Montag, 28. September 2020
Montag, 13. März 2017

TORGAU

DDR-Heime im internationalen Fokus

Raoul Moolman (M.) begrüßte die Schüler aus Halle und Crowthorne in fließendem Englisch. Wohl noch in diesem Quartal sollen zudem Audioguides für englischsprachige Besucher zur Verfügung stehen. Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Torgau. Ja, auch das gibt’s: Ein Torgau-Besuch muss nicht zwangsläufig mit dem  Schloss Hartenfels verbunden sein. So geschehen vor wenigen Tagen, als Achtklässler des Halleschen Elisabeth-Gymnasiums für einen Tag Station an der Elbe machten. Ihr Ziel: die Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof.

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Mit ihnen unterwegs: englische Austauschschüler aus Crowthorne (im Südwesten Londons gelegen). Ein Troß von insgesamt 60 Jungen und Mädchen. Schon die Begrüßung fand in deutscher und englischer Sprache statt. Hierfür ging Bildungsreferentin Manuela Rummel jemand zur Hand, der sich im Englischen wie zu Hause fühlt. Raoul Moolman studiert Kulturwissenschaften (Master) an der Universität Leipzig und stammt aus Südafrika (Pretoria).

Die Betroffeneninitiative „Missbrauch in DDR-Heimen“ hatte 2016 für ein Schülerprojekt, bei dem historische Dokumente, Fotos und Tonaufnahmen des Spezialheims Eilenburg für eine öffentliche Präsentation dokumentiert werden sollten, einen Projektmitarbeiter gesucht, der dies gemeinsam mit Schülern des  Johann-Walter-Gymnasiums Torgau erarbeitet. Hierfür gab es mehrere Bewerber. Schließlich hatte man sich für Raoul Moolman entschieden.

Die Hallenser und ihre Gästen zeigten sich wiederholt von der Historie des Ortes und dem Projekttag derart beeindruckt, dass sie im kommenden Jahr erneut nach Torgau kommen wollen – natürlich wieder mit ihren englischen Gästen.
Schon in diesem Jahr wird die Gedenkstätte einen weiteren zweisprachigen Projekttag anbieten. So kommt im April das Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium Leipzig mit 28 Schülern aus Leipzig und 27 Austauschschülern aus Frankreich.
Nachdem die Torgauer Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof bereits 2015 einen Anstieg gerade auch bei den Bildungsveranstaltungen zu verzeichnen hatte, setzte sich dieser Trend auch im vergangenen Jahr fort.

Es fanden bis zum 20. Dezember zahlreiche Seminar- und Projekttage mit Zeitzeugengesprächen statt. Die Gesamtbesucherzahl stieg auf 16115 (2015 waren es 15700). Was die Anzahl der Bildungsveranstaltungen betrifft konnten 2016 insgesamt 208 durchgeführt werden. Bereits im Jahre 2015 waren es 176, was zum Vorjahr 2014 eine Steigerung um 25 ausmachte. Nun also nochmals eine Erhöhung. Eine Trendumkehr ist vorerst nicht in Sicht: „Uns liegen schon bis November 2017 Anfragen für Seminar- und Projekttage vor und auch erste Reservierungen für 2018“, erläutert Manuela Rummel.

Die Tendenz, dass mehr und mehr Studenten aus dem sozialen Bereich und angehende Erzieher die Gedenkstätte besuchen, halte an. Mehrfach besuchten im vergangenen Jahr Studenten der Alice-Salomon-Hochschule Berlin, der Ernst-Abbe-Hochschule Jena und der Universität Halle die Einrichtung. Weiterhin finden regelmäßig durch die Referenten der Gedenkstätte durchgeführte Seminare an der Hochschule Mittweida und der Dualen Hochschule Stuttgart statt. Für nächstes Jahr ist zudem ein Blockseminar zum Thema „Heimerziehung in der DDR“ an der Evangelischen Hochschule Dresden geplant.

Dieses Jahr wird zudem ganz im Zeichen des Theaters stehen. Fand im Februar bereits eine erfolgreiche Theateraufführung von Schülern in der Gedenkstätte statt (TZ berichtete), sollen weitere Theaterprojekte entstehen. So hat sich mittlerweile Regisseur Volker Lösch dem Thema „DDR-Heimerziehung“ angenommen. Er möchte mit seinem Team am Staatsschauspiel Dresden ein Projekt über das System der Spezialheime der DDR-Jugendhilfe (Spezialkinderheime, Jugendwerkhöfe usw.) auf die Beine stellen. Ein textlicher Schwerpunkt soll dabei auf Originalaussagen Betroffener liegen. Dazu wurde bereits ein Aufruf auf der Website der Gedenkstätte gestartet. Die Premiere am Staatsschauspiel ist noch für dieses Jahr geplant.


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