Platz und Ausbildungsinhalte wurden in einem "Kämmerchen" vermittelt. 

Mehr Platz für 773 000 Euro

Diese Zustände, mit denen sich das Rettungspersonal jahrelang arrangierte, gehören nun der Vergangenheit an: "Wir konnten arbeiten, aber es war zum Teil sehr anstrengend. Jetzt sind wir froh, dass wir viel mehr Platz und Möglichkeiten haben. Es war auf jeden Fall dringend notwendig."

773 000 Euro investierte der Landkreis Nordsachen in das umfangreiche Upgrade der Rettungswache. Durch die Mittel entstand direkt neben dem vorhandenen Altbau ein zweistöckige Erweiterung. Diese bietet einen zusätzlichen Stellplatz für ein Rettungsfahrzeug. Im Obergeschoss hat Bäßler sein Büro. Direkt daneben: "Unser großer Schulungs- und Ausbildungsraum", grinst er. "Vergleicht man den neuen mit dem alten 'Ausbildungskämmerchen', kann man sich gar nicht vorstellen wie wir das vorher gemacht haben." Sechs Auszubildende verbringen in ihrer dreijährigen Ausbildung 1960 Stunden in der Wache. Auch für sie muss genug Platz sein. Weil es daran aber mangelte fanden Schulungen meist in der Gemeinschaftsküche statt. "Das war keine gute Atmosphäre, um sich zu konzentrieren."

Im Neubau ist zudem Platz für eine kleine Notarztwohnung inlusive Küche, Schlafcouch, Arbeitsplatz sowie Bad mit Dusche. Zuvor befand sich die Unterkunft für die Notärzte in der Dommitzscher Straße. Bei Einsätzen musste folglich von der Wache dorthin gefahren werden, das kostete wichtige Zeit: "Für uns eine Zeitverbesserung, denn bei Einsätzen zählt jede Sekunde", weiß Bäßler.

Über eine Brücke geht es in das Obergeschoss des Altbaus, wo sich zuvor das Lager befand. Hier wurde einer von drei zusätzlich Ruheräumen geschaffen. Insgesamt gibt es nun sechs davon - Essenziell, damit das Rettungspersonal während der 12-Stunden-Schichten konzentriert und top-fit in die Einsätze starten kann. Ein weitere Ruhemöglichkeit befindet sich in der Damenumkleide. "Das bietet sich bei uns an, denn wir haben einen relativ hohen Frauenanteil von rund 40 Prozent." Des Weiteren konnte man im Altbau einen großen Raum für die Umkleide der Männer umfunktionieren. Diese ist nun doppelt so groß wie zuvor. "Jeder Mitarbeitende braucht zwei Spinte. Einen für die privaten und einen für die Arbeitskleidung. Das ist Vorschrift, nimmt aber viel Platz ein."

Auch in der alten Fahrzeuggarage wurde angebaut, weil die neuen Rettungswagen größer sind und zu eng standen. "Als die Wache vor 20 Jahren gebaut wurde galten noch andere Standards. Es gab weniger Equipment und kleinere Fahrzeuge. Da hat der Altbau völlig ausgereicht. Über die Jahre hat sich viel verändert. Dementsprechend muss sich auch die Wache verändern."

Am Mittwochvormittag ist es ruhig in der Wache, die Garagen leer. Doch der Schein trügt, verrät Bäßler: "Wenn die Wache leer ist, sind alle beim Einsatz. Deswegen ist es uns lieber, wenn die Wache voll ist." Einsatzreiche Zeiten gibt es immer wieder. Zwischen 600 und 800 Einsätze sind es derzeit pro Monat. "Früher hatten wir besonders an Tagen wie Silvester oder Männertag viele Einsätze. Aber wir haben festgestellt, dass man das gar nicht mehr so festmachen kann. Die Menschen sind ruhiger geworden, sicherlich auch durch Corona. Während der Hitze-Tage gab es nicht mehr Einsätze als sonst. Das freut uns natürlich, wenn es Menschen gut geht und wir nicht ausrücken müssen."

Im Untergeschoss befindet sich auch das große Lager. Besonders die Coronapandemie hat gezeigt, dass man hier schnell die Kapazitäten erreicht. Masken, Schutzanzüge und andere Hilfsmittel für die Einsätze mussten durch Lieferengpässen in großen Stückzahlen gekauft werden. "Vor der Pandemie haben wir einen Karton Schutzanzüge in einem halben Jahr verbraucht. Durch Corona ist es ein Karton pro Woche."

Anstrengende Bauphase

Und auch im Außenbereich der Rettungswache hat sich einiges getan. Im Zuge der Erweiterung erwarb der Landkreis zusätzlich Land, um Parkplätze für die Mitarbeitenden zu schaffen. "Das ist für uns natürlich auch eine Erleichterung, direkt an der Wache parken zu können. Die Dekra und das Autohaus Maluche waren immer sehr kulant und haben uns auf deren Gelände parken lassen."

Die Freude über die Erweiterung machen die Unannehmlichkeiten der Bauphase wieder wet. Neben Lärm und Dreck mussten zudem die fünf verschieden Einsatzfahrzeuge im Krankenhaus und in der Feuerwache untergebracht werden. "Ich bin allen Mitarbeitenden der Wache sehr dankbar, dass wir diese sehr anstrengende Zeit so gut zusammen gemeistert haben. Jetzt wo alles fertig ist, wissen wir, dass es sich gelohnt hat."

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