Sonntag, 18. April 2021
Donnerstag, 8. April 2021

GESPRÄCH AM SONNTAG

Swen Wolschke: "Altes nutzen - Neues wagen"

Swen Wolschke und sein Team freuen sich, auch weiterhin ein umfangreiches Angebot an Schreib- und Spielwaren anbieten zu können.Foto: AT

Von unserem Redakteurin Anna Thiere

Swen Wolschke über Bestand, Neuerungen und den Mut, sich zu verändern

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Bad Liebenwerda. In dieser Woche spricht Swen Wolschke,  Inhaber des Schreib- und Spielwarengeschäftes „Zum Bleistift“ in Bad Liebenwerda über neue Strukturen, dass es sich lohnt mutig zu sein und wie es sich anfühlt, nach Hause zu kommen.

 

SWB: Herr Wolschke, schön ist es hier geworden.
Swen Wolschke:
Danke. Uns war wichtig, den Laden offener und heller zu gestalten. Die Ladenfläche ist geräumiger, übersichtlicher und nun auch kinderwagen- und behindertengerecht aufgebaut. Alles in allem wollten wir erreichen, dass der Laden einladender wirkt und die Kunden sich willkommen fühlen. Unser großer Pluspunkt ist das Parkplatzangebot direkt vor der Tür, welcher natürlich gerade für Familien von immensem Vorteil ist. Wir liegen zentral, in der Nähe der Grundschule, und profitieren von dem bestehenden Kundenstamm. Ich denke, wir haben ein positives Erscheinungsbild geschaffen.


Klingt alles sehr einladend.
Vielen Dank, das hoffe ich. Mein Fokus liegt darauf, dass wir als Team zusammen arbeiten. Ich habe das große Glück, die Mitarbeiterinnen Anke und Tina Schumann, die zuvor schon hier gearbeitet haben, weiter beschäftigen zu können und so aus Vorhandenem zu schöpfen. Ich bringe das organisatorische Know-how mit und schaffe die wirtschaftlichen Voraussetzungen, sie steuern ihr unermessliches Wissen, ihre Freundlichkeit und ihre Kundenorientiertheit bei.  Gemeinsam ziehen wir an einem Strang. Unser Ziel ist es, die Kunden zufrieden zu machen und auf die Wünsche jedes Einzelnen eingehen zu können.

 
Wie entstand denn der Gedanke, das ehemalige Geschäft Drekow zu übernehmen?
Genau genommen kam meine Tochter auf die Idee. Sie ist Kindergärterin und war lange Kundin hier. Als der Laden nach 26 Jahren geschlossen werden sollte, kam im Gespräch das Thema auf, ob es nicht eine Möglichkeit für mich wäre, den Laden zu übernehmen. Der Verlust  für die Stadt und die Region durch die Schließung wäre sehr groß gewesen.  Ich selbst war dreißig Jahre immer unterwegs und habe so die Möglichkeit, nach Hause kommen zu können. Also dachte ich mir: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.


Wie lief das dann ab?
Ich bin im November zuerst auf Frau Woodall zugekommen, habe mir Unterstützung beim Wirtschaftsförderungsverein geholt und dann zeitnah einen Businessplan erstellen lassen sowie die Finanzierung geklärt. Corona-bedingt brauchte es viel Eigeninitiative. Binnen einigen Wochen haben wir dann alles ausgeräumt, sortiert, den Laden auf Vordermann gebracht und alles neu strukturiert wieder eingebaut.


Es hat sich viel verändert.
Das Konzept ist offener. Mein Wunsch war, dass man die Schaufensterfläche nutzen kann und der Kunde die Möglichkeit bekommt, schon von außen das Angebot überblicken zu können. Ich habe zuerst etwas zu groß gedacht und bin letztendlich dann doch auf kleine, regionale Unternehmen zurück gekommen. Wir haben auch viel auf die Hilfe aus der Familie und dem Bekanntenkreis gezählt.


Wie gestaltet sich nun das Angebot?
Das Kernkonzept ist bestehen geblieben. Wir bieten nach wie vor Schreib- und Spielwaren an, die Ecke mit Bastelzubehör wird noch ausgebaut und ergänzt. Wir bieten einen Druck und Kopierservice an und wir haben einen Plotter angeschafft, um auch dieses Angebot abzudecken. Wir bieten weiterhin den Paketanbieter Hermes an und arbeiten eng mit einer Grafikerin zusammen. Wenn ein Kunde eine Idee hat etwas zu gestalten, können wir hier alles aus einer Hand anbieten. Ebenfalls ist es mir ein Anliegen, den Onlinehandel voranzutreiben.


Wie stellen wir uns das vor?
Unsere Website wird gerade neu gestaltet und wir  möchten einen virtuellen Rundgang anbieten, der es ermöglichen soll, auch von zu Hause unser Angebot zu überblicken. Click&Collect, was telefonisch oder über eine WhatsApp-Nummer schnell und problemlos funktioniert, rundet das Onlineangebot ab.


Sie gehen mit der Zeit im „Bleistift“ …
Die momentane Situation verlangt auch danach. Onlineplattformen bieten nicht nur eine unkomplizierte Möglichkeit des schnellen Austauschs, sondern auch die Möglichkeiten, sich den einen oder anderen Weg zu sparen.


Wie sehen Sie den „Bleistift“ in der Zukunft?
Ich bin sehr zuversichtlich! Das Team und ich freuen uns, hier Altbewährtes mit neuen Ideen zu verbinden und blicken in eine lange, vielversprechende Zukunft.


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