Mittwoch, 28. Juli 2021
Donnerstag, 8. Juli 2021

Markt mit langer Tradition

Ein Mal im Jahr ist Markttag in Koselitz. Am ersten Freitag im Juli war es wieder so weit. Foto: Heiko Betat

Von unserem Redakteur Heiko Betat

Harter Händlerkern hält dem Koselitzmarkt auch zum Neustart die Treue

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

Koselitz. Viele Radfahrer und Radfahrerinnen im Gemeindegebiet von Röderaue hatten am Freitag ein gemeinsames Ziel: den Sportplatz im Ortsteil Koselitz. Schon seit ewigen Zeiten lockt immer am ersten Freitag im Juli ein ganz besonderes Ereignis in das 500-Einwohner-Dorf an der Kleinen Röder.
„Zum Koselitzmarkt werden Stiefmütterchen gesät, zum Lorenzmarkt werden sie gepflanzt.“ Anhand dieser lokalen Bauernregel verdeutlicht Kerstin Herklotz, Hauptamtsleiterin der Gemeinde Röderaue, den Stellenwert, den der Markt bei den Bewohnerinnen und Bewohnern des landwirtschaftlich geprägten Landstrichs einnimmt.


Um 1870 als Pferdemarkt gegründet, entwickelte sich der Koselitzmarkt zu einem Dorffest mit Bühnenunterhaltung und Fahrgeschäften. „Nach der Zeugnisausgabe ging es auf den Markt", erinnert sich Dana Ickert an ein „Ritual" aus Kindheitstagen. Auch daran, dass sich das Markttreiben durch den gesamten Ort erstreckte. Das sei aber nach der Wende eingeschlafen. „Vor Corona haben wir versucht, den Markt wieder größer aufzuziehen – als Traditionsmarkt mit Hüpfburg und Fanfarenzug“, berichtet sie. Dann kam die Pandemie. Und nun, an diesem 2. Juli, versuche man vorsichtig wieder zu starten, erklärt Dana Ickert, die sich mit um die Organisation des Marktes kümmert. Dabei wäre der Neustart fast ins Wasser gefallen.


„Viele wurden durch den Regen heute früh abgeschreckt", nennt Kerstin Herklotz einen Grund dafür, dass von den ursprünglich 40 angemeldeten Händlerinnen und Händlern letztlich nicht einmal die Hälfte von ihnen den Weg nach Koselitz auf sich genommen hat, was andere aus Übigau, Lampertswalde, Pulsnitz und anderen Orten im näheren und weiteren Umkreis erfreulicherweise nicht abhielt. Denn es gäbe keinen Grund zur Sorge. Der Sportplatz saufe bei Regen nicht ab, so die Marktchefin.


Erfreulich ist ebenso, dass eine Reihe von Händlern ihre teils schon viele Jahre währende Marktteilnahme fortsetzt. Darunter der Lampertswalder Korbmacher Holger Kreße, dessen Familie schon seit 98 Jahren dem Koselitzmarkt die Treue hält. Ebenso die Stände mit Pulsnitzer Lebkuchen oder Hausschuhen.
Zur Mittagszeit hat sich die Sonne längst durch die Wolken gekämpft. Die zahlreichen Bänke, die für hungrige und durstige Marktbesucherinnen und -besucher bestimmt sind, füllen sich zusehends. Und immer noch kommen Radlerinnen und Radler an. „Das hat Tradition“, bestätigt Kerstin Herklotz. Hier treffe sich die Generation 50plus, die das oftmals mit einem Radausflug verbinde. Viele kommen auch wegen des gastronomischen Angebots, ergänzt Dana Ickert. „Der Zuckerkuchen aus der Backscheune Raden ist legendär – aber leider schon ausverkauft.“ Wer es deftig mag, holt sich eine Broilerhälfte oder reiht sich ein in die Schlange vor Anita Kneppers Gulaschkanone. „Flecke gehen besonders gut", sagt die Pulsenerin und taucht die Kelle tief ein in die dampfende Suppe. Warum? „Weil heute kaum noch jemand zu Hause Flecke kocht, obwohl er diese gern isst", lautet ihre Vermutung. Wem der Sinn nach Alte

Sie interessieren sich für das Neueste aus Torgau und der Region? Dann bestellen Sie den Newsletter "Darüber wird morgen gesprochen"! Der kommt jeden Abend per E-Mail und bringt die wichtigsten Themen des nächsten Tages mit. >> Hier können Sie ihn bestellen.


Jetzt kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Mountainbikemagazin

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de