Samstag, 13. August 2022
Sonntag, 31. Juli 2022

TORGAU

Waldbrand an der Grenze zu Nordsachsen offenbar gelöscht

Verkohlte Bäume in einem an Brandenburg angrenzenden Waldbrandgebiet. (Sebastian Kahnert)

von Kristin Engel

Der verheerende Waldbrand im Süden Brandenburgs an der Grenze zu Nordsachsen ist offenbar gelöscht. "Wir ziehen ab", sagt Klaus Bechstedt, der stellvertretende Kreisbrandmeister von Nordsachsen, am Sonntag. Ein glücklicher Umstand spielte den Feuerwehren in die Karten.

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Arzberg Der Geruch von verbranntem Holz und Erde steigt in die Nase. Nur schwarze Bäume überall. Wenige einzelne grüne Blätter an braunen Ästen kämpfen sich an wenigen Stellen durch die tote Landschaft. Helfer mit vom Ruß schwarzen Gesichtern. Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren läuft der Schweiß über ihre Gesichter, als sie mit ihren noch übriggebliebenen Kräften versuchen, die Glutnester zu bekämpfen. Und dann der Wind, der in Sekunden die Flammen wieder zum Lodern bringen könnte.

"Schwarzer Waldboden, kein Busch mehr"

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Klaus Bechstedt berichtet am Samstag dem Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und Innenminister Armin Schuster (beide CDU) von dem, was er in seinen 37 Jahren Feuerwehr noch nicht erlebt hat. Das Feuer war aus. "Schwarzer Waldboden, kein Busch, kein Stock, nichts. Nass! Dann kam Sturm, wirbelte den Erdboden auf und es kam eine Flamme. Das ist der Grund, warum wir jetzt so massiv auf Sicherheit achten."

Kretschmar betont, dass die Lage sehr ernst sei. "Hier wird ganze Arbeit geleistet und das gelingt nur, weil alle zusammenhalten." Zudem ist er begeistert von der Beteiligung des Technischen Hilfswerkes, die sechs Kilometer Stableitung gelegt haben, um Wasser aus dem Nebenarm der Elbe zu pumpen, und des DRK, die für die Versorgung der Brandbekämpfer vor Ort sind.

Brand kostet viele Millionen Euro

Mit Ausblick auf die folgenden heißen Jahre sagt er ganz klar: "Wir brauchen eine realistische Diskussion, was den Brandschutz angeht. Wir müssen weiter investieren. Das ist eine nationale Aufgabe, die gemeinsam mit dem Bund passieren muss - in den Katastrophenschutz, in den Zivilschutz, mehr Fahrzeuge, aber eben auch was die Schneisen, was das Totholz und was die Wasserhaltung im Wald angeht."

Es seien viele Millionen Euro, die hier an Kosten anfallen. Dies könne sich wahrscheinlich nur ein Land wie Deutschland leisten und diese Brandbekämpfung so durchführen. "An vielen Stellen sind es Hubschrauber, die viele tausend Euro pro Stunde kosten, die aber hier ständig im Einsatz sind. Es ist die Technik der Bundeswehr, die in dieses munitionsverseuchte Gebiet reinfährt und mehr."

Kretschmer: "Wir halten hier zusammen"

Es nimmt ihn deshalb mit, weil er sieht, wie die Menschen leiden und bei ihm die Bilder von 2002 wieder präsent werden, als er selbst als Katastrophenschutzhelfer in dem Hochwassergebiet war. "Ich spüre jetzt auf einmal wieder diese Erschöpfung und diese Hoffnungslosigkeit. Deshalb ist es wichtig, jetzt auch da zu sein. Wir halten hier zusammen. Es ist wichtig, diese schwere Krise zu meistern."

Innenminister Armin Schuster schaute sich die Wasserwerfer der Polizei an und auch das weckte Erinnerungen. "Ich war 29 Jahre bei der Polizei. Mein aller erster Einsatz war ein Waldbrand 1984. Mit den heutigen Geräten kann man das nicht mehr vergleichen."

Kretschmer würdigte die Arbeit der Einsatzkräfte. "Sie haben tolle Arbeit geleistet." Kreisbrandmeister Bechstedt hat "glücklicherweise nur leichte gesundheitliche Beeinträchtigungen" bei seinen Kräften zu bedauern. "Das ist das Wichtigste. Die Sicherheit für das Personal geht vor", so Bechstedt.

Das Feuer ist gelöscht

Am Sonntag heißt es dann: "Wir ziehen ab", so Bechstedt. "Um 19 Uhr wollen wir die B183 wieder freigeben. Wir haben Freunde am Himmel. Für die nächsten vier Wochen war kein Regen angekündigt. Und dann gestern der ersehnte Platzregen genau dort, wo er gebraucht wurde. Alle Glutnester wurden gelöscht. Alle Einsatzkräfte werden abgezogen. Nur noch die Freiwillige Feuerwehr Arzberg bleibt im Einsatz."

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