Mittwoch, 28. Juli 2021
Montag, 12. Juli 2021

Bunte Räuber mitten in Torgau

Papageien in TorgauFoto: Ulrike Wolf

Von unserem Redakteur Ulrike Wolf

Besuch bei den Papageien im privaten Dschungel von Edwin Bendrin

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Mannomann, sind die frech! Will man die Papageien, genauer gesagt die Aras im privaten Dschungel von Edwin Bendrin fotografieren, treiben sie mit einem ordentlich Schabernack. Kaum hat man die großen Volieren betreten und die Kamera gezückt, drehen sie sich weg, flattern davon oder schlüpfen durch ein Rohr wieder in ihre Behausung. Weg sind sie. Pech gehabt. Packt man die Kamera weg, sind die gefiederten Kerlchen wieder da, turnen auf ihren hölzernen Stangen im Käfig und schauen drollig drein. Man könnte meinen, sie grinsen und haben ein Lachen auf dem Schnabel. 

Dschungelparadies mitten in Torgau

Edwin Bendrin hat sich mitten in Torgau auf seinem Grundstück ein Naturparadies erschaffen. Betritt man es, ist es wie eine Reise in ein fernes Land. Hier wachsen mehr als zwei Meter hohe Bananenpflanzen, Palmen, Bambus, es gibt einen Teich mit Lotuspflanzen. Alles ist grün, alles ist wild. „Dieses Jahr sind jedoch die Pflanzen mit ihrem Wachstum im Rückstand, das Frühjahr war den tropischen Gewächsen zu kühl“, sagt Edwin Bendrin. Den bunt gefiederten, frechen Aras macht das alles gar nichts: Sie „unterhalten“ sich, krächzen, pfeifen, schreien manchmal laut, klettern durchs Gehege und futtern ein Stück Banane oder knabbern an einer Nuss. Da ist richtig was los. Sechs farbenfrohe Großpapageien besitzt Bendrin. „Der älteste ist 45 Jahre, die anderen sind 10 und 15, die Jüngsten 2 Jahre alt“, erklärt der Tierfreund. Ein Papagei kann richtig alt werden und hat, in freier Wildbahn, eine Lebenserwartung von bis zu 100 Jahren. Aras können in Gefangenschaft immerhin bis zu 70 Jahre alt werden.

Ein Zuhause für viele gefiederte Tiere

Bei Edwin Bendrin haben die Aras viele tierische Freunde: auch Alexandersittiche,  Wellensittiche, Graupapageien oder Rotschwanzsittiche haben bei ihm ihr Zuhause. Bendrin züchtet die Tiere, kennt sich bestens mit ihrem Wesen, ihren Bedürfnissen und Gewohnheiten aus. Die Tiere vertrauen ihm, er darf ganz nah an sie heran. Für die TZ-Sommertour öffnet Bendrin auch den Nistkasten der Rotschwanzsittiche. Ganz klein sind die Jungtiere, behutsam nimmt er sie fürs Foto in die Hand: Mit großen Kulleraugen schauen sie sich um, aber nur kurz, denn dann geht es wieder in den schützenden Holzkasten. Rotschwanzsittiche sind kleine bis mittelgroße Papageien, werden bis zu 30 cm groß, stammen ursprünglich aus Süd- und Zentralamerika. Sie sind neugierig und lebhaft und das beweisen sie auch bei unserem Besuch: Die erwachsenen Sittiche haben den Fototermin der Jungtiere clever genutzt: Kaum steht die Käfigtür auch nur einen Spalt offen … schwupp sind sie draußen, raus in die Freiheit geflogen. „Keine Sorge, die kommen wieder“, sagt Edwin Bendrin gelassen. Auf ihren Ausflügen über sein Grundstück und in die nähere Umgebung entpuppen sie sich als echte Räuber. Sie schauen, was es so zu holen gibt, stibitzen ab und zu Nüsse oder Kirschen, und fliegen keck zurück, als wäre nichts gewesen. Mundraub sozusagen.

Inspiration aus fernen Ländern 

Ein Stück weg von den Gehegen der „Rotschwanz-Räuber“ leben die Graupapageien. Sie sind nicht ganz so zahm, sie beäugen Besucher ganz genau und wahren Abstand, denn auch sie haben Junge und passen auf ihren Nachwuchs ganz genau auf. Unser kleiner Sommertour-Rundgang neigt sich dem Ende zu. Noch einmal geht’s vorbei an großen und kleinen Vögeln, an tropischen Pflanzen mit großen, schattenspendenden Blättern. Die Ideen für sein Dschungelparadies hat sich Edwin Bendrin von seinen Reisen nach Ägypten, Tunesien, Marokko, Kenia, Sri Lanka, Vietnam, Kambodscha, Äthiopien mitgebracht. Die fernen Länder hat er sich nach Torgau geholt. Ein umso größerer Schatz in Zeiten von Corona und eingeschränkten Reisemöglichkeiten.

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